BASKETBALL: Enttäuschender Auftritt von Swiss Central in Fribourg

Nicht einmal 48 Stunden nach der bitteren Heimniederlage gegen Massagno, musste Swiss Central am Sonntag beim Rekordmeister ran: Ohne den verletzten Andre Stephens blieben die Zentralschweizer in Fribourg chancenlos.

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Mit 30 Punkten bester Spieler von Swiss Central: Richard Carter in Aktion. (Bild Pius Amrein)

Mit 30 Punkten bester Spieler von Swiss Central: Richard Carter in Aktion. (Bild Pius Amrein)


Die Szene zeugte von einer gewissen Ironie: Ausgerechnet Stan Leemans war es, der das Schicksal von Swiss Central Basket (SCB) besiegelte. Der Zuger, der seit dieser Saison in den Diensten von Fribourg Olympic steht, erzielte mit der Schlusssirene die letzten Punkte zum 109:57. Swiss Central könnte einen Center wie Stan Leemans nur zu gut gebrauchen – dies vor allem auch deshalb, weil der Amerikaner Andre Stephens (2.05 Meter) derzeit verletzungsbedingt nicht zur Verfügung steht. Doch als es im Sommer um die Planung der Saison ging und auch SCB um Leemans buhlte, hatte der Aufsteiger keine Chance gegen das Angebot des Traditionsclubs aus Fribourg. Ein Verein, dessen Budget jenes von Swiss Central (150'000 Franken) um das zehnfache übertrifft.

Nur Carter überzeugt

Über nicht vorhandene finanzielle Mittel mag sich SCB-Cheftrainer Danijel Eric nicht beklagen. Nach der vierten SCB-Niederlage im vierten Spiel, sagte der 34-Jährige: «Jammern bringt nichts. Wir müssen mit den Mitteln arbeiten, die wir haben.» Doch diese genügen im Moment schlicht und einfach nicht. Am Sonntag war Richard Carter gar der einzige, der sich aktiv gegen die Dominanz des Gegners zu wehren wusste. Carter, der schon am Freitag bei der bitteren 105:107-Niederlage gegen Massagno zum Spieler des Tages avancierte, sorgte in Fribourg für die einzigen Lichtblicke im Spiel von Swiss Central. Er war es auch, der sein Team in den ersten Minuten zu einer 9:14-Führung anführte, ehe sich das Blatt zugunsten von Fribourg wendete.

6 Minuten vor Schluss wurde Carter von Danijel Eric auf die Bank und damit in den verdienten Feierabend geschickt. Der amerikanische Spielmacher, der sich für den Aufsteiger einmal mehr als absoluter Glücksgriff erwiesen hat, erzielte bis dahin 30 von 47 SCB-Punkten. Doch gegen ein Top-Team wie Fribourg reicht das nicht. Nicht einmal annähernd.

Massagno-Spiel in den Knochen?

Gute möglich, dass der eine oder andere Swiss-Central-Spieler noch das intensive Spiel vom Freitagabend in den Knochen spürte. Der eine oder andere dürfte auch am Sonntag noch über die bittere Niederlage gegrübelt haben, die genauso gut im ersten Saisonsieg hätte enden könnten. «Doch auch Fribourg hatte am Freitag ein hartes Spiel gegen Genf», bemerkte Richard Carter nach Spielschluss. «Das Spiel gegen Massagno war lang und hart – aber wir dürfen das nicht als Ausrede benutzen.» Als Ausrede für ein Fribourg-Spiel, an dem einige SCB-Spieler phasenweise erschreckend kamp- und lustlos wirkten.

Als im dritten Viertel die Freiburger Angriffsspieler (Cotture / Jurkovitz) gleich mehrmals mittels spektakulären Slam-Dunks abschlossen, sorgte dies nicht nur für Jubel bei den Heimfans, sondern auch für Kopfschütteln auf der SCB-Trainerbank. Man muss kein Basketballexperte sein, um zu erkennen: Kommt ein Team immer wieder zu leichten Gegenangriffen, bedeutet das nichts anders, als dass die abwehrende Mannschaft nicht schnell genug in die Verteidigung zurück lief. Und das hat weder mit der vorhandenen Spielerqualität, dem Vereinsbudget oder der Anzahl Profis zu tun – sondern einzig und allein mit Einsatz und Kampfgeist. Auch deshalb sagte Danijel Eric an der Pressekonferenz nach dem Spiel: «Es gibt viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Anfangen müssen wir bei unserer Einstellung.»

Dem SCB-Coach wird die Arbeit in naher Zukunft definitiv nicht ausgehen. Dass die bereits geleistete Arbeit erste Früchte trägt, war am Freitag beim überzeugenden und kämpferischen Auftritt gegen Massagno zu erkennen – nicht aber am Sonntag in Fribourg.

NLA, 4. Runde, St. Léonard, Zuschauer: 750

Fribourg Olympic – Swiss Central Basket 109:57 (55:33)

SCB: Carter 30, Tomic, Güttinger 5, Lushaj 6, Morandi 3, Sparks 6, Mandic 3, Plüss, Stevanovic 2, Volic 2. Verletzt: Stephens.– Coach: Eric / Valis.

Daniel Schriber