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BERGKRANZFEST: Der ewig Schwingende

Der Thurgauer Stefan Burkhalter (43) ist der älteste aktive Schwinger der Schweiz. Morgen möchte er auf der Rigi seinen 100. Kranz holen – und am Eidgenössischen in Zug 2019 mit seinem Sohn antreten.
Claudio Zanini
Der Thurgauer Stefan Burkhalter (rechts) kämpft hier am Glarner-Bündner Schwingfest gegen den Bündner Mike Peng. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Niederurnen,)

Der Thurgauer Stefan Burkhalter (rechts) kämpft hier am Glarner-Bündner Schwingfest gegen den Bündner Mike Peng. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Niederurnen,)

Interview: Claudio Zanini

claudio.zanini@luzernerzeitung.ch

Stefan Burkhalter, was dachten Sie im Moment, als Sie von Matthias Glarners Sturz von der Gondel hörten?

Das hat mich ziemlich schockiert, als ich das erfahren habe. Im ersten Moment habe ich natürlich gehofft, dass nichts passiert ist und dass er möglichst schnell wieder schwingen kann.

Muss man nach einem solchen Unfall über Grundsätze diskutieren, oder sollte man froh sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist?

Man soll froh sein, dass ein solcher Unfall so verhältnismässig glimpflich herausgekommen ist. Werbung gehört im Schwingsport einfach dazu. Jeder muss sich selber vermarkten. Wenn es nun Einschränkungen geben würde, wäre das nicht gut.

Welches war das riskanteste Fotoshooting, das Sie je gemacht haben?

Ich habe eigentlich nie gefährliche Dinge gemacht.

Aber Sie sind ja schon der Draufgängertyp, oder?

Das ist sicher so (schmunzelt).

Arbeiten Sie eigentlich immer noch als Bodyguard?

Ja, zu 50 Prozent. Die andere Hälfte arbeite ich auf meinem landwirtschaftlichen Betrieb in Homburg.

Sind Sie schon mal als Leibwächter in eine brenzlige Situation gekommen?

Nein, nein. Brenzlig wurde es noch nie. Das ist das Schöne in der Schweiz: Man muss sich kaum Sorgen machen und kann sich sicher und frei bewegen.

Mit 43 Jahren sind Sie der älteste aktive Schwinger des Landes. Mögen Sie diesen Titel?

Eigentlich nicht, aber ich habe mich längst an diesen Umstand gewöhnt, dass ich der Älteste bin. Da bleibt mir auch nichts anderes übrig, als dies zu akzeptieren.

Auf der Rigi könnten Sie Ihren 100. Kranz holen. Vor zwei Jahren verpassten Sie dort den Kranzgewinn. Wie stehen Ihre Chancen in diesem Jahr?

Obwohl Bergfeste natürlich immer hart sind, stehen meine Chancen gut, dass ich diesen 100. Kranz hole. Ich werde jedenfalls wie immer mein Bestes geben. Sonntagabend um 17 Uhr wird dann abgerechnet, dann wissen wir mehr.

Im ersten Gang treffen Sie auf den Surseer René Suppiger, der in dieser Saison bereits einmal Co-Sieger war. Kennen Sie ihn?

Ich kenne ihn nicht sehr gut, da ich erst einmal gegen ihn geschwungen habe. Und zwar am Eidgenössischen im vergangenen Jahr, im 5. Gang. Damals besiegte er mich platt.

Wie ist es, wenn man gegen Leute schwingen muss, die 20 Jahre jünger sind? Packt man da sanfter an?

Überhaupt nicht. Letztlich ist das ein Kampf zwischen zwei Männern und kein Synchronschwimmen. Wenn einer körperlich enorm unterlegen ist, will ich den natürlich nicht kaputt machen. Aber man darf auch nicht zu zimperlich sein.

Wie lange möchten Sie eigentlich noch schwingen?

Seit 2010 entscheide ich mich immer nach jeder Saison, ob ich noch eine dranhänge.

Das heisst, Sie wollten vor sieben Jahren erstmals zurücktreten, schwingen aber immer noch?

Das kann man so sagen.

Ihr Sohn mit Jahrgang 2003 schwingt auch. Treten Vater und Sohn einmal gemeinsam an einem Kranzfest auf?

Das Schönste für mich wäre, wenn ich mit meinem Sohn am Eidgenössischen 2019 in Zug gemeinsam dabei sein könnte. Dann wäre ich 45 Jahre alt.

Rigi-Schwinget

Sonntag, 8.30: Anschwingen. – 11.45: Mittagspause. – 13.00: Fortsetzung des Schwingens. – 14.15: Traditioneller Alpaufzug durch den Festplatz (nach dem 4. Gang). – 15.00: Ausstich. – 17.00: Schlussgang.

Spitzenpaarungen

Wicki Joel – Bieri Christoph

Mathis Marcel – Gisler Bruno

Ulrich Andreas – Kuster Marcel

Schurtenberger Sven – Bösch Daniel

Laimbacher Philipp – Forrer Arnold

Nötzli Reto – Alpiger Nick

Nötzli Bruno – Hersche Martin

Schuler Alex – Schmid David

Suppiger René – Burkhalter Stefan

Grab Martin – Thürig Mario

Steinauer Adrian – Notz Beni

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