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BASKETBALL: «Wir leisten so viel wie Vollprofis»

Swiss Central erstaunt: Am Tag nach dem Sensationssieg gegen Genf erklärt Cheftrainer Danijel Eric, wie es seinem Team gelingt, immer wieder für grosse Überraschungen zu sorgen.
Daniel Schriber
Kein Durchkommen bei Rhamel Brown (Nummer 4). Bild: E. Rea, Sports Images Rea (Luzern, 19. November 2016)

Kein Durchkommen bei Rhamel Brown (Nummer 4). Bild: E. Rea, Sports Images Rea (Luzern, 19. November 2016)

Danijel Eric (kleines Bild), Coach von Swiss Central Basketball, sitzt am Sonntagnachmittag mit seiner Frau Jacqueline in einem Café an der Reuss und lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Obwohl er am Freitag und am Samstagmorgen mit einer Angina im Bett lag, führte Eric sein Team am Samstagabend zu einem der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte. Der 73:70-Sieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer aus Genf sorgte auch weit über die Zentralschweiz hinaus für Gesprächsstoff. Er habe Gratulationen von Bekannten aus der ganzen Schweiz und sogar aus Kroatien erhalten, erzählt Eric lächelnd.

Danijel Eric, Gratulation zum Sieg gegen Genf. SCB bleibt im Schweizer Basketball das Gesprächsthema Nummer eins. Damit hätten Sie nicht gerechnet, oder?

Nein, tatsächlich nicht. Hätte mir jemand vor der Saison einen solchen Start angeboten, hätte ich sofort unterschrieben (lacht). Der aktuelle Erfolg ist aber kein Zufall, sondern das Resultat der guten Arbeit, die wir bei SCB seit Wochen leisten.

Gegen Genf lagen Sie zur Halbzeit mit acht Punkten zurück. Wie schaffte Ihr Team die Wende?

Eine wichtige Rolle spielte das geniale Publikum, das die Maihofhalle in einen echten Hexenkessel verwandelte. Ich bin überzeugt, dass sich diese Energie auch auf unsere Spieler übertrug.

Und spielerisch?

Der Schlüssel lag in der Verteidigung. Wir haben in der zweiten Halbzeit nur 24 gegnerische Punkte zugelassen, was extrem wenig ist. Gegen unsere Zonenverteidigung (Anm. d. Red.: Raumdeckung) fand Genf kein Mittel. Was unser Center Rhamel Brown ablieferte, war schlicht und einfach sensationell.

Da der bulgarische SCB-Top­skorer Veselinov nach drei Vierteln «ausgefoult» war, spielten Sie im entscheidenden Abschnitt mehrheitlich mit einheimischen Spielern. Ein heikler Moment?

Ein toller Moment! Einmal mehr haben unsere Schweizer Talente bewiesen, dass sie selbst gegen ein Topteam wie Genf bestehen können. Der 20-jährige Zuger Luka Mandic zum Beispiel trug mit zwei erfolgreichen Dreipunktewürfen im Schlussviertel massgeblich zum Erfolg bei. Das spricht für unseren Verein und die kontinuierliche Arbeit im Nachwuchsbereich.

Nebst der Meisterschaft sind Sie auch noch im Cup dabei. Am Montag werden die Viertelfinalpaarungen gezogen. Ihr Wunschgegner?

Ich hoffe einfach, dass wir zu Hause spielen können. Denn hier können wir jeden Gegner schlagen!

Anderes Thema: Letzte Woche wurden die Geldsorgen Ihres Vereins publik (Ausgabe vom Freitag). Wie reagierte die Mannschaft auf diese Situation?

Ehrlich gesagt war das teamintern kein grosses Thema. Die Spieler waren sich schon vor Saisonbeginn bewusst, dass die strukturelle Situation schwierig ist. Sie wissen, dass SCB finanziell nicht so stark ist, dafür aber mit anderen Eigenschaften punkten kann.

Und Sie persönlich? Die Geldsorgen werden wohl kaum spurlos an Ihnen vorbeigehen.

Natürlich bedauere ich die aktuelle Situation – vor allem wenn ich daran denke, dass unsere Spieler mindestens genauso viel leisten wie die Vollprofis der Spitzenklubs. Ich glaube aber daran, dass sich die Situation vielleicht doch bald noch verbessern könnte.

Woher kommt die Zuversicht?

SCB ist aktuell so erfolgreich, weil wir Tag für Tag ehrliche Arbeit leisten und auf und neben dem Platz immer alles geben. Ich hoffe einfach, dass solche Auftritte wie am Samstag gegen Genf auch potenzielle Sponsoren ansprechen. Leute, die ebenfalls das Potenzial von Basketball in unserer sportbegeisterten Region sehen. Leute auch, die verstehen, dass es bei SCB nicht nur um den kurzfristigen Erfolg in der NLA geht, sondern dass sich unser Verein auch in der Jugendförderung stark engagiert.

Interview: Daniel Schriberregionalsport@luzernerzeitung.chInterview: Daniel Schriberregionalsport@luzernerzeitung.ch

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