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BEACHVOLLEYBALL: Lettlands erfolgreicher Export

Das lettische Duo Janis Smedins/Aleksandrs Samoilovs gehört zur Weltspitze und strebt in Luzern den Final an. Ein Team, das durch sein unkonventionelles Auftreten heraussticht.
Sind dieser Tage bester Laune und geniessen die Zeit in Luzern - beides nicht nur wegen des Sports: Janis Smedins (links) und Aleksandrs Samoilovs. (Bild: Heinz Steimann)

Sind dieser Tage bester Laune und geniessen die Zeit in Luzern - beides nicht nur wegen des Sports: Janis Smedins (links) und Aleksandrs Samoilovs. (Bild: Heinz Steimann)

Interview Claudio Zanini

Ihr erster Turniertag am Luzerner World Tour Open ist für Aleksandrs Samoilovs (30) und Janis Smedins (27), die Favoriten aus Riga, durchwachsen verlaufen: zwei Spiele nur ein Sieg. Zwischen ihren Einsätzen nahmen die Vize-Europameister 2013 und 2014 sowie Sieger der World Tour 2013 und 2014 am Ufer des Vierwaldstättersees Platz. Smedins blickt Richtung Seebrücke und sagt: «Letztes Mal, als ich hier war, fand ein riesiges Feuerwerk über dem See statt.» Es ist der Beginn eines Interviews, in dem die beiden über ihre Erinnerungen an Luzern, die Bedeutung von Beachvolleyball in ihrer Heimat und kürzliches Vaterglück sprechen.

Aleksandrs Samoilovs, Sie haben soeben Ihr erstes Gruppenspiel gegen das amerikanische Team Olson/Bates gewonnen. Sie waren beide sehr ruhig während des Spiels im Gegensatz zu den Amerikanern.

Aleksandrs Samoilovs: Interessant, dass Sie das so wahrgenommen haben. Wir waren schon sehr konzentriert, da es unsere erste Partie in diesem Turnier war. Aber fragen Sie mal die anderen Spieler auf der Tour die sagen über uns: «Die beiden Letten sind die Emotionalsten.»

Wann sind Sie in Luzern angekommen?

Janis Smedins: Erst am Mittwoch. Das ist eigentlich relativ knapp dafür, dass wir am Donnerstag bereits zum ersten Mal im Einsatz standen. Aber Aleksandrs hatte noch einen äusserst wichtigen Termin.

Jetzt bin ich aber gespannt.

Samoilovs: Ich bin zum ersten Mal Vater geworden. Am Dienstag hat meine Frau einen Jungen zur Welt gebracht. Deshalb sind wir einen Tag später angereist.

Gratulation. Wie gefällt es Ihnen denn hier in Luzern?

Smedins: Sehr gut. Ich war 2006 bereits hier an den Masters. Ich mag mich noch erinnern, dass ich auf der grossen Brücke stand und ein riesiges Feuerwerk über dem See war.

Samoilovs: Bei mir ist es auch so. Ich kam 2006 nach Luzern, spielte aber noch nicht mit Janis zusammen. Ich war damals wirklich erstaunt, als ich in ein Restaurant ging und alles so extrem sauber war. Da hatte es sogar Sofas im Restaurant. Das ist mir geblieben (lacht).

Seit 2013 spielen Sie nun schon zusammen und klassierten sich seitdem bis auf zwei Ausnahmen bei sämtlichen Turnieren der World Tour in den Top Ten. Ich nehme an, Sie müssen nebst dem Sport nicht mehr arbeiten.

Smedins: Das stimmt. Ich denke, es geht allen Teams so, die sich dauerhaft in den Top Ten platzieren. Wir verdienen genug, um davon zu leben. Natürlich haben wir auch Sponsoren und werden zu einem Teil staatlich unterstützt. Wir üben diesen Sport mittlerweile als Profis aus.

Samoilovs: Aber trotzdem kann man nicht ein Leben lang Beachvolleyball spielen. Daher bin ich daran, mein Masterstudium in Jura abzuschliessen.

Welchen Stellenwert geniesst eigentlich Beachvolleyball in Lettland?

Smedins: Ich denke, seit meiner olympischen Bronzemedaille 2012 mit Martins Plavins hat sich der Stellenwert markant verbessert. In den Sommermonaten sind die Courts an unseren Stränden daheim eigentlich permanent besetzt. Da wird ununterbrochen gespielt. Man fordert ein Team heraus, und wenn man gewinnt, bleibt man auf dem Feld. Aber für uns wäre das nicht so lustig, dort mitzuspielen. Ich hoffe, dass ich es noch erleben darf, ein Grand-Slam-Turnier im eigenen Land zu bestreiten das wäre wunderbar.

Kommen wir zu Ihnen: In Lettland ist es im Winter bestimmt zu kalt, um im Freien zu trainieren. Wie bereiten Sie sich da auf die Saison vor?

Samoilovs: Nach Neujahr sind wir zusammen mit einem anderen lettischen Team für zweieinhalb Monate nach Ägypten gegangen, um uns richtig vorbereiten zu können. Da haben wir fünfmal pro Woche trainiert. Aber jetzt haben wir schon rund sieben Monate keinen Ernstkampf mehr gehabt. Deshalb sind wir ein wenig erstaunt, dass es im ersten Spiel heute so gut geklappt hat.

Janis Smedins, Sie haben früher im Winter zusätzlich noch in der deutschen Bundesliga Volleyball gespielt, beim SCC Berlin und Moerser SC. Was reizt Sie an Beachvolleyball mehr?

Smedins: Beim Volleyball kannst du eingewechselt werden und während drei Minuten keine einzige Ballberührung haben. Oder du sitzt auf der Bank und spielst keine Sekunde. Beachvolleyball ist aus meiner Sicht viel aktiver, direkter, und die Kommunikation ist einfacher. Ich denke, deswegen habe ich vor drei Jahren aufgehört, Indoor-Volleyball zu spielen.

Am Sonntag findet der Final der Männer statt. Sind Sie dann noch hier?

Samoilovs: Natürlich (lacht). Wir gehen eigentlich immer an ein Turnier, um in den Final zu kommen. Deshalb hoffe ich, dass uns dies auch hier in Luzern gelingt.

Sie werden nun eine längere Pause haben bis zum nächsten Spiel am Abend. Also Videoanalyse im Hotel oder die Stadt erkunden?

Smedins: Nein, wir machen keine Videoanalysen. Vielleicht sind wir sogar eines der wenigen Teams, die die eigenen Spiele nicht filmen. Wir haben auch keinen Coach hier. Es bringt mehr, sich die anderen Teams in den Pausen anzuschauen und dann im Hotel ein bisschen auszuruhen.

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