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Interview

FCL-Aktionär Marco Sieber: «Behalte mir eine Klage gegen Bernhard Alpstaeg vor»

Die FCL-Aktionäre Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber belasten Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg schwer. Im Interview begründen Hans Schmid und Marco Sieber ihren Schritt an die Öffentlichkeit.
Jérôme Martinu und Cyril Aregger
Die FCL-Aktionäre Hans Schmid (links) und Marco Sieber. (Bild: Matthias Jurt (Luzern, 23. Oktober 2019))

Die FCL-Aktionäre Hans Schmid (links) und Marco Sieber. (Bild: Matthias Jurt (Luzern, 23. Oktober 2019))

Gemäss Ihren Schilderungen hat Bernhard Alpstaeg massiven Druck ausgeübt, um an die Aktienmehrheit zu gelangen. Warum wollen Sie, dass das öffentlich wird?

Hans Schmid: Die Blockadesituation ist bereits eskaliert. Wir suchen seit Jahren mit Herrn Alpstaeg eine Lösung im Interesse des Klubs. Leider ist er bislang nicht gesprächsbereit. Niemand weiss, was er will. Vielleicht hilft dies.

Marco Sieber: Wir hoffen, dass Herr Alpstaeg zur Einsicht gelangt, dass die Situation unbedingt bereinigt werden muss.

Bei Alpstaegs drohenden Aussagen könnte es sich um Nötigung handeln und zwar auch auf der persönlichen Ebene. Aus strafrechtlicher Sicht wäre das ein Offizialdelikt. Mit Verlaub: Warum haben Sie nicht umgehend Anzeige erstattet?

Sieber: Wir mussten eine Güterabwägung vornehmen. Die Wahrscheinlichkeit eines massiven Schadens für den Klub aufgrund eines langen Rechtsstreits war zu hoch. Uns waren die Hände gebunden.

Schmid: Wir gaben auch dem Frieden zuliebe nach. Und sagten uns, er müsse ja dann in Zukunft 52 Prozent der Kosten übernehmen.

Aber Sie wurden auch persönlich bedroht. Nochmals: Warum haben Sie das toleriert?

Sieber: Ich empfand das auch als Drohung der Familie gegenüber. Diese gnadenlose Härte... Eine Klage behalte ich mir immer noch vor.

Können Sie ausschliessen, dass es nicht Ereignisse gab, bei denen Sie selber Bernhard Alpstaeg in ähnlicher Art und Weise unter Druck gesetzt haben?

Sieber: Ja, das können wir. Ich bin absolut sicher.

Schmid: Es gibt nichts dergleichen.

Als Klubaktionär verdient man im Schweizer Fussball kaum je Geld, sondern legt drauf. Warum tun Sie sich das an?

Schmid: Unsere Motivation war es stets, auf der Allmend wieder ein gesellschaftliches Erlebnis zu bieten. Der ehemalige Präsident Walter Stierli hat dafür damals gestandene Zentralschweizer Unternehmer mit ins Boot geholt. Ums Geld ging es uns nie. Wir leben nach dem Unternehmer-Credo «wenn du Erfolg hast, sollst du der Gesellschaft auch etwas zurückgeben».

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