BASKETBALL: SCB-Niederlage bei der Heimpremiere

Der Rahmen in der gut gefüllten Maihof-Halle hat gepasst, aus der Überraschung zur Heimpremiere wurde trotzdem nichts: Swiss Central Basket verliert gegen Monthey diskussionslos mit 66:98.

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Richard Carter, Topskorer von Swiss Central (rechts), gegen Brian Colon. (Bild Pius Amrein)

Richard Carter, Topskorer von Swiss Central (rechts), gegen Brian Colon. (Bild Pius Amrein)

Richard Carter, Topskorer von Swiss Central (rechts), gegen Brian Colon. (Bild: Pius Amrein)
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Mit 17 Punkten eine Klasse für sich: Richard Carter. (Bild: Pius Amrein)
600 Zuschauer kamen zur NLA-Premiere in die Maihofhalle. (Bild: Pius Amrein)
Topskorer Richard Carter springt höher als die gesamte Konkurrenz. (Bild: Pius Amrein)
Nikola Stevanovic von Swiss Central (rechts) erzielte 7 Punkte. (Bild: Pius Amrein)
Branko Tomic beim Einlauf in die Maihofhalle. (Bild: Urs Güttinger)
Die Spieler von Swiss Central vor dem Match. (Bild: Urs Güttinger)
Josh Sparks, einer der Ausländer, beim Aufwärmen. (Bild: Urs Güttinger)
Richard Carter setzt sich gegen zwei Spieler durch. (Bild: Urs Güttinger)
Hat den Korb im Fokus: Michael Plüss. (Bild: Urs Güttinger)
Nikola Stevanovic bei einem Dribbling. (Bild: Urs Güttinger)
Moritz Imgrüth (Bild: Urs Güttinger)
Josh Sparks versucht sich durchzusetzen. (Bild: Urs Güttinger)
Richard Carter steigt höher als sein Gegenspieler. (Bild: Urs Güttinger)
Josh Sparks im Duell mit einem Walliser (Bild: Urs Güttinger)
Wird geblockt: Richard Carter. (Bild: Urs Güttinger)
Michael Plüss erzielt einen Treffer. (Bild: Urs Güttinger)
Die Spieler von Swiss Central nach dem Match. (Bild: Urs Güttinger)

Richard Carter, Topskorer von Swiss Central (rechts), gegen Brian Colon. (Bild: Pius Amrein)

Danijel Eric hat erneut Recht behalten. Nach der 74:93-Auftaktniederlage in Boncourt von vergangener Woche, sagte Eric anschliessend: «Wenn man über 90 Punkte kassiert, kann man ein Basketballspiel eigentlich gar nicht gewinnen.» Gegen den BBC Monthey musste Swiss Central gar 98 Punkte einstecken. Und ja: Auch dieses Spiel konnte nicht gewonnen werden. Aus dem erträumten Heimsieg wurde für SCB (noch) nichts – Monthey war schlicht zu stark für den Aufsteiger aus der Zentralschweiz.

Tolle Atmosphäre bei der Premiere

Dabei war alles angerichtet für ein Innerschweizer Basketballfest: Rund 600 SCB-Anhänger sind in die Maihofhalle gepilgert, um ihr Team beim ersten NLA-Spiel seit 13 Jahren anzufeuern. Die Stimmung war heiter, phasenweise richtig gut. Das lokale Fernsehen berichtete über das Spiel genauso wie ein Radiosender aus dem Wallis, welcher die Partie live übertrug. Auch sonst war an diesem Nachmittag alles ein bisschen grösser und lauter als noch in der NLB. Selbst Monthey-Coach Niksa Bavcevic zeigte sich nach an der Pressekonferenz nach dem Spiel ehrlich beeindruckt: «Dass die Zentralschweiz wieder in der NLA vertreten ist, kann dem Sport nur gut tun.» Er wünsche dem Club genügend Ausdauer für all die schwierigen Spiele, die in der Aufsteigersaison noch folgen dürften. Spiele wie jenes vom Sonntagabend gegen seine eigene Mannschaft.

