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BASKETBALL: Geld her oder Ausländer weg

Swiss Central ist der Start in die NLA-Saison mehr als geglückt. Hinter den Kulissen plagen den Klub finanzielle Probleme – schon wieder.
René Barmettler
Der US-Amerikaner Rhamel Brown (am Ball, hier gegen die Lugano Tigers): möglich, dass seine Zeit im Dress von Swiss Central Basket bald ablaufen wird.Bild: Manuela Jans (Luzern, 30. Oktober 2016)

Der US-Amerikaner Rhamel Brown (am Ball, hier gegen die Lugano Tigers): möglich, dass seine Zeit im Dress von Swiss Central Basket bald ablaufen wird.Bild: Manuela Jans (Luzern, 30. Oktober 2016)

Beim Zentralschweizer Branchenprimus Swiss Central Basket (SCB) herrsche eitel Sonnenschein. Könnte man meinen. Nach fünf Saisonspielen fuhr der Aussenseiter der NLA bereits drei Siege ein. Überraschend deshalb, weil der Verein erst letztes Jahr aufgestiegen war und auch in seiner zweiten Saison in der höchsten Spielklasse mit dem tiefsten Budget auskommen muss (siehe Grafik).

Das fehlende Geld ist jedoch das zweite grosse Thema, oder besser ausgedrückt, ständiger Wegbegleiter. Bereits nach dem Aufstieg 2015 musste der SCB mit einem Notbudget von 150000 Franken in die Spielzeit starten, weil die erhofften Sponsorengelder nicht generiert werden konnten. Nun drohen die Geldquellen bereits wieder zu versiegen. Und zwar sehr bald. Gelingt es Thomas Müller, dem neuen Präsidenten, nicht, bis Mitte Dezember zwischen 50000 und 70000 Franken aufzutreiben, droht zwar nicht der Konkurs, «aber wir müssten über die Bücher», sagt Müller. So müsste zum Beispiel geklärt werden, ob und wie die beiden ausländischen Profis Nemanja Kovacevic (31, Serbien) und Rhamel Brown (24, USA) weiterbeschäftigt werden könnten. «Dafür bräuchte es Einsparungen in anderen, noch zu definierenden Bereichen.»

Fehlendes Geld hätte zudem die Folge, dass sowohl der Trainer, mehrere Schlüsselspieler als auch der gesamte Staff auf jeg­liche Entschädigungen verzichten müssten. Laut Müller haben sämtliche involvierten Personen diesem Szenario Anfang Saison zugestimmt. «Trotzdem haben uneingeschränkt alle zugesagt, die Saison durchzuziehen. Das ist ein starkes Zeichen gegenüber unserem Verein und bestärkt unseren Entscheid, auch dieses Jahr in der NLA zu spielen», so Thomas Müller. Trotzdem sind solche drastischen Sparmass­nahmen keine schönen Aussichten für diesen Verein, der grosse Anstrengungen unternimmt, diese Sportart in der Innerschweiz zu verankern.

Längerfristig auf einem guten Weg

Thomas Müller wurde als Nachfolger von Noldi Huber in dieses Amt gewählt, weil er über ein grosses Netzwerk verfügt. Weshalb es ihm bisher nicht gelungen ist, seine Beziehungen spielen zu lassen, begründet Müller so: «Es war schwierig, kurzfristig Sponsoren an Land zu ziehen. Für die Folgesaison oder auch längerfristig sind wir aber auf gutem Weg.» Für die laufende Spielzeit sei die Budgetplanung bei potenziellen Unterstützern eben bereits abgeschlossen gewesen. Falls bis Ende November keine Lösung gefunden wird, so gibt Müller unumwunden zu, «dann müssten wir Alarm schlagen». Noch gibt er sich zuversichtlich. Schliesslich hatte er es schon einmal geschafft, 90000 Franken innert kurzer Zeit zu beschaffen. Damals ging es um die Organisation des Schweizer Basketball-Cupfinals vergangenen April in der Zürcher Saalsporthalle.

Morgen Samstag empfängt Swiss Central die ungeschlagenen Lions de Genève (18.00, Maihofhalle). Die Innerschweizer haben auf und neben dem Platz zu kämpfen wie die Löwen, um weiterhin in der NLA eine Rolle spielen zu können. Der Kampf um eine strahlende Zukunft bleibt ein harter.

René Barmettler

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