BASKETBALL: Auf Euphorie folgt Ernüchterung

Mit dem Heimspiel morgen Freitag gegen Monthey beginnt für Swiss Central die dritte und letzte Meisterschaftsphase. Ungewiss bleibt, wie es mit dem NLA-Aufsteiger weitergeht.

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Richard Carter (am Ball) steigt mit Swiss Central Basket morgen Abend in der Wartegghalle gegen Monthey (schwarze Dresses) in die dritte Meisterschaftsphase. (Bild Pius Amrein)

Richard Carter (am Ball) steigt mit Swiss Central Basket morgen Abend in der Wartegghalle gegen Monthey (schwarze Dresses) in die dritte Meisterschaftsphase. (Bild Pius Amrein)

Daniel Schriber

Die Euphorie war gross, als Swiss Central Basket (SCB) vor einigen Monaten in das NLA-Abenteuer startete. Über 600 Zuschauer waren am 11. Oktober 2015 bei der Heimpremiere gegen Monthey dabei. Schliesslich gab es nach 13 Jahren endlich wieder NLA-Basketball in der Zentralschweiz zu sehen. «Ein toller Event», erinnert sich Norbert Valis, der SCB-Präsident ad interim.

Nach vier Monaten und 18 Spielen ist bei Swiss Central Basket die anfängliche Euphorie verflogen. Die Zentralschweizer sind in der NLA-Realität angekommen – und diese kann ganz schmerzhaft sein. Dreimal – darunter die beiden Spiele gegen Mitaufsteiger Winterthur – konnte Swiss Central das Feld bisher als Sieger verlassen. Ähnlich häufig fehlte dem Team nur wenig zum Erfolg, in den übrigen Spielen aber war der Aufsteiger meist chancenlos. So auch zuletzt beim Auswärtsspiel gegen den Titelverteidiger Genf (56:94).

Ungleiche Massstäbe

Obwohl die SCB-Spieler in Genf wahrlich keine berauschende Leistung ablieferten, sollte eines nicht vergessen werden: Der Schweizer Meister aus Genf verfügt über ein rund zehnmal höheres Budget als der Aufsteiger aus der Zentralschweiz. Nebst drei Top-Amerikanern spielen bei den Lions gleich drei Schweizer Nationalspieler. Und: Der Grossteil des Genfer Kaders verdient seinen Lebensunterhalt mit Basketball. Bei Swiss Central werden einzig die drei Ausländer Stephens, Carter und Djuric bezahlt, der Rest erhält – wenn überhaupt – Spesenentschädigungen. «Aufgrund unserer finanziellen Situation war vorherzusehen, dass die erste NLA-Saison für uns schwierig werden wird», sagt deshalb auch Norbert Valis. Denn was im Fussball oder im Eishockey gilt, hat auch im Basketball Bestand: Geld macht vieles möglich.

Die Playoffs sind für Swiss Central neun Spiele vor Ende der Qualifikation nur noch mathematisch erreichbar. Absteigen können die Zentralschweizer aber auch nicht, schliesslich soll die Liga in der neuen Saison auf zwölf Teams aufgestockt werden. «Die Tatsache, dass wir unsere erste Saison ohne Druck spielen können, war einer der Hauptgründe dafür, dass wir uns für den Aufstieg entschieden haben», so Norbert Valis weiter.

Und obwohl es faktisch keinen Absteiger gibt, ist die Zukunft von Swiss Central Basket derzeit ungewiss. Auch in den letzten Wochen konnte weder ein grosser Sponsor noch der so dringend gesuchte neue Präsident gefunden werden. Bleibt Swiss Central nun auch nächstes Jahr in der NLA? Dies auf die Gefahr hin, eine weitere Spielzeit mit wenig Geld und vielen Niederlagen kämpfen zu müssen? Oder entscheidet sich der Verein zur Notbremse und damit zum freiwilligen Rückzug aus der höchsten Liga? Norbert Valis: «Wenn möglich, wollen wir auch nächstes Jahr in der NLA spielen. Dies ist aber nur dann realistisch, wenn wir bis Ende Saison die finanziellen Grundlagen dafür schaffen können.» Entscheidend sei, dass das Vereinsprojekt Swiss Central Basket durch eine weitere NLA-Saison nicht gefährdet werde.

Drei Spitzenteams in Luzern

Klar hingegen ist: In den nächsten Wochen darf sich das interessierte Publikum nochmals auf Spitzenbasketball in Luzern freuen. Mit Monthey, Fribourg und Neuchâtel empfängt Swiss Central in den nächsten Wochen gleich drei Titelkandidaten. Los geht es heute Abend in der Wartegg gegen den Liga-Cup-Sieger Monthey. Und auch wenn es dieses Mal wohl nicht ganz 600 Zuschauer werden, hofft Valis dennoch auf möglichst viele Fans. «Das NLA-Abenteuer ist in vollem Gang. Unser Team wird kämpfen bis zum Schluss.»