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BEACHVOLLEYBALL: Seit 20 Jahren organisiert er ein nationales Turnier in Sarnen

Seit fast 20 Jahren organisiert Raphael Zurgilgen in Sarnen ein nationales Turnier. Die Atmosphäre ist familiär, zieht aber auch bekannte Sportler an, wie das Wochenende zeigt.
Stephan Santschi
Reto Willimann beim Smash, beobachtet von Raphael Zurgilgen (rechts). (Bild: Roger Grütter (Sarnen, 6. Mai 2018))

Reto Willimann beim Smash, beobachtet von Raphael Zurgilgen (rechts). (Bild: Roger Grütter (Sarnen, 6. Mai 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@regionalsport.ch

Der Rollenwechsel muss schnell gelingen, was an diesem Sonntagvormittag eher schwierig ist: Vor ein paar Minuten verliess Raphael Zurgilgen einen der vier Sandplätze noch fluchend, weil er das Startspiel mit Kollege Reto Willimann überraschend verloren hatte. Jetzt ist er nicht mehr Spieler, zumindest nicht bis zu seinem nächsten Einsatz, jetzt schlüpft er vorübergehend wieder in seine Funktion als Organisator des A3-Turniers. «Sie treffen mich gerade in schlechter Stimmung», sagt der Sarner, die Niederlage nagt an ihm. Auch mit 35 Jahren hat er nichts von seinem Herzblut für den Volleyballsport eingebüsst.

Zurgilgen trägt das Beachvolley-Turnier im Sarner Seefeld seit fast 20 Jahren aus, «seit ich es als 16-Jähriger im Rahmen meiner Maturaarbeit erstmals tat». Am Samstag traten die Frauen an, am Sonntag die Männer. Der Rahmen ist familiär, was mit der Kategorie des Anlasses zusammenhängt. A3 ist die dritthöchste Klasse nationaler Turniere, die Anforderungen im Reglement sind daher vergleichsweise gering. «Ich habe mir auch schon überlegt, ob ich auf ein A2-Niveau ausbauen will.» Der Aufwand, auch in finanzieller Hinsicht, hielt ihn bisher davon ab. «Dann bräuchten wir Tribüne, Rahmenprogramm, Speaker und Schiedsrichter.»

Der Vater wirkt als DJ, die Mutter rüstet den Salat

Am Charme der Veranstaltung an den Gestaden des Sarnersees ändert dies nichts, im Gegenteil. Im Vergleich zu anderen Turnieren auf A3-Stufe kümmert man sich hier fast schon rührend um die Athleten. Hansjörg Zurgilgen, der Vater von Raphael, fungiert als DJ und Grillmeister, Mutter Edith rüstet gerade die Gurken für den Mittagssalat. Auch Bananen und Kraftmüesli stehen zum Verzehr bereit. Nur Zuschauer hat es kaum, «vielleicht sollte ich etwas mehr Werbung machen. Der Sport, der hier geboten wird, ist wirklich gut», betont Zurgilgen.

Wie recht er mit dieser Einschätzung hat, zeigt nur schon der Blick auf das Teilnehmerfeld der Männer. Mit Sébastien Chevallier und Alexei Strasser war der aktuelle Schweizer Meister im Beach- und Snowvolleyball zu Gast, auch Teams aus der Slowakei und Tschechien sind am Start. «Die Felder und der Sand sind in gutem Zustand, die Gegend ist sehr schön. Zudem habe ich gute Erinnerungen an Sarnen, hier holte ich als U21-Junior den ersten Turniersieg meines Lebens», erzählt Chevallier und lacht.

Topcracks holen sich in Sarnen Spielpraxis

Der 30-jährige Genfer, einst Olympia-, WM- und EM-Teilnehmer, betreibt Beachvolleyball seit 2015 nicht mehr als Profi, Priorität hat das Masterstudium als Sekundarlehrer. Dasselbe gilt für den ebenfalls 30-jährigen Zürcher Alexei Strasser, der 2016 in Folge von Unstimmigkeiten mit dem Verband vom Spitzensport zurücktrat. Er hat mittlerweile ein Unternehmen für den Vertrieb gesunder Snacks gegründet und fungiert als Berater für Start-up-Unternehmen im Bereich von Blockchain-Technologien.

Im Zentrum stehen deshalb der Spass am Sport und das Sammeln von Spielpraxis, am Sonntag erhielten die ehemaligen Nationalspieler von beidem reichlich. Erst im Final mussten sie sich dem Berner Duo Jonas Kissling/Mats Kovatsch beugen. «Wir spielen zwar nicht mehr so stabil wie auch schon. Mit der Erfahrung und dem Background aus über zehn Jahren auf höchstem Niveau können wir aber einiges kompensieren», sagt Chevallier, und Strasser hält fest: «An solch kleineren Turnieren können wir wichtige Punkte sammeln, damit wir in der Coop-­Beachtour nicht in die Qualifikation müssen.» Das ist die höchste nationale Kategorie im Beachvolleyball, in der Chevallier/Strasser nach dem überraschenden Schweizer Meistertitel der letzten Saison auch heuer wieder die Topteams ärgern wollen.

Zwei Rivalen für einmal im selben Team

Wenig Ärger beim Gegner verursachten in Sarnen René Egger und Fabian Zwyssig, das Ob-/Nidwaldner-Duo kam im 18er Feld nicht über den 17. Platz hinaus. «Wir entschieden uns spontan zur Teilnahme, das ist unser erstes gemeinsames Turnier, wir haben nur einmal zusammen trainiert», sagt Zwyssig und schmunzelt. Normalerweise sind die beiden Rivalen und nicht Teamkollegen, in der Halle wird Zwyssigs VBC Buochs in der nächsten 1.-Liga-Saison wieder auf Eggers SG Obwalden treffen.

Trotz der «Hass-Liebe» zwischen Ob- und Nidwaldner, wie sie es lachend nennen, geniessen sie den Tag in Sarnen, «es herrscht Ferienstimmung», findet Zwyssig, und Egger merkt an: «Lockerheit, Spass am Sport, etwas Sonne und coole Leute machen es hier aus.» In einem Monat, am 9. Juni, wird Zwyssig dann das A3-Turnier in Buochs durchführen. Und wie Raphael Zurgilgen in Sarnen den nicht immer einfachen Rollenwechsel zwischen Organisator und Spieler zu bewältigen haben.

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