BIATHLON: Schumacher tritt nach Cupsieg überraschend zurück

Mit dem Andermatter Simon Ehrbar und Julian Schumacher aus Sarnen stammen zwei Sieger der nationalen Saisoncupwertung aus der Innerschweiz. Für Schumacher war es der letzte grosse Erfolg in dieser Sportart.

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Bestritt auf der Lenzerheide sein letztes Rennen: der Sarner Julian Schumacher. (Bild: PD)

Bestritt auf der Lenzerheide sein letztes Rennen: der Sarner Julian Schumacher. (Bild: PD)

Die nationalen Titelkämpfe auf der Lenzerheide waren zugleich auch die letzten Wettkämpfe in der nationalen Leonteq-Cupwertung 2017/18. Von zehn Rennen konnten deren acht durchgeführt werden. Einzig die Rennen in Sörenberg mussten abgesagt werden. In acht verschiedenen Kategorien resultierten insgesamt sieben Innerschweizer Podestplätze.

Lorena Wallimann (Schwendi-Langis), Samuel Kägi (Gotthard-Andermatt), Elena Häfliger (Schwendi-Langis) sowie Flavia Barmettler (Schwendi-Langis) wurden in ihren Kategorien je Zweite. Simon Zberg belegte bei der Jugend 1 Rang drei.

Als Kategoriensieger beendete der Urner Simon Ehrbar und der Obwaldner Julian Schumacher die Saison am erfolgreichsten. Für Ehrbar war der Erfolg bei der Jugend 2 nach dem letztjährigen Gesamtsieg bei der Jugend 1 bereits der zweite Totalerfolg in Serie. «Es macht mich stolz, dass ich trotz Berufslehre mit den Besten mithalten konnte.» Der Andermatter absolviert beim Elektrizitätswerk Ursern die Lehre als Elektroinstallateur und muss sein Training neben der Arbeit und der Schule bestens einteilen. «Es ist manchmal zwar hart, aber es stimmt dank eines grosszügigen Arbeitgebers so für mich.»

Die Lehre abgeschlossen hat im letzten Sommer Julian Schumacher. Für den Obwaldner war immer klar: «Es gibt irgendwann ein Leben nach dem Sport. Aus diesem Grund war die Lehre wichtig für mich.» Dieser neue Lebensabschnitt hat für Schumacher bereits am Ostermontag begonnen. Anlässlich des Rennens vom letzten Sonntag erklärte der Athlet des Skiclubs Schwendi-Langis für viele überraschend nach zwölf Jahren den Rücktritt. «Es handelt sich um keine Kurzschlussreaktion. Der Entscheid ist in den letzten vier, fünf Wochen gereift», erklärt Schumacher. Er verheimlicht dabei nicht, dass die Nichtselektion für die Junioren-WM der Stein des Anstosses gewesen und er sich deshalb manchmal isoliert vorgekommen sei. «Grundsätzlich ist die Freude am Biathlonsport nach wie vor sehr gross, wegen des Sports will ich mich aber körperlich und geistig nicht kaputtmachen. Es gibt noch andere Dinge im Leben», blickt Schumacher nach vorne.

Hat er mittlerweile den Entscheid bereut, am Ende der letzten Saison dem C-Kader von Swiss-Ski den Rücken zu kehren und auf eigene Faust in einem kleinen Team zu trainieren? «Auf keinen Fall. Es war der richtige Weg. Die guten Leistungen und der Sieg in der Jahreswertung haben aufgezeigt, dass ich gut mit den Kaderathleten mithalten konnte», zieht der 21-Jährige Bilanz. Verständlicherweise gönnt sich der Sarner nun Ferien, bevor er dann noch einige Wochen als Metallbauschlosser arbeitet und am 25. Juni mit der Rekrutenschule beginnt. Die Militärpolizei-Grenadierschule steht auf dem Programm. Der neue Weg ist vorgespurt. Das Anmeldeprozedere für die geplante Ausbildung zum Polizisten läuft.

Roland Bösch

regionalsport@luzernerzeitung.ch