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BEACHVOLLEYBALL: Die Rettung ist gescheitert

Das internationale Turnier auf dem Lido-Areal findet im September nicht statt. Und das trotz Schützenhilfe aus Deutschland.
Das Beachvolleyball-Turnier in Luzern muss aus dem diesjährigen Turnierkalender gestrichen werden. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 16. Mai 2016))

Das Beachvolleyball-Turnier in Luzern muss aus dem diesjährigen Turnierkalender gestrichen werden. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 16. Mai 2016))

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Der Retter hätte aus Leipzig kommen sollen: Frank Grundei (57), in der Fleischbranche tätig, kämpfte bis zuletzt dafür, dass das Turnier der World Tour im Luzerner Lido stattfinden kann. Grundei, der selber mit Volleyball nichts zu tun hat, kommt mit Cowboyhut und Sonnenbrille zum Gespräch mit unserer Zeitung. «Es tut mir leid, ihnen mitteilen zu müssen, dass wir das Turnier im September nicht durchführen können.»

Rückblende: Nachdem das Turnier in den Jahren 2015 und 2016 veranstaltet worden war, wurde klar, dass der organisierende Verein Pro Beachvolleyball Luzern mit grossen finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Der Verein um Präsident Marcel Bourquin befindet sich in Nachlassstundung («Zentralschweiz am Sonntag» vom 25. Juni). Daraufhin sollte eine neue Trägerschaft eingesetzt werden, die einerseits den maroden Verein saniert, andererseits das diesjährige Turnier veranstaltet. Angedacht war die Gründung einer Aktiengesellschaft. Wie Grundei am Donnerstag erklärte, sei dieses Unterfangen geglückt: «Die AG steht.» Konkret wurde eine nicht mehr operative Aktiengesellschaft übernommen, die als neue Trägerin auftreten sollte. Zusammen mit vier anderen Personen habe Grundei «Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um das zu schaffen». Einer der Involvierten war Urs Felix, Inhaber des Treuhandunternehmens Law Felix AG mit Sitz im zürcherischen ­Opfikon. Auf Anfrage sagt er: «An der Finanzierung der Gesellschaft hat es nicht gelegen.» Diese hätte laut Felix über ein Gesellschaftskapital von 500000 bis 700000 Franken verfügen sollen. Ihm sei die Zusage von rund 30 Personen vorgelegen, die zusammen kurzfristig an die 120000 Franken hätten einschiessen können. Gleichzeitig hätte er auch die Zusicherung eines Mäzens gehabt, der knapp 300000 Franken beisteuern wollte – mit Aussicht auf mehr: «Der Kapitalnachweis lag auf meinem Tisch.»

Organisatoren kritisieren die Stadt

Wieso also das Aus? Gemäss Frank Grundei war eine simple Formalität ausschlaggebend für das Todesurteil des Turniers: Die designierten Veranstalter hatten bis Mittwochabend Zeit, eine neue Trägerschaft zu präsentieren. Das war eine Vorlage des nationalen Volleyballverbandes, der Planungssicherheit wollte. «Die Überschreibung der alten Gesellschaft auf die neue brauchte aber mehr Zeit», so Grundei. Nun macht er den städtischen Behörden einen Vorwurf: «Die Stadt hätte so kulant sein können, uns als Trägerorganisation anzuerkennen, auch wenn die Überschreibung noch nicht komplett abgewickelt war.» Auf die Vorwürfe angesprochen erklärt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen bei der Stadt Luzern: «Uns liegen weder der Nachweis über eine neue Trägerorganisation noch die erforderlichen Konzepte vor.»

Die Geschichte ist verzwickt, vieles ist unklar, teilweise widersprechen sich die Äusserungen der Beteiligten. Und eine Frage ist noch offen: Welche Rolle spielte Marcel Bourquin bei der Aktion? Gar keine. Er gehörte nicht zur fünfköpfigen Rettungsequipe. Er möchte sich denn auch nicht zum Geschehenen äussern. «Ich fokussiere meine Energie jetzt auf das Jahr 2018. Mein Ziel ist es, dass wir dann wieder ein Beachvolleyball-Turnier in Luzern haben», sagt er.

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