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Didier Deschamps, der bescheidene Anführer

Didier Deschamps ist der dritte Weltmeister als Spieler und Trainer. Hervorheben will sich Frankreichs Nationalcoach aber nicht. Stattdessen lobt er seine aussergewöhnlichen Spieler, von denen er gefeiert wird.
Raphael Gutzwiller, Moskau
Baumeister von zwei französischen WM-Titeln: Didier Deschamps. (Bild: Felipe Trueba/Keystone (Moskau, 15. Juli 2018))

Baumeister von zwei französischen WM-Titeln: Didier Deschamps. (Bild: Felipe Trueba/Keystone (Moskau, 15. Juli 2018))

Es war eine Szene, die viel über dieses französische Weltmeisterteam aussagte. Das Finalspiel gegen Kroatien war seit gut zwei Stunden zu Ende, die geduldige Journalistenschar wartete auf den Weltmeistertrainer Didier Des­champs. Als er kam, applaudierten einige Journalisten, wenn auch weniger stark als noch zuvor beim Kroaten Zlatko Dalic. Kaum hatte sich Deschamps gesetzt, wurde es laut im Saal. Eine Horde französischer Nationalspieler stürmte die Presse­konferenz. Angeführt von Ersatz-Aussenverteidiger Benjamin Mendy, inzwischen oben ohne und auf dem Tisch tanzend, überschütteten sie ihren Trainer mit Wasser und Bier. Dazu sangen sie: «Didier Deschamps, Didier Deschamps, Didier Deschamps!»

«Der Weltmeistertitel bleibt für immer»

Deschamps lächelte, meinte später entschuldigend, dass seine Spieler noch jung und verrückt seien. Er selber wirkte natürlich glücklich, wie er da vor der Journalistenschar sass, aber auch, als er endlich zu Wort kam, überraschend gefasst. Der 49-Jährige wurde gefragt, wie es denn sei, erst der dritte Mensch zu sein, der als Spieler und als Trainer den Weltmeistertitel ­gewinnen konnte. Zuvor war das nur dem Brasilianer Mario Zagallo und dem Deutschen Franz Beckenbauer gelungen. «Das waren weit bessere Spieler als ich, die konnten alles mit dem Ball. Da war ich weniger talentiert», sagte er und lachte. Natürlich sei es schön, auch als Trainer den Titel zu holen. «Doch ich freue mich vor allem für meine Spieler. Weltmeister zu werden, ist das Grösste, was ein Fussballer erreichen kann. Das bleibt für immer.»

Deschamps weiss, wovon er spricht. Er hatte Frankreich 1998 als Captain zum ersten Titel ­geführt. In einer Generation, in der Zinédine Zidane über allen thronte, hatte er entscheidenden Anteil an jenem Weltmeistertitel. Zwar nicht mit Toren, dafür mit Leaderqualitäten. So hat er im Final eine legendäre Pausenrede gehalten, auf dem Platz führte er das Team mit Kampfgeist im defensiven Mittelfeld an.

Natürlich zog Deschamps Parallelen zwischen den Weltmeisterteams. Er erinnerte sich an die jungen Thierry Henry und David Trezeguet, die damals beide erst 19-jährig waren. «Sie wurden nie mehr Weltmeister. Kylian Mbappé ist auch erst 19, ich freue mich sehr für ihn. Und natürlich hoffe ich, dass er noch mehr Weltmeistertitel gewinnen kann.» Auch Mbappé befand sich unter jenen Spielern, welche die Pressekonferenz stürmten. Er hielt sich jedoch scheu im Hintergrund auf, während sich am Schluss Paul Pogba entschuldigte, dass das Pult in einer Wasserlache lag und die Mikrofone nicht mehr funktionierten. Deschamps fand zu diesem Vorfall die richtigen Worte: «Ich sehe, wir schwimmen im Glück.»

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