Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BEHINDERTENSPORT: «Das ist der grösste Erfolg in meiner Karriere»

Die Krienser Rollstuhlsportlerin Manuela Schär (32) gewinnt den Tokio Marathon und sichert sich damit erstmals den Triumph in der prestigeträchtigen und lukrativen World Marathon Majors Series.
Jörg Greb
Manuela Schär. (Bild: PD)

Manuela Schär. (Bild: PD)

Manuela Schär, mit ihrem vierten Sieg in der aktuellen Serie der weltweit wichtigsten Rollstuhl-Marathons sicherten Sie sich den Gesamtsieg bereits vor den beiden letzten Rennen in Boston und London im April. Wie sind Ihre Gefühle?

Dieser Sieg ist für mich wirklich grossartig. Ich bin mega happy und kann’s kaum glauben. Das Gewinnen dieser World ­Marathon Majors Series ist etwas vom Grössten, was ich in meinem Sport gewinnen kann. Diese Serie ist das Wichtigste, das Meistbeachtete, und darum ist das mein grösster Karriereerfolg. Dieser Gesamtsieg zeugt von der Konstanz, dem Reüssieren auf unterschiedlichen Parcours, der Vielseitigkeit.

In den letzten anderthalb Jahren sind Sie mit Ihren zuvor fünf Städte-Marathonsiegen zu einer richtigen Sieg­fahrerin gereift. Wie gingen Sie in der japanischen Hauptstadt mit dem Druck um, der auf Ihnen lastete?

Unter Siegzwang stand ich in Tokio ja noch nicht wirklich. Einen einzigen Sieg benötigte ich noch zum Gesamtsieg in der Marathon-Majors-Serie, und diesen hätte ich auch noch bei den Marathons in Boston oder London realisieren können. Den Formhöhepunkt hatten ich und mein Coach darum erst auf Mitte April geplant. Aber schon im Trainingslager in Südafrika zu Beginn dieses Monats spürte ich, wie die Formkurve steil anstieg. Die kraftintensiven Einheiten auf der nicht sonderlich schnellen Bahn und in der Höhenlage im südafrikanischen Potchefstroom brachten mich vorwärts.

Wie erlebten Sie die 42,195 Kilometer in Tokio?

Sie waren wirklich hart. Ich hatte mir eine ähnliche Taktik wie beim Marathon in New York Anfang November letzten Jahres zurechtgelegt: aggressiv fahren und die Widersacherinnen ermüden. Der Hintergedanke: Einen Schlussspurt wollte ich wenn möglich vermeiden. Ich drückte, drückte, drückte. Die Rechnung ging auf. Bei Kilometer 39 brach auch ­meine letzte Begleiterin ein, die erfolgsgewohnte Tatyana McFadden.

Respekt hatten Sie vor dem Rennen vor den lokalen Witterungsbedingungen.

Zu Recht?

Die tiefen Temperaturen waren meine Hauptsorge. Und es war ziemlich kalt, 3 bis 4 Grad. Aber es war weniger schlimm als befürchtet. Von der befürchteten Blockade blieb ich verschont. Das ausgedehnte Aufwärmen und das Tragen wärmender Kleider bis kurz vor dem Startschuss machten sich bezahlt. Und unterwegs hinderte die Kälte nicht. Es lief super.

Wie geht es nun weiter?

Einen besseren Motivationskick im Hinblick auf die Marathons in Boston und in London hätte ich mir nicht wünschen können. Und bis dann sollte ich auch meinen neuen Rennrollstuhl erhalten: Es ist eine Kopie des jetzigen mit Feinjustierungen.

Interview: Jörg Greb

sport@luzernerzeitung.ch

Tokio. Marathon. Männer: 1. Chumba (KEN) 2:05:30. 2. Shitara (JPN) 2:06:11. 3. Kipruto (KEN) 2:06:33. 4. Kipketer (KEN) 2:06:47. 5. Inoue (JPN) 2:06:54. 6. Lilesa (ETH) 2:07:30.

Frauen: 1. Dibaba (ETH) 2:19:51. 2. Aga (ETH) 2:21:19. 3. Cragg (USA) 2:21:42.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.