Schwache Wurfquote, zu wenig Rebounds

Wer das Resultat dieses Spiels nachvollziehen möchte, muss sich eigentlich nur den Statistikbogen zu Gemüte führen. Die Lektüre wird SCB-Coach Danijel Eric nicht viel Freude bereiten. Die Walliser waren ihren Gegnern in fast allen Kategorien überlegen – so zum Beispiel bei den Trefferquoten. Die Monthey-Spieler warfen am Sonntag starke 63,2 Prozent; SCB nur 43,8 Prozent. Besonders krass ist die Differenz bei den Distanzwürfen: Alle Swiss-Central-Spieler zusammen haben 4 von 23 Dreiern getroffen – das entspricht 17 Prozent. Zum Vergleich: Montheys Topscorer Goran Ikonic (total 21 Punkte) traf allein 5 von 8 Distanzwürfen, was einer Quote von über 60 Prozent entspricht.

Noch entscheidender als die Wurfquote, dürfte aber die Rebound-Statistik gewesen sein – also die Anzahl der gesicherten Abpraller vom Korb. Obwohl für den Durschnitts-Zuschauer nicht besonders spektakulär, ist es im Basketball nicht selten genau diese Statistik, die am Ende den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht. Denn wer die Rebounds holt, kontrolliert die wichtige Zone unter den Körben – und kommt dadurch oftmals zu zweiten oder dritten Wurfchancen, zu sogenannten «Second Chance Points». In dieser wichtigen Statistik also dominierte der BBC Monthey Swiss Central mit 37 zu 18 Rebounds. Dies wohl auch deshalb, weil bei SCB mit dem 2.05 Meter grossen Andre Stephens (Rückenprobleme) bei SCB ausgerechnet jener Spieler fehlte, der physisch am ehesten mit den Walliser Center-Spielern hätte mithalten können. Stephens Ersatz, der junge Luka Mandic, zeigte zwar eine ansprechende Leistung (9 Punkte) – gegen die athletischen und kräftigen Walliser konnte aber auch er nicht viel ausrichten.

Am Freitag gegen Massagno

Dass der Einstand in der NLA für Swiss Central Basket schwierig werden würde, war zu erwarten – nicht jedoch die Deutlichkeit der ersten beiden Niederlagen. Zwar zeigte SCB sowohl gegen Boncourt als auch gegen Monthey phasenweise guten Basketball, am Ende aber waren die Zentralschweizer jeweils tempomässig als auch technisch und physisch unterlegen. Unterkriegen lassen werden sich die Aufsteiger durch die ersten beiden Niederlagen dennoch nicht. «Wir werden weiter hart arbeiten und Schritt für Schritt Fortschritte machen», so SCB-Coach Danijel Eric. Die nächste Chance erhält Swiss Central bereits in wenigen Tagen: Am kommenden Freitag (19.30 Uhr, Wartegg) ist das ebenfalls noch sieglose Massagno in Luzern zu Gast. Das einheimische Basketball-Publikum wird dafür sorgen, dass auch bei diesem Spiel der Rahmen stimmen wird. Um den Rest müssen sich Danijel Eric und seine Spieler kümmern.

SCB/Daniel Schriber

SCB - Monthey 66:98 (34:54)

Maihof. – 600 Zuschauer. – SCB:Carter 17, Tomic, Güttinger 2, Lushaj, Wechsler, Morandi 2, Sparks 15, Mandic 9, Plüss 14, Stevanovic 7, Volic. Verletzt: Stephens. – Topscorer bei Monthey: Goran Ikonic (21 Punkte)

NLA-Rangliste, alle zwei Spiele: 1. Fribourg (4 Punkte, +58 Korbverhältnis), 2. Monthey (4, +38), 3. Genf (4, +29), 4. Boncourt (2, +7), 5. Neuchâtel (2, +2) 6. Basel (2, +/- 0), 7. Lugano (2, -5), 8. Massagno (0, -20), 9. Swiss Central (0, -51), 10. Winterthur (0, -58).