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Bayern demonstrieren Gelassenheit

Bei Bayern München betrachtet man das 0:2 in Berlin als Betriebsunfall. Negative Folgen für die Champions League am Dienstag gegen Ajax Amsterdam befürchten Trainer und Spieler nicht.
Nikolaj Stobbe (SID)
Bayerns Thiago (links) kämpft mit dem Berliner Ondrej Duda um den Ball. Am Ende behält Hertha in diesem Spiel die Oberhand. (Bild: Michael Sohn/AP (Berlin, 28. September 2018)

Bayerns Thiago (links) kämpft mit dem Berliner Ondrej Duda um den Ball. Am Ende behält Hertha in diesem Spiel die Oberhand. (Bild: Michael Sohn/AP (Berlin, 28. September 2018)

Formkrise? Schwächephase? Nein! Trainer Niko Kovac wollte nach dem schmerzhaften 0:2 bei Hertha BSC am Freitag und dem zweiten Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg keinen Negativtrend ausmachen. Vor dem Heimspiel in der Champions League am Dienstag gegen Ajax Amsterdam war dem Trainer des deutschen Rekordmeisters Bayern München nicht bange. «Ich sehe das alles sehr entspannt, weil ich weiss, dass wir Chancen hatten», sagte der 46-Jährige nach Bayerns erster Pflichtspielniederlage unter seiner Regie. Vor seiner Heimspiel-Premiere in der Königs­klasse gab der Coach eine klare Marschroute aus: «Wir wollen natürlich drei Punkte einfahren, um dort beruhigter in die nächsten Spiele zu gehen.»

Kovac räumte aber auch ein, dass die jüngsten Ergebnisse durchaus Anlass zu Zweifeln geben könnten. «Es ist natürlich klar, dass man jetzt nur die letzten beiden Spiele sieht», sagte der Kroate. Wenn man aber nach neun Pflichtspielen die erste Niederlage kassiert, «ist das gar nicht so schlecht, auch wenn unsere Ansprüche natürlich andere sind.»

Müller: «Die Realität hat uns eingeholt»

Torhüter Manuel Neuer sah ebenfalls keinen Grund, vor negativen Auswirkungen auf das Ajax-Spiel zu warnen. «In der Champions League ist alles im Soll. Von daher brauchen wir jetzt nicht über die Champions League zu sprechen», meinte der Captain. «Innerhalb der Mannschaft bleiben wir ruhig.» Die Niederlage gegen Berlin dürfte die Bayern am Ende aber doch mehr geschmerzt haben, als er öffentlich zugeben wollte. Beide Teams standen sich im ersten Durchgang mit offenem Visier gegenüber, beide drängten mit spielerischen Mitteln auf den Sieg – doch Hertha fand die besseren Räume und gewann am Ende verdient. Für Thomas Müller ­waren eher höhere Kräfte ausschlaggebend. «Das Spielglück ist nicht auf unserer Seite. Vor einer Woche hatte man noch den Eindruck, wir sind unbesiegbar, jetzt hat uns die Realität eingeholt», sagte der Nationalspieler. «Das ist dann einfach eine Sache von Qualität. Wir müssen einfach mal in Führung gehen», forderte Verteidiger Joshua Kimmich.

Angriff lässt Effektivität vermissen

Gelegenheiten zu Toren hatte es genug gegeben. Ob Robert Lewandowski und Arjen Robben im ersten Durchgang oder Müller und Sandro Wagner in der Schlussphase – der Angriff liess die Effektivität vermissen. «Wir arbeiten daran, tagtäglich, damit wir besser werden. Das kann ich garantieren», versprach Kovac.

Eingeleitet wurde die erste Niederlage gegen Hertha Berlin seit 2009 allerdings durch grobe Fehler in der Hintermannschaft. Das sah auch Kovac so. Seine Mannschaft habe «Tore zugelassen, die wir so niemals kassieren dürfen», schimpfte der Cheftrainer. Gemeint war vor allem Je­rome Boateng. Der frühere Herthaner verursachte mit seinem unnötigen Foul gegen Salomon Kalou den Elfmeter, den Vedad Ibisevic zum 1:0 (23.) verwandelte. «Eigentlich geht das nicht», meckerte Kovac. Auch beim 0:2 durch Ondrej Duda (44.) patzte die Bayern-Abwehr hinten links. «In der ersten Halbzeit sind wir nicht zu 100 Prozent präsent gewesen», meinte Goalie Manuel Neuer, den keine Schuld an der Niederlage traf.

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