BIATHLON: Lena Häcki schliesst Saison mit Gold ab

Lena Häcki gewinnt am Ostersonntag den Schweizer-Meister-Titel im Massenstart bei der Elite. Erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere bleibt die Engelbergerin bei vier Schiesseinlagen fehlerlos.

Roland Bösch
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Die Engelbergerin Lena Häcki überzeugte zum Saisonabschluss. (Bild: Heinz Wolf (Lenzerheide, 1. April 2018))

Die Engelbergerin Lena Häcki überzeugte zum Saisonabschluss. (Bild: Heinz Wolf (Lenzerheide, 1. April 2018))

Roland Bösch

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Die 22-jährige Engelbergerin Lena Häcki ist als Frohnatur und Kämpferin bekannt. Es erstaunt daher nicht, dass die Olympiateilnehmerin trotz Müdigkeit nach einer langen und intensiven Saison am Sonntag auf der Lenzerheide den Schweizer-Meister- Titel holte. «Für mich ist ein Rennen ein Rennen, egal ob es sich um einen Test, ein Weltcup- oder ein Olympiarennen handelt», erklärt die Obwaldnerin. Sobald das Mitglied der Nationalmannschaft eine Startnummer übergezogen hat, gibt sie alles.

Für Häcki war das Schiessbild beim erfolgreichen Massenstartrennen aussergewöhnlich. Erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere gelangen der 22-Jährigen vier fehlerlose Schiesseinheiten. «Der eine oder andere Sportfan denkt im ersten Augenblick bestimmt an einen Aprilscherz», schmunzelt Lena Häcki und fügt in einem ernsteren Ton an: «Dieser Erfolg im Schiessstand unterstreicht die zuletzt guten Schiessleistungen im Weltcup und gibt Selbstvertrauen für die kommende Saison.» Konkret spricht sie das fehlerlose Schiessen vor Wochenfrist beim letzten Weltcup-Sprint in Russland an, wo sie sich mit dem zweitbesten Weltcup-Resultat ihrer Karriere für den Verbleib in der Nationalmannschaft aufgedrängt hat.

Die ersten und letzten Weltcup-Rennen der abgelaufenen Saison verliefen für Lena Häcki besonders erfolgreich. Zu Saisonbeginn hat sich die ehemalige Sportmittelschülerin mit Rang 11 im Sprint in Östersund (SWE) frühzeitig das Olympiaticket gelöst. Ihre Absicht habe darin bestanden, sich mit einer schnellen Olympia-Qualifikation den Druck zu nehmen. In Pyeongchang überzeugte Häcki dann als Achte in der Verfolgung und dem Gewinn eines olympischen Diploms.

Es fehlt die Konstanz über eine ganze Saison hinweg

Dazwischen hatte Lena Häcki an einigen Weltcup-Stationen hartes Brot zu essen. «Im richtigen Moment und mit dem nötigen Druck hat es in dieser Saison immer geklappt. Im Weltcup herrscht ein sehr hohes Niveau. Über eine ganze Saison top zu sein, ist für eine junge Athletin wie mich noch schwierig», sieht Häcki die positiven Aspekte. Konstanter zu werden ist das nächste grosse Ziel der Engelbergerin.

Zuerst stellt sie sich aber bis zum Ende dieser Woche anlässlich der Winter-Militärweltmeisterschaften in den Dienst des Vaterlandes. Wie es ist für die Schweizer Flagge einzustehen, hat Lena Häcki bei ihrem einmonatigen Aufenthalt in Südkorea hautnah erlebt. «Es bleiben viele schöne Eindrücke der ersten Olympia-Teilnahme. Nicht so schnell vergessen werde ich auch die Kälte oder die Tatsache, dass wir aufgrund der relativ weiten Wege praktisch keine freie Minute zur Verfügung hatten.» Unter diesen Umständen war ein Zusammentreffen mit den mitgereisten Eltern und Fans eine Herausforderung. Doch die Frohnatur wusste sich zu helfen, kletterte jeweils nach den Rennen über die Abschrankung zur Tribüne hoch. «Nach einem Rennen musste mir die Dopingkontrolleurin wohl oder übel trotz grosser Angst folgen», blickt Lena Häcki in ihrer ansteckend fröhlichen Art zurück.