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«Er erhält nicht mehr Kontrollmacht» – Bernhard Alpstaeg besitzt neu 52 Prozent des FC Luzern

Der Streit ist zu Ende, das Aktienpaket von Walter Stierli verteilt: Bernhard Alpstaeg ist neu Mehrheitsaktionär beim FC Luzern. Gleichzeitig verlängert er den Namensrechte-Vertrag am Stadion.
Raphael Gutzwiller

Es ist Saisonende beim FC Luzern, aber gerade jetzt gibt es viel zu verkünden beim Super-League-Verein. Nur wenige Minuten nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Thomas Häberli verkündet Präsident Philipp Studhalter stolz, dass man sich auch im Aktienkapitalstreit im Verwaltungsrat einigen konnte: «Bernhard Alpstaeg und die anderen Verwaltungsratsmitglieder haben sich darüber geeinigt, dass Alpstaeg die 25 Prozent zustehen.»

Bedeutet: Bernhard Alpstaeg ist neu nicht mehr «nur» Hauptaktionär, sondern Mehrheitsaktionär des FC Luzern. Zwar sah sich Alpstaeg bereits länger als Besitzer von 52 Prozent des Aktienanteils, seine Kollegen waren jedoch anderer Meinung. Zu einer Kontroverse kam es um 25 Prozent der Aktien. 2014 hatte Ehrenpräsident Walter Stierli seinen Rücktritt aus dem FCL-Verwaltungsrat gegeben und die besagten Aktien zu einem «sehr fairen Preis» an den FCL zurückgegeben. Die Aktien wurden seit 2015 treuhänderisch verwaltet. Bernhard Alpstaeg sagte jedoch, dass die Aktien ihm gehören, die anderen Verwaltungsräte widersprachen. Nun hat sich diese Diskussion erledigt.

Damit das möglich war, bezahlt er aber nichts, die FCL-Holding erhält kein Geld. Studhalter sagt: «Es ist lediglich eine interne Zuteilung.» Dies ist insofern interessant, da der Nidwaldner Unternehmer Reto Zimmermann fünf Prozent Aktienanteile des FCL hatte erwerben wollen. Dieses Geld hätte dem FCL zugutekommen können. «Da man sich darauf einigen konnte, dass die 25-Prozent-Anteile von Walter Stierli Bernhard Alpstaeg zustehen sollen, gibt es gar keine freien Aktienanteile. Für uns ist wichtig, dass wir Kontinuität haben», sagte Studhalter.

Bernhard Alpstaeg winkt von der Tribüne. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus, 18.07.2015)

Bernhard Alpstaeg winkt von der Tribüne. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus, 18.07.2015)

Ebenfalls am Montag verkündete der FCL eine Verlängerung des Namensrechte-Vertrags am Stadion um fünf Jahre bis 2026 mit Alpstaegs Swisspor. Allfällige Zusammenhänge zwischen diesen beiden Themen wollte Studhalter derweil nicht kommentieren. Sie hätten wenig miteinander zu tun. Dennoch mutet es speziell an, dass der FC Luzern diesmal nicht kommuniziert, wie viel die Namensrechte der Arena wert sind. Dies ist insofern erstaunlich, weil der FC Luzern dies noch kommuniziert hatte, als Alpstaeg die Namensrechte für die Jahre 2011 bis 2021 erwarb. Pro Jahr hat Alpstaeg 1 Million Franken für die Namensrechte bezahlt. Ob es ab 2021 mehr, weniger oder gleichviel ist, wollte beim FCL niemand preisgeben.

In Deutschland gibt es für Fussballklubs die sogenannte «50+1-Regel», die besagt, dass kein Aktionär mehr als 50 Prozent der Aktienanteile besitzen darf. Der Hintergrund davon ist, dass keine Einzelperson zu viel Macht erhalten soll und sie nicht wichtiger als ein Fussballverein werden kann. Diese Regel würde der FCL also brechen.

Heusler nimmt an Verwaltungsratssitzungen teil

Dennoch ist man sich beim FCL sicher, dass Bernhard Alpstaeg trotz seinem 52-Prozent-Aktienanteil nicht mehr Macht erhält als bis anhin. «Alpstaeg erhält nicht mehr Kontrollmacht. Das Kollegium wird weiterhin zusammen entscheiden.» Jeder Aktionär ab 10 Prozent Aktienanteil besitzt unabhängig von der Grösse seines Anteils genau eine Stimme. Dies ist im Aktionärsbindungsvertrag festgehalten. Gut für den FCL ist: Alpstaeg soll als Mehrheitsaktionär künftig einen höheren Anteil des Defizits decken.

Derzeit sitzen im Verwaltungsrat sechs Personen: Neben Präsident Studhalter sind dies die Aktionäre Samih Sawiris, Hans Schmid, Marco Sieber, Josef Bieri – und natürlich Bernhard Alpstaeg. Alpstaeg wird ab 1. Juli übrigens von Ex-FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler beraten. Heusler kann auf Wunsch auch an den Verwaltungsratssitzungen teilnehmen.

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