BASKETBALL: Grosses Spiel für den Kleinsten

Am Samstagabend (18 Uhr, Wartegg) trifft Swiss Central Basket im zweiten Finalrundenspiel auf Aarau. Für Spielmacher Sebastiano Morandi hat das Duell eine ganz spezielle Bedeutung.

Daniel Schriber
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30 Zentimeter Unterschied zwischen dem Kleinsten und dem Grössten bei Swiss Central: Sebastiano Morandi (links) und Luka Mandic. (Bild Domink Wunderli)

30 Zentimeter Unterschied zwischen dem Kleinsten und dem Grössten bei Swiss Central: Sebastiano Morandi (links) und Luka Mandic. (Bild Domink Wunderli)

Daniel SchriberIm «richtigen Leben» wäre Luka Mandic der Hingucker: 2,05 Meter ist er gross. Zwar noch etwas schlaksig, aber trotzdem mächtig. Ob er noch weiterwachsen wird? Der 18-Jährige zuckt mit den Schultern. Ihm wäre es recht. Der Nachwuchsnationalspieler trifft auf seiner Position auf viele gleich grosse, aber auch einige grössere Gegenspieler. Dass «2-Meter-Riesen» auf dem Platz stehen, ist im Basketball keine Seltenheit, sondern durchaus üblich. Jeremy Robinson ist fast gleich gross wie Mandic, und mit Branko Tomic und Ivo Volic kratzen bei Swiss Central Basket weitere Spieler an der 2-Meter-Marke. Die Durchschnittsgrösse des NLB-Teams liegt bei 1,91 Metern.

«Spielst du Basketball?»: Luka Mandic hat diese Frage schon oft gehört. Sebastiano Morandi nicht. Warum auch. Mit seinen 1,75 Metern mag Morandi nur knapp unter dem Schweizer Durchschnitt liegen, für Basketballverhältnisse aber ist er klein. Sehr klein. Dafür aber auch schnell – pfeilschnell. Der Student der Rechtswissenschaften lacht. «Ich war im Basketball schon immer der Kleinste und habe früh gelernt, das Beste aus der Situation zu machen.»

Er bringt Tempo und Aggressivität

Der Tessiner wechselte diese Saison zu Swiss Central. Eigentlich wollte der 25-Jährige, der in den letzten beiden Saisons bei Aarau spielte und einmal NLB-Meister und einmal Vizemeister wurde, eine Pause einlegen, um sich verstärkt auf sein Studium an der Universität Luzern zu konzentrieren. Doch als er im vergangenen Oktober als Zuschauer beim Spiel Swiss Central gegen Aarau dabei war, packte es ihn wieder. «Ich musste einfach wieder spielen», so Morandi, den alle nur Seba nennen. Und weil er nicht mehr ständig von Luzern nach Aarau ins Training pendeln wollte, suchte er den Kontakt zum SCB-Staff.

Morandis Zuzug ist für beide Seiten eine Win-win-Situation. War der Spielmacher in Aarau noch Ersatzspieler, übernimmt er bei Swiss Central eine Leaderrolle. Beim Finalrundenauftakt gegen das NLA-Team Massagno (71:79-Niederlage) standen nur die beiden Amerikaner Jeremy Robinson und Marvin Owens länger auf dem Feld als Morandi. Ein grosser Scorer (4,1 Punkte pro Spiel) ist Morandi nicht. «Aber er bringt Tempo und Aggressivität ins Spiel, besonders auch in der Defensive», lobt Spielertrainer Danijel Eric. Ausserdem gebe Morandi immer 100 Prozent. Manchmal aber sei der Neuzugang gar etwas zu schnell unterwegs. «Es kann vorkommen, dass er überdreht», weiss Eric. Er müsse noch lernen, in gewissen Situationen Tempo rauszunehmen, statt immer Vollgas zu geben, so Eric weiter.

Direktduell gegen Aarauer Vorbild

Vollgas geben – und das selbst dann, wenn ein Spiel schon verloren scheint. Das habe er von Dejan Hohler gelernt, dem Spielmacher von Aarau, erzählt Morandi. Der Slowene zählt zu den besten Spielern der NLB und ist an guten Tagen kaum zu stoppen. «Vor allem aber ist er ein super Typ und ein grosser Kämpfer», schwärmt Morandi. Seine Vorfreude auf das morgige Direktduell gegen sein Aarauer Vorbild ist gross. «Sehr gross sogar!»

Die beiden Spielmacher pflegen nach wie vor regen Kontakt. Und Morandi geht davon aus, dass er auch vor dem morgigen Spiel noch ein angriffiges und lustiges SMS von seinem Gegner bekommen wird. Seba wird es sich nicht nehmen lassen, pfeilschnell und schlagfertig darauf zu antworten. Das war schon immer seine Stärke.