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BASKETBALL: Umzug nach Zug – oder das Aus

Die STV Luzern Highflyers haben sich für den NLB-Halbfinal qualifiziert. Trotz des sportlichen Erfolgs ist die Zukunft des Vereins ungewiss. Insbesondere Profitrainer Veljko Ilic leidet unter der schwierigen Situation.
Daniel Schriber
Gabriela Sakica (am Ball), hier gegen Baden, will mit den Highflyers den NLB-Titel holen. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. April 2017))

Gabriela Sakica (am Ball), hier gegen Baden, will mit den Highflyers den NLB-Titel holen. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. April 2017))

Daniel Schriber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Eigentlich hätte Veljko Ilic, Cheftrainer der STV Luzern Highflyers, allen Grund zur Freude. Soeben hat sein Team hauchdünn mit 50:49 gegen Baden Basket gewonnen. Damit ist klar: Die Luzernerinnen sind unter den «Final 4» der NLB-Meisterschaft. Am kommenden Samstag treffen die Highflyers im Halbfinal auf Meyrin – bei einem Sieg spielen die Luzernerinnen am Sonntag um den NLB-Titel.

Trotzdem war Ilic am Samstagnachmittag kurz nach dem Sieg gegen Baden sichtlich verärgert: «Das war alles andere als eine zufriedenstellende Leistung», so der serbische Profitrainer. Hauptsache gewonnen, könnte man sagen. «Doch so ticke ich nicht», sagt Ilic. «Wenn meine Spielerinnen nicht das umsetzen, was ich ihnen auf dem Taktikbrett vorgebe, werde ich unangenehm.»

Es gibt nur ein Ziel: den Titel

Als wir Ilic später am Rande des NLA-Spiels zwischen Swiss Central und Lausanne noch einmal antreffen, wirkt er deutlich entspannter. «Natürlich freue ich mich über die Halbfinalqualifikation.» Er werde alles dafür tun, um seine junge, aber talentierte Mannschaft am nächsten Wochenende zum Titel zu führen. Dass der Coup möglich ist, davon sind auch Nina Kane und Gabriela Sakica überzeugt. Kane, die mit ihren 27 Jahren mit Abstand die Älteste im Team ist, glaubt fest an die Qualitäten ihrer Teamkolleginnen. «Für uns gibt es nur ein Ziel: den Titel!» Nach einer fast perfekten Qualifikationsphase gibt es wenig Gründe, um am nächsten Wochenende gegen die Highflyers zu wetten. Abseits des Parketts sieht es indes weniger erfreulich aus. Der Verein hat Geldsorgen. Diese sind so gross, dass es für die Highflyers in Luzern mit grosser Wahrscheinlichkeit keine Zukunft mehr gibt. «Wir werden in der nächsten Saison nur dann in einer nationalen Liga spielen, wenn wir uns mit einem starken Partner zusammenschliessen können», sagt der langjährige Highflyers-Präsident Peter Balsiger.

Diesen Partner will Balsiger nun mit dem LK Zug gefunden haben. «Derzeit laufen Bestrebungen, die beiden Vereine zusammenzuführen.» Für Balsiger sprechen gleich mehrere Gründe für einen Umzug nach Zug: «Ich bin überzeugt, dass in Zug grosses wirtschaftliches Potenzial vorhanden ist.» Von diesem sollen die Highflyers insbesondere bei der Suche nach den dringend benötigten Sponsoren profitieren. Zudem gebe es in Zug dank vieler Expats überdurchschnittlich viele «basketballaffine» Leute. Das weiss auch Kiril Kostadinov, der junge und umtriebige Präsident der Basketball-Sektion des LK Zug. «Als die Anfrage aus Luzern kam, waren wir sofort an einer Zusammenarbeit interessiert.» Kostadinov glaubt daran, dass es in Zug nebst den Handballerinnen des LK Zug auch für eine weitere Spitzenmannschaft im Frauenbereich Platz hat. «Wir wollen keine Eintagsfliege kreieren, sondern nachhaltig wachsen.»

Obwohl sich die beiden Präsidenten in den grundsätzlichen Fragen einig sind, gibt es dennoch noch einige grosse Fragen zu klären. Völlig offen ist nämlich, ob sich die finanzielle Situation mit dem Umzug nach Zug innert der nötigen Frist klären lässt: Bis Ende Mai müssen die Highflyers entscheiden, ob sie sich auch für die nächste Saison anmelden wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Verein innert wenigen Wochen 40000 bis 50000 Franken zusammenbringen. Um das zu schaffen, hat der LK Zug auf der Crowdfunding-Plattform «Lokalhelden» eine Sammelaktion lanciert.

Kiril Kostadinov stellt klar: «Wenn es uns gelingt, dieses Ziel zu erreichen, steht dem Umzug nach Zug nichts im Weg.» Eine erfolgreiche Sammelaktion gebe dem Verein die nötige Luft, um anschliessend in Ruhe auf Sponsorensuche zu gehen und das Projekt «Highflyers Zug» nachhaltig aufzugleisen.

Trainer Ilic: «Es geht um meine Zukunft»

Wenn es nicht klappt mit dem Crowdfunding? «Diese Option existiert für mich nicht», sagt Kostadinov – im Wissen darum, dass diese Möglichkeit eben doch besteht. Was das bedeuten würde, spricht Balsiger aus: «Es wäre wohl das Ende der Highflyers.»

Sollte es tatsächlich so weit kommen, hätte eine Person ganz besonders unter der Situation zu leiden: Profitrainer Veljko Ilic. «Es geht um nichts weniger als um meine berufliche und private Zukunft», so der erfolgreiche und bei seinen Spielerinnen geschätzte Highflyers-Trainer. Bleibt die Aktion der Highflyers erfolglos, wird dem Serben wohl nichts anderes übrig bleiben, als in seine Heimat zurückzukehren. «Dieser Gedanke tut mir weh», so Ilic.

An ein solches Szenario mag bei den Highflyers im Moment niemand denken – und schon gar nicht die Spielerinnen wie zum Beispiel Nina Kane und Gabriela Sakica. «Statt uns den Kopf über etwas zu zerbrechen, das wir nicht ändern können, fokussieren wir uns lieber auf das kommende Halbfinalspiel gegen Meyrin.» Dort – und bei diesem Thema sind sich bei den Highflyers alle einig – ist alles möglich.

Hinweis

Link Crowdfunding-Aktion Highflyers: www.lokalhelden.ch/lkzug

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