Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BASKETBALL: Versöhnlicher Jahresabschluss

Swiss Central zeigt gegen Fribourg eine beherzte Leistung und führt sogar über weite Strecken des Spiels. Einmal mehr fehlte wenig zur Überraschung.
Richard Carter (am Ball) erzielt hier zwei seiner 19 Punkte für Swiss Central. (Bild Manuela Jans-Koch)

Richard Carter (am Ball) erzielt hier zwei seiner 19 Punkte für Swiss Central. (Bild Manuela Jans-Koch)

Daniel Schriber

Im Schweizer Basketball ist der Rösti­graben seit jeher Realität. Während die Top 4 der NLA allesamt in der Romandie zu Hause sind, bilden die drei Deutschschweizer Teams – Basel, Winterthur und Swiss Central – den Schluss der Tabelle. Das hat nicht nur, aber auch, mit Geld zu tun. Rund 1,5 Millionen Franken beträgt das Budget von Leader Fribourg Olympic, bei dem nebst drei ausländischen Profis auch mehrere hochkarätige Schweizer Spieler wie Jonathan Kazadi oder Roberto Kovac unter Vertrag stehen. Reist Fribourg an Auswärtsspiele, so tut die Mannschaft dies – bien sur – mit einem ansehnlichen Reisecar. Und wenn Fribourgs hitziger Coach Petar Aleksic vor oder nach einem Spiel Videoanalysen vornimmt, so macht er dies nicht vor oder nach der Arbeit, sondern hauptberuflich.

Bei Swiss Central sieht es etwas anders aus. Zwar spielen auch für SCB drei ausländische Profis – alle anderen Spieler aber betreiben Basketball als leidenschaftliches Hobby. Zirka 150 000 Franken beträgt das Vereinsbudget – es ist damit zehnmal kleiner als jenes von Fribourg. An Auswärtsspiele reist das Team mit dem Minibus oder sogar mit Privatautos – und Videoanalysen? Die macht SCB-Cheftrainer, der zu 80 Prozent als stellvertretender Filialleiter in einem Sportartikelgeschäft arbeitet, stets nach Feierabend. Mit anderen Worten: Gestern Abend trafen in der kleinen Wartegg wieder einmal zwei Basketballwelten aufeinander. Theoretisch zumindest. Auf dem Feld nämlich war davon nichts zu merken.

Überragende erste Hälfte

Was Swiss Central in den ersten 20 Minuten gegen den Rekordmeister bot, war schlicht sensationell. Die 20-Punkte-Niederlage gegen Massagno vom Freitag? Der enttäuschende Auftritt vom vergangenen Wochenende in Monthey? Von all dem war gestern nichts zu spüren. Im Gegenteil: Swiss Central spielte gegen Fribourg nicht wie ein überforderter Aufsteiger, sondern wie ein echter Mitstreiter. Die SCB-Angreifer ärgerten die Freiburger Verteidigung in der ersten Hälfte nicht nur, sie spielten sogar mehrmals Katz und Maus mit ihr. Stark zum Beispiel Richard Carter, der mit 19 Punkten nicht nur seine Qualitäten als Liga-Topscorer unter Beweis stellte, sondern der dazu auch noch 7 Assists verbuchte. Ebenfalls lobenswert waren die Auftritte von Captain Michael Plüss (14 Punkte) und dem jungen Luka Mandic (8), die immer wieder furchtlos den gegnerischen Korb attackierten – und auch die beiden anderen SCB-Amerikaner Andre Stephens und Josh Sparks wussten zu überzeugen.

Kurz: Swiss Central spielte über weite Strecken des Spiels stark.

Aleksic erneut in Rage

Und das offensichtlich zum Ärger von Fribourg-Coach Petar Aleksic. Dieser legte – wie schon vergangenes Jahr beim Cup-Duell der beiden Teams – einen beschämenden Auftritt an den Tag. Aleksic, der nebst seinem Engagement beim NLA-Leader auch noch die Schweizer Nationalmannschaft trainiert, sorgte mit seinem Geschrei und permanentem Gemotze für Kopfschütteln auf den Rängen. Dass er selbst dann nicht mit einem «Technischen Foul» bestraft wurde, als er aus Wut über einen Fehler einen Filzstift aufs Spielfeld schmetterte, hinterlässt einen zweifelhaften Eindruck von der Schiedsrichterleistung. Überhaupt schien das unpartei­ische Trio in mehreren heissen Situationen überfordert. Dass bei heiklen Situationen fast immer zu Gunsten des NLA-Leaders entschieden wurde, müssen die Aufsteiger aus der Deutschschweiz wohl oder übel akzeptieren. Hinterfragt werden darf oder muss die Leistung der Schiedsrichter trotzdem. «Die eine oder andere fragwürdige Entscheidung war sicherlich dabei», sagte auch Danijel Eric nach dem Spiel. Und damit war das Thema für ihn auch schon gegessen.

Sonst nämlich blickt der SCB-Trainer auf einen versöhnlichen Jahresabschluss zurück. Es war schliesslich eine der besten Saisonleistungen seines Teams. Dass es am Ende aufgrund eines zwischenzeitlichen Einbruchs im dritten Viertel doch nicht für den Sieg reichte, ist aus SCB-Sicht zwar schade, aber keine Schande. Wenn zwei Basketballwelten aufeinandertreffen, kommt es eben selten zu grossen Überraschungen. Viel hätte am Sonntag aber nicht gefehlt. Für Swiss Central war es der Abschluss eines aufregenden Jahres. Und SCB-Coach Eric verspricht: «2016 kommen wir noch stärker zurück.»

NLA. 13. Runde: Lions de Geneve - Union Neuchâtel 72:69. Swiss Central - Fribourg Olympic 71:80. Boncourt - SAM Massagno 71:66. Lugano Tigers - Starwings Regio Basel 92:63. Monthey - Winterthur 84:55.

Rangliste: 1. Fribourg Olympic 22. 2. Union Neuchâtel 20. 3. Monthey 20. 4. Lions de Geneve 20. 5. Lugano Tigers 18. 6. SAM Massagno 10. 7. Boncourt 8. 8. Starwings Regio Basel 8. 9. Swiss Central 4. 10. Winterthur 0.

Swiss Central - Fribourg Olympic 71:80 (38:35)

Wartegg. – 300 Zuschauer. – Swiss Central: Carter (19), Tomic, Güttinger, Lushaj, Morandi (2), Sparks (14), Mandic (8), Plüss (14), Stevanovic (4), Stephens (10).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.