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BEACHVOLLEYBALL: Das Beachvolleyball-Turnier hängt am seidenen Faden

Die Zeit drängt: Wenn es den Organisatoren in der kommenden Woche nicht gelingt, genügend Kapital für die Gründung einer Aktiengesellschaft zu generieren, findet das Beachvolleyball-Turnier in Luzern zumindest in diesem Jahr nicht statt.
Thomas Heer
Blick vom Dach des Verkehrshauses auf die Beachvolley-Arena im Lido. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 16. Mai 2016))

Blick vom Dach des Verkehrshauses auf die Beachvolley-Arena im Lido. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 16. Mai 2016))

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Sein oder Nichtsein von Sportveranstaltungen hängt von vielerlei Faktoren ab. Was bis vor rund 50 Jahren noch möglich war, nämlich ein Automobil-Bergrennen im Wettkampfmodus auf der Strecke Hergiswaldbrücke Richtung Eigenthal, wäre heute undenkbar. So etwas würde von den Behörden nie und nimmer mehr abgesegnet. Zu gefährlich. Und ebenso schlägt sich im Jahr 2017 kein potenzieller Organisator mit der Idee herum, Motocross-Läufe auf der Allmend – wie vor Jahrzehnten noch durchgeführt – zu organisieren. Der erbitterte Widerstand der stets wachsenden Bevölkerung rund um das Naherholungsgebiet wäre programmiert.

Aber auch Events, die weder in hohem Masse gefährlich noch besonders umweltschädigend sind, verschwinden von der Bildfläche. So geschehen mit dem Concours Hippique Luzern CSIO. Bis in die 1970er-Jahre an idyllischer Lage auf der Hausermatte abgehalten, wurde der Anlass später vor allem wegen eines politischen Entscheides auf die Allmend verlegt. Am neuen Standort kam es dann 2006 zum letzten Ritt. Ohne die einmalige Location auf der Hausermatte direkt am See hatte der Anlass seine Seele verloren. Oder um einen Ausdruck aus dem Marketing zu bemühen, der «unique selling point» war damit weg. Unweit der Hausermatte, auf der Lidowiese, ging in der jüngeren Vergangenheit ein viel beachteter Sportanlass über die Bühne – auch wenn dieser nicht im gleich hohem Masse wie der CSIO über die Landesgrenzen hin­ausstrahlt: das international besetzte Beachvolleyball-Turnier. Als Höhepunkt des Luzerner Beachvolleyballs dürfen die U21-Weltmeisterschaften vom letzten Jahr betrachtet werden.

Wie die «Zentralschweiz am Sonntag» bereits am 14. Mai schrieb, steht es um das Turnier aber nicht gut. Denn die Organisatoren schlagen sich mit finanziellen Problemen herum. Seit vergangenem Februar steht der Verein Pro Beachvolleyball Luzern, präsidiert von Marcel Bourquin, in Nachlassstundung. Bis Ende Mai hatten die Gläubiger Zeit, ihre Forderungen gegenüber dem Verein geltend zu machen. Total belaufen sich die Schulden auf mehrere hunderttausend Franken. Das Insolvenzverfahren wird vom Stadtluzerner Sachwalter Alain Bachmann abgewickelt.

Die finanziellen Turbulenzen führten denn auch dazu, dass das Beachvolleyball-Turnier, nicht wie ursprünglich geplant, bereits im Mai gespielt wurde, sondern auf den September verschoben werden musste. Aus Sicht der Stadtverwaltung waren die Rahmenbedingungen für die Durchführung im Frühling nicht gegeben (wir berichteten).

Sachwalter zeigt sich verhalten optimistisch

Nun müssen Präsident Bourquin und sein Team alles daran setzen, damit der Anlass in einigen Wochen doch noch durchgeführt werden kann. Und dazu ist eine neue Trägerschaft in Form einer Aktiengesellschaft nötig. Geplant war, dass diese AG bereits Ende Mai hätte installiert sein sollen. Bourquin ist aber nach wie vor auf Geldsuche, sprich Darlehens­gebern oder Aktionären. Gemäss Bachmann laufen derzeit entsprechende Verhandlungen.

Definitiv unterschriebene Zusagen liegen aber offenbar noch keine vor – oder zumindest nur in unzureichendem Ausmass. Bachmann sagt: «Ich sehe nach wie vor Möglichkeiten, damit das Vorhaben gelingen kann.» Zur AG-Gründung haben die Veranstalter aber nur noch bis zum 30. Juni 2017 Zeit. Ab diesem Datum will der Internationale Beachvolleyball-Verband gemäss Bourquin definitiv wissen, ob eine Trägerschaft für die Abwicklung des Turniers im September steht. Gelingt dies nicht, gibt es im Herbst kein internationales Beachvolleyball in Luzern – und das vielleicht für immer.

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