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BEACHVOLLEYBALL: Ein Strand-Duo ganz ohne Chefin

Esther Rohrer und Vera Bachmann vertreten die Schweiz an der U-21-WM in Luzern. Die beiden sprechen über den Druck und darüber, was sie an ihrer Beachpartnerin mögen.
Bereit für den grossen Auftritt vom Donnerstag: Vera Bachmann (links) aus Sempach und Esther Rohrer aus Alpnach. (Bild Roger Grütter)

Bereit für den grossen Auftritt vom Donnerstag: Vera Bachmann (links) aus Sempach und Esther Rohrer aus Alpnach. (Bild Roger Grütter)

Theres Bühlmann

Beide sind sie gross gewachsen und blond, die eine hat die Matura bereits im Sack, die andere steht kurz davor, beide sind aufgeschlossene und fröhliche junge Frauen mit einer grossen Affinität zum Volleyball. Bei so vielen Gemeinsamkeiten muss ein Duo ja harmonieren. Und sie harmonieren bestens, die 20-jährige Vera Bachmann (Sempach Station) sowie die 19-jährige Esther Rohrer aus Alpnach. So optimal, dass sie sich bei ihrem allerersten gemeinsamen Einsatz bei den Trials Ende April in Luzern den Sieg und damit das letzte zu vergebene Ticket für die WM holten.

Einstige Konkurrentinnen

Ihre Wege haben sich in der Vergangenheit immer wieder gekreuzt – als Gegnerinnen. Vera Bachmann spielte unter anderem im Rahmen der Hallenmeisterschaft bei Neuenkirch und Esther Rohrer bei Volleya Obwalden, und auch im Beachvolleyball standen sie sich oft als Konkurrentinnen gegenüber. Weil man sich im Leben ja bekanntlich immer zweimal sieht, fanden sie sich beim NLA-Verein Volley Top Luzern in der vergangenen Saison im gleichen Team wieder und verstanden sich auf dem Feld wie auch ausserhalb der Halle bestens. «Dass wir uns im Sand nach nur drei Wochen Training fast blind verstehen, rührt klar aus dem Engagement bei Volley Top Luzern her», sagt Esther Rohrer, die im Juni die Matura abschliesst.

Eine gewisse Nervosität

Dieses blinde Vertrauen müssen sie nun ab morgen Donnerstag auf dem Centre-Court im Luzerner Lido unter Beweis stellen. Als einziges Innerschweizer Duo, welches sich für diese WM qualifizieren konnte, stehen sie nun im Fokus. Doch von der Erwartungshaltung lassen sie sich nicht unter Druck setzen, auch wenn nun vermehrt Verwandte und Bekannte die Spiele besuchen. «Ich sehe dies als Unterstützung», sagt Vera Bachmann, «und werde die Auftritte im Centre-Court geniessen.» Und Esther Rohrer schiebt nach: «Wir lassen uns nicht aus dem Konzept bringen, wir sind als Duo locker drauf.»

Beide Spielerinnen verhehlen aber nicht, dass doch eine gewisse Nervosität vorhanden ist. Vielleicht hilft da ihr probates Mittel, welches vor den jeweiligen Einsätzen zum Zuge kommt: zusammen etwas essen, egal was auch immer.

Trainings in Luzern

Rund 10 Stunden pro Woche beträgt das Trainingspensum des Duos für seine Beachvolleyballkarriere. Die Sandtrainings, rund acht Stunden, werden in Luzern bei Max Meier und Christian Ruff abgehalten. Diese Übungseinheiten sollen nun an der WM Früchte tragen, denn das Ziel ist klar definiert: «Wir möchten in unserem Pool mindestes unter den drei besten Teams hervorgehen, dann sind wir weiter», sagt Esther Rohrer. Die Auslosung findet heute statt.

Zur Erklärung für alle Nicht-Beachvolleyball-Fans: Ein Pool besteht aus vier Teams. Jedes Duo bestreitet drei Spiele, die Sieger sind direkt im Achtelfinal, die Plätze 2 und 3 sind eine Runde weiter, der Letztplatzierte scheidet aus.

Beide Volleyballerinnen weisen eine respektable Grösse auf, Esther Rohrer, die den Part der Blockspielerin innehat, misst 183 Zentimeter, Vera Bachmann, die Abwehrspielerin, 178 Zentimeter. Doch beide werden von den Weltbesten, die mindestens 190 Zentimeter gross sind, überragt. «Die Differenz müssen wir mit unserem Sprungvermögen kompensieren», sagt Esther Rohrer. Und dies bedeutet: Sprungkraft trainieren – und nochmals trainieren.

Perfekte Ergänzung

Für beide ergänzen sich Hallenvolleyball und Beachvolley bestens. «So können wir auch nach Ende der Meisterschaft im April nahtlos im Freien weitermachen», so Esther Rohrer, die sich auch schon international gut in Szene setzte. Bei der U-19-WM 2014 in Porto holte sie sich zusammen mit Dunja Gerson, die übrigens in Luzern mit Selina Marolf ebenfalls gesetzt ist, Platz 5, und an den Olympischen Jugendspielen im chinesischen Nanjing Platz 9. 2013 stand sie zusammen mit Michelle Hodel an der U-19-Schweizer-Meisterschaft ganz zuoberst auf dem Podest.

Auch Vera Bachmann, die zurzeit ein Praktikum im SPZ Nottwil absolviert, kann auf nationaler Ebene mit Podestplätzen und Siegen aufwarten, unter anderen mit einer bronzenen Auszeichnung an der U-19-SM 2014 zusammen mit Julia Schmidlin, einer U-17-Goldmedaille 2012, und im letzten Jahr verpasste dieses Duo mit Platz 4 (U 21) das Podest nur knapp.

Kein Streit, höchstens Neckereien

Doch dies ist Vergangenheit, die Zukunft gehört Bachmann/Rohrer, «denn wir bleiben als Duo zusammen», und das kommt wie aus der Pistole geschossen. Wer hat eigentlich bei diesem eingespielten Team das Sagen? «Eine Chefin gibt es bei uns nicht», sagt Esther Rohrer – und Vera Bachmann nickt zustimmend.

Das Duo schätzt die gegenseitige, die aufgestellte und lockere Art. Und was, bitte schön, nervt an der Mitspielerin? «Dass ich immer auf Esther warten muss», sagt Vera Bachmann. Und diese kontert: «Du benutzt immer meine Sonnencreme» – und über diese Neckereien können beide herzlich lachen.

Unterstrichen werden die Neckereien von beiden dann so: «Streit, nein, das gibt es bei uns nicht.»

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