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BEACHVOLLEYBALL: Sie lachen über das Wetter

Zum ersten Mal präsentierte sich Singapur an einer U-21-WM. Gledys Lee und Eliza Chong vertraten gestern ihr Land – in Europa waren sie bis jetzt noch nie.
Claudio Zanini
Die Beachvolleyballerinnen Eliza Chong (links) und Gledys Lee reisen heute bereits wieder nach Singapur zurück. (Bild Philipp Schmidli)

Die Beachvolleyballerinnen Eliza Chong (links) und Gledys Lee reisen heute bereits wieder nach Singapur zurück. (Bild Philipp Schmidli)

claudio zanini

«In Singapur sind die Hamburger eher klein», sagt Gledys Lee und formt mit den Händen einen Kreis – etwa vom Durchmesser einer Kaffeetasse. «Und hier sind sie so», fährt Lee fort, während der imaginäre Hamburger immer grösser wird.

Zum ersten Mal sind Gledys Lee und Eliza Chong, beide aus Singapur, beide 18-jährig, in Europa. Grundsätzliche Unterschiede zwischen dem Stadtstaat südlich von Malaysia und der Zentralschweiz haben die beiden einige ausgemacht. Vor allem sei es hier einfach kalt. «Wir sind uns von zu Hause Temperaturen um 31 Grad gewöhnt. Da gibt es keinen Winter wie in der Schweiz», sagt Eliza Chong. Nach dem Hinweis, dass die 17 Grad auf der Lidowiese bei weitem nicht unter die Kategorie Winter fallen würden, entfährt den beiden ein mitleidiges Lachen.

In russischen Hammer gelaufen

Zum ersten Mal überhaupt nehmen Teams aus Singapur an einer U-21-WM des internationalen Verbands FIVB teil. Die beiden angetretenen Duos des Inselstaates müssen sich also erstmals mit Gleichaltrigen von internationalem Topniveau messen. Trainer Teo Chiek Shan lässt sich deswegen nicht nervös machen: «Es war eine lange Reise, und wir haben noch nie so weit weg von zu Hause gespielt. Wir schätzen uns realistisch ein und versuchen hier einfach, unser Bestes zu geben.»

Gegen die Russinen Zayonchkovskaya/Rudysk gehen Lee und Chong in der Qualifikation fürs Hauptfeld mit 12:21 und 11:21 unter. Nach der Niederlage machen die beiden Teenager jedoch nicht den Eindruck, als wären sie soeben in einen russischen Hammer gelaufen. «Es war vom Niveau her ein ziemlicher Unterschied im Vergleich zu den asiatischen Turnieren», erklärt Chong.

Das Hotel ist «womöglich teuer»

Nun sitzen die beiden jungen Frauen am Rand von Court Nummer 2 und beobachten das Spiel des mitgereisten Männerduos aus Singapur (Yio/Shen), welches drauf und dran ist, in eine Niederlage gegen die Brasilianer zu schlittern. Die Stimmung bei den Asiaten ist aufgeräumt – der Trip nach Europa ist schlicht zu interessant. Auch die vorübergehende Bleibe in einem Luzerner Seehotel mit Blick auf die Innerschweizer Bergwelt hat sie fasziniert. «Ich denke, dieses Hotel ist womöglich teuer», mutmasst Chong. «Aber das müssen wir nicht selbst bezahlen», fügt sie schelmisch hinzu. Auf die Frage, ob sie vor ihrem 13-stündigen Flug nach Zürich irgendwas über die Schweiz wussten, sagen sie im Chor: «Schokolade!»

Videoanalyse auf dem Heimflug

Mittlerweile haben Yio und Shen mit 10:21 und 13:21 verloren. Das Männerteam wird es also auch nicht ins Hauptfeld schaffen. In Singapur sei Beachvolleyball nicht wahnsinnig beliebt, geben Lee und Chong zu verstehen. «Tischtennis und Schwimmen sind bei uns populärer», sagt Chong. Ausserdem werde «Netball» gespielt. Eine Form von Basketball – zwar mit Korb, aber ohne Brett hinten dran. «Bei uns steht ohnehin die Bildung an erster Stelle. Wir haben nicht im Sinne, eine Karriere als Beachvolleyballerinnen zu machen», betont Chong. Sie studiert Wirtschaft, Teampartnerin Lee digitale Forensik (Erfassung digitaler Spuren von Kriminellen).

Lee, die Technik-Affine, schneidet auch das Videomaterial für die Analyse. Auf der Heimreise würden sie genügend Zeit haben, um die Aufnahmen zu sichten. Der Abstecher nach Luzern dauerte gerade mal vier Tage. Nächste Woche bestreiten die beiden ein Turnier in Laos. Heute um Mitternacht werden sie bereits wieder in Singapur landen. «Diesen Trip werden wir nicht so schnell vergessen. Wahrscheinlich werden wir auch nicht so bald wieder hier sein.»

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