«Ich möchte die Person nie mehr bei uns im Kybunpark sehen»: Matthias Hüppi verurteilt rassistischen Fan und erstattet Strafanzeige

Aiyegun Tosin, Stürmer beim FC Zürich, wurde während des Spiels am Donnerstag im St.Galler Kybunpark von einem Zuschauer beleidigt. FCSG-Präsident Hüppi ist schockiert und erstattet Strafanzeige.

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Aiyegun Tosin wehrt sich mit einer Geste gegen die Beleidigungen.

Aiyegun Tosin wehrt sich mit einer Geste gegen die Beleidigungen.

Bild: Sven Thomann/Freshfocus

(red) Der FC Zürich war am Donnerstag beim Leader FCSG im Kybunpark zu Gast. Der FCZ gewann das Spiel mit 4:0, zwei der Tore schoss Stürmer Aiyegun Tosin. Beim Jubel über seinen Treffer in der 64. Minute wurde Tosin von einem Zuschauer beschimpft, wie «20 Minuten» schreibt. Auf einem Youtube-Video ist ab Minute 14:07 zu hören, wie ein Mann «scheiss Mohrechopf» ruft.

Das Video startet direkt bei der besagten Szene.

Auf Bildern des SRF ist zu sehen, dass Tosin Pfiffe der Fans bereits vor der Beschimpfung mit einem Finger auf seinen Lippen quittierte. Diese Geste brachte dem 21-Jährigen eine Verwarnung wegen Unsportlichkeit ein, schreibt das Onlineportal weiter. Danach setzte der Stürmer zum Protest an und kniete sich für kurze Zeit hin. Eine bekannte Geste: So machte es auch der einstige Football-Quarterback Colin Kaepernick 2016 während der US-Nationalhymne, um gegen die Ungerechtigkeit gegen Schwarze in den USA aufmerksam zu machen.

Der einstige Football-Quarterback Colin Kaepernick (r.) kniete 2016 während der US-Nationalhymne, um gegen die Ungerechtigkeit gegen Schwarze in den USA aufmerksam zu machen.

Der einstige Football-Quarterback Colin Kaepernick (r.) kniete 2016 während der US-Nationalhymne, um gegen die Ungerechtigkeit gegen Schwarze in den USA aufmerksam zu machen.

Bild: Marcio Jose Sanchez / AP

Hüppi reicht Strafanzeige gegen rassistischen Fan ein

Nun reagiert der FC St.Gallen und erstattet Strafanzeige bei der Stadtpolizei gegen Unbekannt. Das bestätigt Matthias Hüppi am Samstag auf der offiziellen Website des Clubs.

«Ich bin schockiert und wütend. Wir unternehmen alles und setzen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ein, um die Person ausfindig zu machen.»

Der FC St.Gallen verurteilt den Zwischenfall beim Spiel gegen den FC Zürich aufs Schärfste und hat am Samstag ein klares Statement veröffentlicht. Gemäss Hüppi möchte der FCSG mit diesem Vorgehen verhindern, dass die klare Grundhaltung der Espen beschädigt wird.

«Der FCSG steht beispielhaft für Integration, für die Zusammenarbeit von Menschen verschiedenster Herkunft, verschiedenster Religionen und verschiedenster Kulturen», schreibt der aufgebrachte Präsident in seiner Stellungnahme. Zum Schluss des Statements wendet sich Hüppi an den beschimpften FCZ-Spieler:

«Wir entschuldigen uns in aller Form beim Spieler Aiyegun Tosin und beim FC Zürich. Rassismus hat nirgendwo Platz, auch nicht beim FC St.Gallen 1879.»
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