Basketball

Starwings-Trainer Simic: «Die Vorschusslorbeeren motivieren uns»

Zum Auftakt der Nationalliga A reisen die Starwings morgen zum Schweizer Meister nach Genf. Nach acht Siegen in acht Testspielen, der Verstärkung durch vier Litauer und dem Zuzug der Gebrüder Petkovic ist man in Birsfelden besten Mutes.

Georges Küng
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Der Prattler Cheftrainer der Starwings, Marko Simic, coachte seine Spieler zum Sieg beim Novartis-Cup. Foto: Junkov

Der Prattler Cheftrainer der Starwings, Marko Simic, coachte seine Spieler zum Sieg beim Novartis-Cup. Foto: Junkov

Fünf Klubs aus der Romandie (BC Boncourt, BBC Monthey, Fribourg Olympic, Les Lions de Genève und Union Neuchâtel), zwei Tessiner Vereine (BC Lugano, SAM Massagno) und eben die Starwings aus Birsfelden – das ist die Elite des Schweizer Basketballs. Dass die «Wings» ihre 9. Saison in Folge im Oberhaus in Angriff nehmen – dies ist noch höher als der Cupsieg vom 10. April 2010 einzustufen. Denn viele Traditionsvereine, mit grösserer Finanzkraft, sind in der Zwischenzeit «verschwunden» (Hérens Sion, Meyrin/Grand-Saconnex, SAV Vacallo) oder sind in untere Ligen (BBC Lausanne, Pully Basket, Vevey Basket) abgetaucht.

Schlagkräftige Zuzüge

Auf diese Saison hin gab es beim Birstaler Kombinat einen radikalen Umbruch in der Equipe. Dem neuen Teammanager Viktor Mettler, zusammen mit dem 26-jährigen Cheftrainer Marko Simic, ist es gelungen, eine «neue Linie» zu fahren. Ein litauisches Quartett, das aber wegen der Verletzung vom vermeintlichen Topskorer Rokas Uzas gar nie zusammen spielen konnte, und der Zuzug der Gebrüder Miroslav und Stefan Petkovic haben Hoffnungen geweckt. Denn die Baselbieter gewannen sämtliche acht Testpartien – teils gegen auf dem Papier stärkere Rivalen.

Marko Simic, in welcher Verfassung reist Ihre Mannschaft morgen nach Genf?

Marko Simic: Ich hoffe, dass wir bis auf den gesperrten U20-Internationalen Branislav Kostic komplett in die Romandie fahren können. Wir sind uns der Stärke von Genf bewusst. Der Meister ist seit fast einem Jahr zuhause ungeschlagen. Doch auch wir sind von unserer Klasse überzeugt. Die Mentalität von uns allen ist, dass wir jede Partie gewinnen wollen.

Sie hatten eine kurze, aber sehr intensive Vorbereitungsphase. Welches Fazit ziehen Sie?

Sechs Wochen haben wir sehr hart und zielgerichtet trainiert. Wir absolvierten acht Vorbereitungsspiele – sechs davon auswärts, was mit einigen Reisekilometern verbunden war. Die starken Widersacher – Tübingen, Kirchheim, aber auch Karlsruhe am hauseigenen Novartis-Cup – wurden bewusst ausgesucht. Zudem müssen wir in der Meisterschaft in den ersten vier Runden gleich dreimal auswärts spielen. Alle Kaderspieler haben voll mitgezogen und sind sehr motiviert.

Die Starwings haben sieben neue Spieler verpflichtet. Ist die Integration dieser neuen Akteure geglückt?

Die Integration war einfach, weil alle Spieler über eine gute Basket-Ausbildung verfügen und alle ihren Sport als Kollektivspiel verstehen. Die Stimmung in der Equipe ist gut, die Chemie stimmt. Wir sind ein Team, wo alle gemeinsam das gleiche Ziel verfolgen.

Wurden nach diesen Kriterien auch die Profispieler ausgesucht. Sie stammen – ein Novum im Schweizer Basketball – alle aus Litauen ...

Die Nationalität war kein Kriterium. Wir wussten aber seit April, welche Spieler wir gerne möchten. Akteure, die nicht eindimensional, sondern universal einsetzbar sind. Mit unseren vier Litauern bin ich sehr zufrieden – es sind gute Spieler und wunderbare Menschen.

Erstmals in der 80-jährigen Geschichte des Schweizer Basketballs wird eine Deutschschweizer Mannschaft von den Romands und Tessinern als Mit-Favorit auf den Titel bezeichnet. Macht Ihnen dies nicht Angst?

Nein! Diese Vorschusslorbeeren motivieren mich und die Mannschaft noch mehr, die hohen Ziele – Erreichen der Playoffs und um jeden der drei Titel eine gewichtige Rolle zu spielen – zu erreichen.