BIATHLON: Ein Torhüter, der auch liebend gerne ins Schwarze trifft

Mit Stefanie Enz und Lars Rietveld holen zwei neue Gesichter die Zentralschweizer Meistertitel. Beide Titelträger hatten ursprünglich andere Sport- arten im Visier.

Drucken
Teilen
Legte beim Schiessen die Basis zum Sieg: Lars Rietveld traf bei 19 von 20 Schüssen in Schwarze. (Bild fotos-kiser.ch)

Legte beim Schiessen die Basis zum Sieg: Lars Rietveld traf bei 19 von 20 Schüssen in Schwarze. (Bild fotos-kiser.ch)

rb. Für eine faustdicke Überraschung sorgte bei den Zentralschweizer Biathlon-Meisterschaften auf dem Langis (Glaubenberg) Lars Rietveld. Aufgrund der Resultate an den ersten nationalen Cuprennen war einem Athleten des Skiclubs Schwendi-Langis der Meistertitel durchaus zuzutrauen. Primär war dabei die Rede von Simon Zberg und Sven Andermatt. Die beiden wurden ihrer Favoritenrolle mit Silber und Bronze auch gerecht und sorgten damit für den totalen Erfolg der Obwaldner.

Sieger mit holländischen Wurzeln

Zurück zum Sieger: Auch für den in Sarnen wohnhaften U-15-Athleten Lars Rietveld ist dieser Erfolg eine Überraschung – und dennoch erklärbar: «Der Einzellauf mit 45 Sekunden Zeitzuschlag pro Fehlschuss entspricht meiner Konstanz im Schiessstand.» Das ist in der Rangliste eindrücklich ersichtlich. Rietveld, dessen Vater aus Holland stammt, erzielte in vier Schiesseinlagen, je zwei stehend und liegend, 19 von 20 möglichen Treffern. Der zweitbeste Schütze brachte es auf 17, während sich Rietvelds engste Konkurrenten mit 14 und 15 Treffern zufrieden geben mussten. Sie handelten sich so Zeitzuschläge von rund vier Minuten und mehr ein.

Lars Rietveld ist kein Mann der grossen Worte. Er geniesst seinen Erfolg im Stillen. Spricht man ihn aber auf den Biathlon-Sport an, gibt er unmissverständlich zu verstehen, dass er viel Freude daran hat. Dank der jüngeren Schwester Ronja ist er überhaupt mit dieser Sportart und dem SC Schwendi-Langis in Kontakt gekommen. Als junger Knabe hatte Lars Rietveld das Fussballspielen fasziniert. Der Kanti-Schüler spielt nach wie vor als Torhüter in einer Nachwuchsmannschaft des FC Sarnen. Eines ist mittlerweile aber klar: «Biathlon fasziniert mich mehr.» Lars Rietveld scheint wortwörtlich der erste Goalie zu sein, der lieber ins Schwarze trifft, als dass er Bälle hält.

Hauchdünne Entscheidung

Einen anderen sportlichen Weg hat auch die frischgebackene ZSSV-Meisterin Stefanie Enz eingeschlagen. Die 14-jährige Athletin gehörte ursprünglich dem Alpin-Kader an. «Bei einem Bike-Biathlon in Giswil habe ich das erste Mal geschossen und war von Beginn weg fasziniert», erzählt Stefanie Enz vom Skiclub Schwendi-Langis. Eine Begegnung mit der entsprechenden Konsequenz und dem damit verbundenen Wechsel zum Biathlon-Sport. Diesen Schritt habe sie nie bereut. In der Zwischenzeit betreibt sie den Sport mit Akribie. Sie hat sich für das Modell der Sportschule Kriens entschieden. «Ich besuche dort die zweite Oberstufe und kann so von zusätzlichen Trainingszeitfenstern profitieren.» Die Obwaldnerin steht mit beiden Beinen im Leben, geniesst den Meistertitel, weiss aber auch: «Der Weg, wie ihn mein Vorbild Selina Gasparin gegangen ist, ist noch weit.» Doch Stefanie Enz ist bereit, diesen Weg Schritt für Schritt zu gehen. Ideal ist, dass es im eigenen Klub weitere Talente heranwachsen und so jederzeit Konkurrenzdruck besteht. Der Kampf um den Meistertitel hat es aufgezeigt. Teamkollegin Lorena Wallimann (2.) hatte in der Endabrechnung lediglich 2,7 Sekunden Rückstand, trotz fünf Schiessfehlern, notabene einem mehr als Enz. Dritte wurde Lara Berwert, auch sie gehört dem SC Schwendi-Langis an.

Hinweis

Resultate unter: www.zssv.ch und www.scs-l.ch