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BASKETBALL: «Wir werden kein Kanonenfutter sein»

Die Strategen von Swiss Central Basket haben sich mit Zuversicht, aber auch mit Vorsicht und Respekt für den Aufstieg in die NLA entschieden. Präsident Noldi Huber nimmt dazu Stellung.
Geht mit Swiss Central Basket künftig in der höchsten Schweizer Liga auf Korbjagd: SCB-Captain Michael Plüss (Mitte). (Bild Nadia Schärli)

Geht mit Swiss Central Basket künftig in der höchsten Schweizer Liga auf Korbjagd: SCB-Captain Michael Plüss (Mitte). (Bild Nadia Schärli)

Interview Daniel Schriber

Noldi Huber, Gratulation zum NLA-Aufstieg. Welche Bedeutung hat dieser Schritt für Ihren Verein?

Noldi Huber: Danke, aber lieber würde ich Ihre Frage nach der Bedeutung dieses Schrittes für den Basketballsport in der Zentralschweiz beantworten. Das ist für Swiss Central Basket (SCB) das wichtigste Kriterium.

Und wie lautet da Ihre Antwort?

Huber: Wir gehen davon aus, dass unser Schritt eine positive Ausstrahlung für den Basketball in der Zentralschweiz, ja sogar darüber hinaus hat. Der Aufstieg kann zudem zu einem weiteren Aufschwung unseres Projekts beitragen und das nachhaltig. Wir wollen nicht einfach im ersten Spiel die Halle füllen und danach in der Versenkung verschwinden. Dieser Aufstieg soll langfristig etwas bewirken.

Was war am Ende der ausschlaggebende Grund für den Aufstieg?

Huber: Die Tatsache, dass wir ein realistisches Minibudget zu Stande bekommen haben, ist der wichtigste Punkt. Zudem ist es uns gelungen, unsere Strukturen zu optimieren dies insbesondere im personellen Bereich. Und dann ist da noch mein Vertrauen zu einem kleinen, aber effizienten Stamm von treuen Mitarbeitern, der schon in der NLB hervorragende Arbeit geleistet hat.

Der Vorstand sagte einstimmig Ja zum Aufstieg. War der Schritt tatsächlich unbestritten?

Huber: Der Entscheid war unbestritten, aber nicht unreflektiert. Sicher, ein Risiko bleibt, aber wir stürzen uns nicht in ein waghalsiges Abenteuer.

Stets war die Rede von 100 000 Franken, die für den Aufstieg zusätzlich benötigt werden würden. Haben Sie dieses Geld aufgetrieben?

Huber: Nein, aber durch unsere Bemühungen ist zumindest ein kleiner Teil dazugekommen.

Warum lässt sich der Aufstieg nun dennoch realisieren?

Huber: Interne Kosteneinsparungen machen es möglich, dass wir der Liga ein Minimalbudget einreichen konnten. Gespart wurde zum Beispiel beim Personal. Wir sind zuversichtlich, dass die Liga zum Budget Ja sagt. Weil auch der BC Winterthur aufsteigt, entsteht mit einem Schlag aus einer Achter- eine Zehnerliga mit drei Deutschschweizer Teams. Davon profitiert der Basketball in der ganzen Schweiz.

Wie hoch ist das Budget für die kommende Saison?

Huber: Unser Budget gehört mit Sicherheit zu den tiefsten der NLA. In der NLB betrug es rund 100 000 Franken nun ist es rund um die Hälfte höher.

Kommt da nicht Angst auf, dass SCB nächstes Jahr Kanonenfutter sein könnte?

Huber: Angst ist ein schlechter Begleiter. Im Gegenteil: Ich bin zuversichtlich, dass wir auch mit diesem Budget im unteren Drittel der NLA mithalten können. Ich hege grosses Vertrauen in unseren Staff und gehe davon aus, dass Teams wie beispielsweise Boncourt, Winterthur oder Massagno in unserer Reichweite liegen. Wir werden kein Kanonenfutter sein!

Steht die Mannschaft schon?

Huber: Nein. Unser Staff hat aber ein Konzept im Kopf, wie die Mannschaft aussehen könnte. Entscheidend ist, dass die Schweizer Schlüsselspieler wie zum Beispiel Captain Michael Plüss oder Ralph Güttinger ihre Zusage für die kommende Saison gegeben haben. Für sie geht mit dem Aufstieg ein Traum in Erfüllung. Auch unsere Nachwuchsspieler darunter zwei Juniorennationalspieler – werden bleiben. Selbstverständlich werden aber auch neue Spieler dazukommen müssen.

Gibt es Wunschspieler?

Huber: NLB-Meister Aarau hat diese Woche leider seinen Rücktritt aus der Meisterschaft bekannt gegeben. Der Luzerner Nikola Stevanovic spielte bei Aarau und ist auch bei SCB gross geworden. Wenn er auf uns zukommt, ist das für uns ein Thema. Das gilt auch für andere valable Spieler.

Was ist mit den Amerikanern, die letztes Jahr dabei waren?

Huber: Auch diese Frage ist im Moment noch offen.

Nebst den finanziellen und den sportlichen Herausforderungen stellt sich die Frage: Ist SCB auch strukturell bereit für den Aufstieg?

Huber: Nach Anpassungen in der Führungsstruktur und der Infrastruktur sind wir der Meinung: ja. Ein Beispiel dafür ist die Schaffung einer neuen Geschäftsstelle, die fortan in einem Teilpensum geführt wird.

Sie selber treten als Präsident und Vorstandsmitglied zurück und werden den Verein nur noch punktuell in einzelnen Bereichen unterstützen. Wer wird Ihr Nachfolger?

Huber: Das kann ich noch nicht sagen. Nach einigen Absagen haben wir noch immer den einen oder anderen Kandidaten im Kopf. Zugesagt hat aber bisher keiner.

Wer übernimmt dann die Vereinsführung in dieser wichtigen Phase?

Huber: Wir befinden uns in einer Übergangsphase, wenn auch in einer guten. Die Hauptverantwortung trägt Vizepräsident Norbert Valis. Er garantiert in Zukunft die zwingend nötige einheitliche Führung. Darüber hinaus haben wir eine weitere Strukturanpassung vorgenommen: Die Verantwortlichkeiten für die Elite- und die Nachwuchsabteilung werden fortan voneinander getrennt.

Was passiert mit den SCB-Spielern, die (noch) kein NLA-Niveau haben?

Huber: Das ist eine ganz zentrale Frage: Daher planen wir, diese Spieler in einem Farmteam 1. Liga, regional, spielen zu lassen, wo sie sich auf das NLA-Niveau vorbereiten können. Hinzu kommt, dass wir in unseren Stammvereinen mehrere 1.-Liga- bis 3.-Liga-Teams haben. Auch das sind Optionen für überzählige SCB-Spieler.

Nochmals die Frage: Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für den Aufstieg?

Huber: Ich bin zuversichtlich, dass man zu diesem Zeitpunkt eine nachhaltige Aufstiegslösung mit Bestand gefunden hat. SCB gibt es nun seit fünf Jahren und jedes Jahr sind wir etwas stärker geworden. Vernunft, aber auch Wille, etwas Mut und Begeisterung für das Projekt NLA sind vorhanden. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Schritt auch Begeisterung wecken können.

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