Basketball

Schweizer Cup: Birsfelden ohne Chance gegen Neuchâtel - Nun wartet Winterthur

Der CVJM Birsfelden verliert im Schweizer Cup gegen Union Neuchâtel mit 36:95. Den Unterbaselbietern gelang ein guter Start, dann machte sich der Klassenunterschied bemerkbar. Birsfelden konzentriert sich nun auf das Spitzenspiel in der 1. Liga.

Georges Küng
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Birsfelden um Marc Dietrich (am Ball) zahlte gegen den NLA-Koloss aus Neuenburg Lehrgeld.

Birsfelden um Marc Dietrich (am Ball) zahlte gegen den NLA-Koloss aus Neuenburg Lehrgeld.

ZINKE/sportives.ch

Wenn im Basketball ein Erstligist im K.-o.-Wettbewerb gegen einen Nationalliga-A-Verein spielt, so darf man sich die Frage nach dem Gewinner nicht stellen. Im Gegensatz zum Fussball ist der Unterklassige in allen Belangen derart inferior, dass es nur standesgemässe Siege für den Oberklassigen gibt. Das war auch gestern Abend im Cup-Sechzehntelfinale in der Sporthalle der Fall, wo der Traditionsklub «Cevi» auf Neuchâtel, das heuer nach fünf Jahren Unterbruch wieder in der höchsten Spielklasse spielt.

Und doch gelang Birsfelden etwas, das nicht üblich ist. Der von Pascal Donati trainierte CVJM ging nämlich mit 2:0, 4:2 und 6:4 in Führung. Die drei ersten Angriffe wurden allesamt von Marco Mangold und zweimal von Luca Schwarz mit Korberfolgen abgeschlossen. Überhaupt hielten die Unterbaselbieter im ersten Viertel gut mit. Denn die Gäste reisten «en grand complet» an. Das sind drei amerikanische Profispieler, der nigerianische Internationale Jules Aw, der mit einer Schweizer Lizenz spielt, Pape Badji aus Senegal, der assimilierte Angolaner Trésor Quidome sowie der Schweizer Nationalmannschafts-Aufbauer Steeve Louissaint (ein französisch-schweizerischer Doppelbürger).

Fünf 2-Meter-Hünen beim Gast

Dass diese mit acht Berufsspielern ausgestattete Mannschaft sich mit der Zeit auch skoremässig absetzen würde, war keine Überraschung. Spätestens ab der 15. Minute verkam die Partie zu einem «Spielen und Spielenlassen», wobei auf jeden Birsfelder Korb die Gäste mit einer Temposteigerung antworteten. Und obwohl Union, das mit einem Budget von 700000 Franken operiert und zumindest auf dem Papier zu den vier besten Teams des Landes gehören sollten, viele «unforced errors» (Schrittfehler, Fehlpässe, Fehlwürfe) produzierte, konnten die Romands dank ihrer eklatanten physischen Überlegenheit manchen zweiten oder dritten Ball holen. In Reihen der Neuenburger figurieren fünf Spieler, welche grösser als zwei Meter sind. Der Längste ist der behäbige Blue Desmond, der Birsfelden-Spielmacher Marco Mangold gleich um drei Köpfe überragt und wohl mehr als doppelt so schwer sein dürfte. Bezeichnend, dass Birsfelden im ganzen Spiel nur gerade einmal zu Freiwürfen (in der 28. Minute durch Fidan Ahmeti) kam. Chancen auf den Offensivrebound erhielten die Gastgeber praktisch nie.

Bereits mit Beginn der zweiten Halbzeit hatte CVJM-Trainer Donati allen zwölf Kaderspielern Einsatzminuten gegeben. Und in der zweiten Halbzeit liess er jene (durch-)spielen, welche in der Meisterschaft wenig(er) lang spielen. Denn am Sonntag spielt der Tabellenführer CVJM Birsfelden beim Verfolger BC Winterthur. «Wir wollen auch gegen die starken Zürcher gewinnen und unseren 1. Platz wahren. Daher forcierte ich die Stammfünf im Laufe der Partie nicht mehr. Ich bin mit der Leistung der Mannschaft zufrieden. Sie haben sich gegen einen übermächtigen Rivalen gut gewehrt und bravourös gekämpft», so Donati.