BIATHLON: Lena Häcki stösst in die Weltelite vor

Nach den ersten Wettkämpfen der Saison könnten die Leistungen der beiden starken Unterwaldner Biathloncracks unterschiedlicher nicht sein. Lena Häcki startet stark, Ivan Joller hingegen sucht noch immer seine Bestform.

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Präsentiert sich im Schiessen stark verbessert: die 21-jährige Lena Häcki aus Engelberg. (Bild: Swiss-Ski)

Präsentiert sich im Schiessen stark verbessert: die 21-jährige Lena Häcki aus Engelberg. (Bild: Swiss-Ski)

Franz Hess

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Die beiden besten Biathleten aus Ob- und Nidwalden, Lena Häcki und Ivan Joller, weilten über die Festtage zu Hause. Die beiden Topcracks analysieren die erste Wettkampfhälfte.

Nach den internen Test-Wettkämpfen von Swiss-Ski im November gelangten die beiden Spitzen-Biathleten unterschiedlich zum Einsatz. Die Engelbergerin Lena Häcki reiste zu den Weltcup-Einsätzen nach Östersund (SWE), Pokljuka (SLO) und Nove Mesto (CZE). Ivan Joller (SC Bannalp-Wolfenschiessen) hingegen startet bim IBU-Cup in Breitostölen (NOR), Ridnaun-Val Ridanna (ITA) und in Obertilliach (AUT).

Lena Häcki überrascht mit Rang 4

Die 21-jährige Lena Häcki startete in Östersund überzeugend in die Saison 2016/2017 und erkämpfte sich im Sprintwettkampf den tollen 12. Rang. Dieses Resultat bedeutete gleichzeitig die Egalisierung ihrer bisherigen Weltcup-Bestleistung. Auf dem letzten Teilstück (2,5 km) absolvierte die Obwaldner mit der achtschnellsten Zeit und zeigte dabei auf, dass ihre Form in der Spur stimmt. Tags darauf pulverisierte die 21-jährige Engelbergerin im Verfolgungsrennen ihre Bestleistung nochmals und reiht sich nach einem fehlerfreien Schiessen mit dem vierten Rang inmitten der Weltspitze ein. Grundlage dieses Erfolges war die sensationelle Leistung im Schiessstand. Nur zwei Athletinnen, darunter Lena Häcki, «räumten» alle 20 Scheiben ab. «Wichtig war, dass ich mich auf jeden einzelnen Schuss konzentriert habe. Damit konnte ich vor allem meine gute Platzierung, aber auch welche Athletin neben mir schiesst, äusserst gut ausblenden», blickte die talentierte Lena Häcki zurück.

In den folgenden Wettkämpfen war es dann für die Engelbergerin ein stetes Auf und Ab. Sie schwächelte vielfach im Schiessstand und konnte sich damit nicht voll entfalten. Dennoch konnte sie mit weiteren Top-Platzierungen diesen vierten Rang bestätigen. Im Massenstartrennen in Move Mesto vor über 35 000 begeisterten Fans stieg Lena Häcki als 19. (gleichbedeutend mit der Weltcup-Klassierung) ins Rennen und sah sich bald in der Spitzengruppe mitlaufen. Doch dann strauchelte sie noch vor dem ersten Schiessen und landete im Schnee. Sie blieb unverletzt, büsste aber viele Plätze ein und musste daraufhin im Schiessstand zwei Fehler hinnehmen, was sie dann noch weiter zurückwarf. In der Endabrechnung stand dann der 27. Rang zu Buche.

Häcki schafft Qualifikation für Weltmeisterschaften

Angesprochen auf die Leistungen von Lena Häcki, zeigt sich der Schweizer Frauentrainer Armin Auchentaller äusserst zufrieden: «Lena konnte in den ersten Wettkämpfen in die absolute Weltspitze vorstossen. Wenn sie im Schiessstand nochmals Fortschritte erzielt, liegen für die Engelbergerin weitere Spitzenresultate im Bereiche des Möglichen.» Dank diesem guten Saisonstart hat Lena Häcki die Qualifikation für die Weltmeisterschaften, welche vom 8. bis 19. Februar 2017 im österreichischen Hochfilzen stattfinden, bereits geschafft. Und dies als Einzelläuferin sowie mit der Staffel.

Lena Häcki steht nun Anfang Januar an den Weltcup-Wettkämpfen in Oberhof und Ruhpolding am Start.

Joller hat gesundheitliche Probleme überwunden

Der Stanser Ivan Joller startete zum Saisonauftakt in Breitostölen mit einem guten 10. Rang in den IBU-Cup. In den kommenden Rennen folgten noch weitere Platzierungen unter den besten 30 Läufern, was dem Nidwaldner weitere gute IBU-Cup-Punkte einbrachte. Diese sind wichtig für eine allfällige Rückkehr in den Weltcup.

Er taste sich nach seinen gesundheitlichen Schwierigkeiten im vergangenen Winter, als er die Saison abbrechen musste, in den ersten IBU-Anlässen wieder an den Wettkampf-Rhythmus heran, berichtet der 33-Jährige aus Stans. Mit speziellen Lauf- und Schiesstrainings in den letzten Tagen in Realp und zu Hause strebt Ivan Joller nun die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Hochfilzen an.

Ivan Joller bestreitet im neuen Jahr als Erstes den IBU-Cup im italienischen Martell.

Julian Schumacher stösst auf harte Konkurrenz

An den internationalen Biathlon-Nachwuchswettkämpfen, dem IBU-Junior-Cup, stand mit Julian Schumacher (Skiclub Schwendi-Langis) auch ein Obwaldner Biathlet im Einsatz. Schumacher musste feststellen, dass auch im Juniorenbereich hochklassig besetzte Teilnehmerfelder im Einsatz stehen und man nur mit möglichst wenigen Fehlschüssen in die Spitzenränge vorstossen kann. Zum Saisonauftakt in Lenzerheide erkämpfte er sich den 21. Rang über 15 Kilometer. Im Sprint über 10 Kilometer reichte es dem Obwaldner zum 35. Rang. Am Wettkampf in Hochfilzen (AUT) reichte es zum 77. Rang über 10 Kilometer. Mit der Schweizer Staffel, die er als Schlussläufer bestritt, landete er auf dem 8. Rang.

Der 33-jährige Ivan Joller hat die gesundheitlichen Probleme überwunden. (Bild: Swiss-Ski)

Der 33-jährige Ivan Joller hat die gesundheitlichen Probleme überwunden. (Bild: Swiss-Ski)