BASKETBALL: Danijel Eric: «Unsere Spielmacher stehen in der Pflicht»

Nach 13-jähriger Durststrecke gibt es heute Sonntag in Luzern erstmals wieder NLA-Basketball zu sehen. Trotz der Startniederlage in Boncourt bleibt der Coach von Swiss Central Basket zuversichtlich.

Interview Daniel Schriber
Merken
Drucken
Teilen
Danijel Eric, Coach von Swiss Central Basket: «Wenn man 93 Gegentreffer erhält, kann man ein Basketballspiel nicht gewinnen. (Bild Philipp Schmidli)

Danijel Eric, Coach von Swiss Central Basket: «Wenn man 93 Gegentreffer erhält, kann man ein Basketballspiel nicht gewinnen. (Bild Philipp Schmidli)

Danijel Eric, heute Nachmittag steigt die NLA-Heimpremiere in der Luzerner Maihofhalle. Nervös?

Danijel Eric: Nein, mein Fokus gilt ganz der Spielvorbereitung. Natürlich freuen wir uns alle auf das Spiel und hoffen auf möglichst viele Zuschauer. Ich gehe davon aus, dass ich die Spieler im Hinblick auf das erste NLA-Heimspiel in der Geschichte von Swiss Central Basket nicht speziell motivieren muss.

Vor einer Woche begann die Saison für Swiss Central mit einer Auswärtsniederlage in Boncourt. Ein erster Rückschlag?

Eric: Ich betrachte das nicht als Rückschlag. Als wir uns im Sommer dazu entschieden hatten, den NLA-Aufstieg zu wagen, wussten wir, was auf uns zukommen wird. Wir sind uns bewusst, dass es für unseren Verein eine schwierige erste Saison absetzen wird. Ausser gegen Mitaufsteiger Winterthur gehen wir gegen jedes Team als Aussenseiter auf den Platz.

Nach drei Vierteln schien in Boncourt noch alles möglich. Im Schlussabschnitt folgte der Einbruch, der zur deutlichen 74:93-Niederlage führte. Wieso dieser Einbruch?

Eric: Wenn man 93 Gegentreffer erhält, kann man ein Basketballspiel gar nicht gewinnen. Zwar zeigten wir phasenweise gute Ansätze, ich bin aber überzeugt, dass in unserem Team noch viel mehr Substanz und Potenzial steckt, als wir in Boncourt gezeigt haben.

In welchen Bereichen besteht konkret Verbesserungspotenzial?

Eric: Obwohl wir wussten, dass in der Nationalliga A Tempo und Intensität viel höher sind als in der NLB, waren wir nicht auf diesen neuen Rhythmus eingestellt. Es muss uns gelingen, unsere Spielzüge noch schneller und präziser zu lancieren. Hier stehen vor allem unsere Spielmacher in der Pflicht. Sie müssen das Angriffsspiel auf dem Platz immer wieder neu organisieren.

Sie sprechen Richard Carter an, den amerikanischen Aufbauspieler von Swiss Central. Er war am Samstag mit 22 Punkten der Topscorer von Swiss Central Basket ...

Eric: ... und trotzdem bin ich noch nicht richtig zufrieden mit seiner Leistung. Ich erhoffe mir von ihm, dass er seine Mitspieler noch besser in Szene setzt.

Wie beurteilen Sie die Leistung der anderen zwei Amerikaner?

Eric: Bei allen drei besteht noch viel Luft nach oben. Josh Sparks zeigte zwar gute Ansätze in der Offensive, dafür war er zu nachlässig in der Verteidigung. Von Andre Stephens (3 Punkte gegen Boncourt; Anm. der Red.) erwarte ich punktemässig viel mehr. Dazu müssen ihn seine Mitspieler aber auch besser in Szene setzen.

Am Sonntag empfangen Sie den BBC Monthey. Das Team ist stärker einzuschätzen als Boncourt. Ist trotzdem eine Überraschung möglich?

Eric: Ich glaube nicht, dass Boncourt viel schwächer ist als Monthey. Als Aussenseiter haben wir auch in diesem Spiel nichts zu verlieren, und die heimische Kulisse wird uns zusätzlich motivieren. Wenn die Spieler die Lehren aus dem Training umsetzen, bin ich überzeugt, dass am Sonntag alles möglich ist.

Seit dem letzten NLA-Spiel in der Maihofhalle sind 13 Jahre vergangen. Sie selber waren damals als Spieler der Reuss Rebels mit von der Partie. Da werden doch bestimmt Erinnerungen wach.

Eric: Natürlich erinnere ich mich an diese Zeit. Auch damals war die NLA-Meisterschaft für alle Beteiligten ein grosses Abenteuer. Im Gegensatz zu damals besteht unser Team heute mehrheitlich aus regionalen Spielern. Das macht mich stolz und ist bestimmt auch für das Publikum viel interessanter.

Interview Daniel Schriber

HINWEIS

Basketball, NLA. 2. Runde. Heute: Swiss Central Basket - Monthey (16.00, Maihofhalle, Luzern).