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BASKETBALL: Dieses Duo gibt es nur im Doppelpack

Die Zwillinge Mirza und Mirnes Ganic gehen gemeinsam bei Swiss Central auf Korbjagd. Am liebsten würden die beiden 16-Jährigen für den Rest ihrer Karriere zusammen spielen.
Mirnes (links) und Mirza Ganic: Achtung Verwechslungsgefahr! (Bild: Nadia Schärli (Reussbühl, 25. Januar 2018))

Mirnes (links) und Mirza Ganic: Achtung Verwechslungsgefahr! (Bild: Nadia Schärli (Reussbühl, 25. Januar 2018))

Daniel Schriber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Manchmal, wenn Zoran Popovic unzufrieden ist, nimmt der Nachwuchstrainer von Swiss Central Basketball ein Time-out. Eine Minute hat er dann jeweils Zeit, um seine Spieler auf Fehler hinzuweisen und neue Spielzüge anzusagen. Die Zeit ist knapp, die Hektik gross – und dann passiert’s wieder mal: Der Coach staucht den falschen der Ganic-Brüder zusammen. Mirnes und Mirza Ganic lachen. Die Zwillinge sind es gewohnt, verwechselt zu werden. Nicht nur von ihrem Trainer, sondern – zum Beispiel – auch von Lehrern und Kollegen.

Natürlich sind auch die Gegner verwirrt, wenn sie gegen die Brüder antreten müssen. «Es kam schon häufiger vor, dass einer von uns ungedeckt war, während der andere von zwei Spielern verteidigt wurde», erzählt Mirnes. Das mag ein Vorteil sein – aber natürlich ist es nicht der Grund, weshalb die beiden SCB-Spieler seit einigen Monaten zum erweiterten Kader der U18-Nationalmannschaft gehören. Die beiden sind vielleicht nicht zwei Meter gross, wie manche ihrer Mitspieler. Vielleicht sind sie auch (noch) nicht so treffsicher oder schnell wie andere. Und trotzdem haben sie massgeblich dazu beigetragen, dass ihre Teams (SCB U17/U20) dieses Jahr noch ungeschlagen sind.

Mehr «Action» als beim Fussball

Angefangen hat alles mit einer Probelektion in der Primarschule. Von diesem Tag an kriegten die beiden nicht mehr genug von dem Spiel. Zwar waren sie zuerst als Fussballer aktiv – doch als sie sich vor dem Eintritt in die Sportschule Kriens für eine Sportart entscheiden mussten, brauchten sie nicht lange zu überlegen. «Basketball bietet einfach viel mehr Action», sagt Mirza. Nachdem die Brüder in der Basketballschule Kriens die Grundlagen des Sports erlernten, erfolgte später der Wechsel zum Stützpunktverein Swiss Central. Dort trainierten sie fortan fast täglich.

«Sie geben immer hundert Prozent und zwingen ihre Gegner dank ihrer aufsässigen Verteidigung immer wieder zu Ballverlusten», lobt Zoran Popovic, Nachwuchscoach von Swiss Central. Auch in der Offensive kann der Trainer stets auf die Brüder zählen – und genau deshalb hat er die beiden auch gemeinsam ins Captain-Amt ernannt. «Sie haben keine Angst, Verantwortung zu übernehmen.» Der ehemalige Profispieler ist überzeugt: «Die beiden können sehr gute Spieler werden.» Daran glauben auch die beiden Spieler selbst. «Basketball ist viel mehr als nur ein Hobby für mich. Ich könnte nicht ohne diesen Sport sein», sagt Mirza Ganic. Die Brüder schwärmen jedoch nicht nur von der Sportart an sich, sondern auch von ihrem Team. «Es ist wie eine Familie. Wir sind nur deshalb erfolgreich, weil wir uns immer gegenseitig unterstützen.» Gleichzeitig wissen die beiden auch, dass es im Leben noch mehr als Basketball gibt. Derzeit besuchen beide das 10. Schuljahr in Luzern. Bald werden sie die Aufnahmeprüfung für die Fachmittelschule FMS absolvieren. Sollte es damit nicht klappen, könnten sie sich vorstellen, eine Lehre zum Fachmann Betreuung zu absolvieren.

Auf dem Feld verstehen sie sich blind

Wer sich eine Weile mit Mirza und Mirnes Ganic unterhält, der merkt: Diese beiden Brüder gehen zusammen durch dick und dünn. Und das nicht nur, aber vor allem auch auf dem Spielfeld. «Wir verstehen uns blind und wissen stets, wo der andere gerade steht», sagt Mirza. Als sein Bruder mal verletzungsbedingt fehlte, sei dies «ein komisches Gefühl» gewesen. Und was, wenn die beiden irgendwann getrennte Basketball-Wege gehen sollten? «Möglich ist das schon», sagt Mirnes – um nach kurzer Bedenkzeit schmunzelnd zu ergänzen: «Aber das Team ist definitiv besser dran, wenn wir beide dabei sind.»

Die Eltern sind die grössten Fans

Auf ihre Ziele und Wünsche angesprochen, sagt Mirza das, was wahrscheinlich Millionen junge Basketballer auf der ganzen Welt antworten würden: «Die NBA. Das ist mein grosser Traum.» Falls es nicht zu einem Engagement in der besten Basketball­liga der Welt reicht, «so wäre es zumindest toll, von Basketball leben zu können». Sollten die beiden dieses Ziel irgendwann tatsächlich erreichen, ist auch schon klar, wer sie in der ersten Reihe als Fans unterstützen wird: «Unsere Eltern verpassen schon jetzt kein Spiel», sagt Mirnes. Während Vater Jasmin fast jedes Spiel mit der Kamera aufnimmt und seine Söhne auch mal kritisiert, wünscht sich Mutter Enisa primär, dass die beiden Spass haben und gesund bleiben. «Unsere Eltern sind definitiv unsere grössten Fans», so Mirza.

Übrigens: Coach Zoran Popovic verwechselt die beiden Zwillinge heute nicht mehr so oft wie früher. «Er hat sich angewöhnt, während der Time-outs auf unsere Schuhe oder unsere Trikotnummern zu schauen», sagt Mirnes Ganic und lacht herzhaft.

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