Wintersport
Der Obwaldner Biathlet Leander Kiser zeigt sein grosses Potenzial

Leander Kiser (16) ist derzeit in einer ausgezeichneten Verfassung. In Realp heimst er zwei Siege ein.

Urs Hanhart
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Leander Kiser strebt den Gesamtsieg im Leonteq-Cup an.

Leander Kiser strebt den Gesamtsieg im Leonteq-Cup an.

Bild: Urs Hanhart (Realp, 14. Februar 2021)

Im vierten Anlauf klappte es endlich. Nachdem im Dezember und Januar drei geplante Leonteq-Biathlon-Cup-Veranstaltungen zunächst wegen der Coronaverschärfungen und dann wegen Lawinengefahr abgesagt werden mussten, kam das Urner Biathlon-Mekka Realp am letzten Wochenende doch noch zum Handkuss. Am Samstag wurden bei klirrend kalten Bedingungen Sprint-Wettkämpfe ausgetragen, tags darauf folgten dann bei ebenfalls eiskalten Verhältnissen die Verfolgungsrennen, wobei nur bei der Internationalen Biathlon Union geführte Athleten startberechtigt waren. Die Organisatoren des SC Ibach und des SC Einsiedeln setzten ein konsequentes Covid-19-Schutzkonzept um. Zuschauer durften nicht aufs Wettkampfgelände.

Zu den herausragenden Akteuren gehörte Leander Kiser vom SC Schwendi-Langis. Der junge Obwaldner etablierte sich in der Kategorie Männer Jugend 1 als klare Nummer eins. Im Sprint verwies Kiser, der im Liegendanschlag lediglich eine Scheibe verfehlte und stehend alles abräumte, den Bündner Silvano Demarmels mit 2,5 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. In der Verfolgung leistete sich der Innerschweizer bei der ersten von vier Schiesseinlagen zwei Fehlschüsse, wodurch er vorübergehend auf die dritte Position abrutschte. Den Fehlstart bügelte er aber postwendend wieder aus. Beim zweiten Anschlag blieb er fehlerfrei und holte sich die Spitzenposition wieder zurück. Diese verteidigte er dann mit zwei weiteren soliden Stehendeinlagen (je ein Fehlschuss) bis zum Schluss souverän. Kiser feierte im Urserental bereits seine Saisonsiege Nummer zwei und drei, nachdem er bei der Cup-Auftaktveranstaltung auf der Lenzerheide ein Massenstartrennen für sich entschieden hatte. «Ich bin sehr zufrieden mit meiner aktuellen Form, sowohl im Laufen als auch im Schiessen», bilanzierte Kiser. In dieser Saison konnte er aufgrund diverser Absagen und Verschiebungen nur sehr wenige Wettkämpfe bestreiten. Nebst den vier nationalen Cup-Rennen absolvierte er noch zwei Selektionsrennen. Damit hadert er aber nicht und betont: «Ich konnte sehr gut trainieren und mich bestens vorbereiten. Am meisten Steigerungspotenzial habe ich ganz klar im Stehendanschlag. Ich arbeite hart daran, dieses Manko auszumerzen.»

Der Gymnasiast besucht seit kurzem die Sportmittelschule in Engelberg. «Dort fühle ich mich sehr wohl. Ich kann Leistungssport und Schule optimal miteinander kombinieren. Die Bedingungen sind perfekt», versichert er.

Kiser trat im Alter von acht Jahren dem Skiclub Schwendi-Langis bei, motiviert durch seine Mutter, die eine begeisterte Langläuferin ist. «Biathlon ist sehr abwechslungsreich und herausfordernd. Es ist sehr schwierig, die beiden konträren Disziplinen unter einen Hut zu bringen. Zudem sind die Rennen meistens spannend. Deshalb habe ich mich schon früh für diese Sportart entschieden», sagt Kiser. In dieser Saison strebt er den Gesamtsieg im Leonteq-Cup an. Diesbezüglich hat er sehr gute Karten, liegt er doch nach den ersten vier Wettkämpfen relativ deutlich in Führung. «Längerfristig möchte ich dann den Sprung ins C-Kader von Swiss Ski schaffen», so Kiser.

Chiara Arnet steht bei drei Saisonsiegen

Einen nahezu identischen Coup wie Kiser landete Chiara Arnet in der Kategorie Frauen Jugend 2. Die 17-jährige Obwaldnerin gewann ebenfalls sowohl den Sprint- wie auch den Verfolgungswettkampf. Mit ihren bislang drei Saisonsiegen ist sie auf dem besten Weg, die Gesamtwertung in der nationalen Cup-Serie für sich zu entscheiden. In dieser Hinsicht sehr gut im Rennen liegt auch Simon Zberg vom SC Schwendi-Langis, der dank zweier Podestplätze in Realp die Leaderposition in der Junioren-Kategorie an sich reissen konnte.