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Der FC St.Gallen tritt gegen die Berner Rekordjäger an

Die Young Boys, der heutige Gegner des FC St. Gallen, könnten bereits am 7. April erneut Meister werden – und sie haben die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen neue Bestmarken aufzustellen.
Pascal Berger
Die Young Boys werden schon bald ihre erfolgreiche Titelverteidigung feiern können. (Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus)

Die Young Boys werden schon bald ihre erfolgreiche Titelverteidigung feiern können. (Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus)

In der Winterpause, bei Halbzeit des Pensums, ist der Vorsprung bereits gross, nein, riesig ist er, 19 Punkte beträgt er. Und darum drängt sich die Frage auf: Was kann da überhaupt noch schiefgehen und YB an der Titelverteidigung hindern? Als Gerardo Seoane damit konfrontiert wird, antwortet er: Die Konkurrenz werde gewiss stärker sein – und die Berner müssten damit rechnen, in der zweiten Saisonhälfte die eine oder andere Begegnung nicht mehr zu gewinnen.

Seine Vorsicht ist damit zu ­erklären, dass Seoane der Trainer ist und er in dieser Funktion der Diplomatie verpflichtet ist. Ein forscher Ton zu viel – schon hat er eine Schlagzeile. Und darauf kann er gut verzichten.

Drei Monate später, nach 25 Runden, ist der Vorsprung auf den FC Basel nicht mehr gleich gross. Aber nein, er ist nicht geschrumpft, sondern noch einmal angewachsen, 21 Punkte sind es jetzt. Nach dem jüngsten 2:2 beim FC Basel vor der zwei­wöchigen Pause lassen sich die Spieler entlocken, dass diese Ausgangslage kaum verspielt werde, dass der erneute Gewinn des ­Titels sehr wahrscheinlich sei.

Einige Bestmarken möglich

Angemessen ist es darum, den Begriff Meisterrennen vorläufig nicht mehr zu verwenden, weil im Grunde ein Rennen ja gar nicht stattfindet. Spannend ist einzig noch, wann die Young Boys rechnerisch alles klargemacht haben. Und ob sie es schaffen, ein paar neue Rekorde aufzustellen. Aber der Reihe nach. Die Theorie besagt, dass YB schon am 7. April uneinholbar sein kann, in einer Woche also, wenn Thun im Stade de Suisse beim Derby zu Gast sein wird. Das ist dann der Fall, wenn der FCB in den drei Partien bis dahin vier Punkte weniger einstreicht als die Berner. So früh ist noch nie ein Club Meister geworden. Den Rekord halten derzeit die Basler aus der Saison 2016/17, als sie unter Trainer Urs Fischer am 28. April sechs Spieltage vor Schluss alles klarmachten.

Widmen kann sich der Titelverteidiger auch anderen Bestmarken. Basel sammelte 2016/17 mit 86 Punkten so viele wie noch nie ein Club seit Bestehen der Super League – YB kann den Wert übertreffen. Oder: Basel wurde 2011/12 mit dem Rekordvorsprung von 20 Punkten Meister - YB kann mit einer noch grösseren Differenz ans Ziel gelangen. Oder: Basel erzielte, ebenfalls vor zwei Jahren, 92 Tore – YB steht derzeit bei 67. Oder: Basel musste 2012/13 nur 31 Gegentore hinnehmen – YB hat bislang 23 zugelassen. Und: Basel hat zweimal eine Saison mit nur zwei Niederlagen hinter sich gebracht – YB hat seit vergangenem Sommer erst einmal verloren.

Es sind Spielereien, die in der Führungsetage aber keine Priorität haben. Wichtiger ist für die Verantwortlichen schon eher, wie das YB der Zukunft aussehen soll und kann. Im Sommer wird es im Kader zu Veränderungen kommen, daran gibt es kaum Zweifel. Verschiedene Leistungsträger zieht es ins Ausland, Spieler wie Djibril Sow, Loris Benito oder ­Kevin Mbabu sind hochbegehrt. Und auch wenn sie noch vertraglich an die Berner gebunden wären: Christoph Spycher ist kein Sportchef, der hartnäckig auf bestehende Arbeitspapiere verweist und darum konsequent alle Wechselwünsche ignoriert.

Nur im Cup noch Luft nach oben

Das zeigt sich ganz gut anhand des Beispiels Sow. Im vergangenen Sommer schon lagen Angebote für den Mittelfeldspieler vor, der bei YB einen beeindruckenden Leistungssprung gemacht hat. Spycher zeigte ihm auf, dass es für seine Entwicklung gut wäre, noch ein Jahr zu bleiben. Sow blieb und gab im vergangenen September sein Début als Nationalspieler. «Er hat gezeigt, was mit Beharrlichkeit und klarem Denken im Fussball möglich ist», lobt Spycher.

A propos Spycher: Seine Vertragsverlängerung um vier Jahre soll Signalwirkung haben. Er hätte den neuen Posten des Nationalmannschaftsmanagers besetzen können, lehnte aber ab. Nach einem Titel ist für ihn die Zeit noch nicht reif, um sich zu verabschieden. Denn in einem Wettbewerb haben die Berner noch Luft nach oben: im Cup. In dieser Saison kam das Aus im Viertelfinal und das in deutlicher Form: In Luzern verlor das Team 0:4.

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