Berner-Wechsel zum FCL macht keinen Sinn

Bruno Berner hat mit dem SC Kriens Erfolg. Derzeit wird sein Name am meisten genannt als möglicher Nachfolger von Thomas Häberli. Dieser hat mit dem FC Luzern sechs Spiele hintereinander verloren und Basel ist der letzte Gegner vor der Winterpause.

Turi Bucher
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Turi Bucher, Sportredaktor

Turi Bucher, Sportredaktor

Luzerner Zeitung

Kriens-Sportchef Bruno Galliker bewies vor rund zweieinhalb Jahren (einmal mehr) ein goldenes Händchen, tätigte mit der Verpflichtung von Trainer Bruno Berner einen Glücksgriff: Berner war soeben in der 1. Liga Promotion mit dem FC Tuggen abgestiegen, und trotzdem: «Das ist mein Mann», sagte Galliker.

Seither ist die Kombination SCK-Berner eine Erfolgsgeschichte. Der Zürcher Berner stieg in seiner ersten Saison mit Kriens sofort in die Challenge League auf. Er meisterte daraufhin die Aufgabe mit dem geforderten Ligaerhalt, auch wenn am Schluss der Saison die Luft immer dünner wurde, der Schnauf auszugehen drohte. Nun, in der «verflixten» zweiten Saison liefern Berner und sein Team bisher ein bravouröses Meisterstück ab: Vor dem letzten Vorrundenspiel in Vaduz kämpft der SCK um Rang 3 im 10er-Feld.

Einige hundert Meter nebenan wütet beim grossen Bruder FCL die Krisenhexe und wird von allen Seiten an Thomas Häberlis Trainerstuhl gerüttelt. Kriens-Coach Berner ist darum als möglicher Nachfolger ins Spiel gekommen. Berner hat seine Fähigkeiten unterdessen eindrücklich unter Beweis gestellt. Straff hat er seine Mannschaft geführt, diese in der Challenge League etabliert, spielerisch und mental weiterentwickelt. Ausserdem demonstriert Berner als TV-Experte wohltuende Redegewandtheit. Deshalb ist es nicht mehr als logisch: Berner wird Super-League-Trainer – wenn nicht heute, dann halt morgen!

Würde ein sofortiger Wechsel zum FC Luzern also Sinn machen? Nicht wirklich. Berner kann beim krisengeschüttelten FCL gewinnen, aber vor allem viel verlieren. Mit etwas Geduld wird er sehr bald sehr viel ruhiger ein Trainer-Treppchen höher steigen.

SCK-Geschäftsführer Galliker, der «Entdecker» Berners, sagt, er könne nicht für seinen Trainer sprechen, «aber ich bin mir sicher, dass er wohl überlegt handeln wird». Wenn das zutrifft, beantwortet sich die Frage nach einem Wechsel von Kriens nach Luzern eigentlich von allein.