Bleibt Ehlers respektiert, wenn es stürmt?

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Langnau Tigers Noch nie in diesem Jahrhundert war es im Hockey-Sommer im Emmental so windstill wie 2017. Es könnte die Ruhe vor dem Sturm gewesen sein. Die Voraussetzungen für eine ruhige, erfolgreiche Saison (Start am Freitag, 19.45, daheim gegen die ZSC Lions) könnten eigentlich besser nicht sein. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Emmentaler in der NLA schwarze Zahlen geschrieben. Die wirtschaftliche Lage ist so stabil wie seit dem Titelgewinn von 1976 nie mehr. Heinz Ehlers ist ein allseits respektierter Trainer, der sich im Laufe der letzten Saison eingelebt hat und ein Team coacht, das er in enger Zusammenarbeit mit Sportchef Jörg Reber zusammengestellt hat.

Aber es gibt höchst beunruhigende Anzeichen für das Heraufziehen von Herbst- und Winterstürmen. In acht Vorbereitungsspielen haben die Langnauer sieben Niederlagen kassiert. Vier davon «zu null». Das ausländische Personal, das eigentlich besser sein sollte, gibt Anlass zu grossen Sorgen. Aaron Gagnon (vom SCB), ausersehen, Leitwolf Chris DiDomenico zu ersetzen, war bisher eine offensive «Nullnummer» mit null Punkten aus sieben Partien und dem ersten Tor und ersten Assist erst in der achten sowie letzten Vorbereitungspartie. Das finnische «Trio Grande» (Ville Koistinen, Eero Elo, Antti Erkinjuntti) war in der Vorbereitung so schwach, dass im Dorfe schon über eine «finnische Mafia» gemurrt wird.

Heinz Ehlers hat die Tiger letzte Saison nach zehn Spielen und neun Niederlagen am Tabellenende übernommen und zum ersten vorzeitigen Klassenerhalt seit 2011 geführt. Seine Stärke ist die Fähigkeit, eine Mannschaft durch taktische Ordnung und Disziplin besser zu machen, als sie nominell eigentlich ist. Nun steht er vor der grössten Herausforderung seiner Trainerkarriere.

Letzte Saison ungenügende Offensivpower

Viel Umsatz auf dem Transfermarkt haben das Team zwar ausgeglichener, aber nicht unbedingt besser gemacht. Langnaus Spiel ist geprägt von einem Übermass an defensivem Wollen und Müssen und einem besorgniserregenden Mangel an offensivem Können und Dürfen. Die ungenügende offensive Power (124 Treffer, nur Ambri war noch schwächer) kostete letzte Saison letztlich die Playoffs.

Wenn die beiden neuen ausländischen Stürmer (Antti Erkinjuntti, Aaron Gagnon) die Erwartungen nicht erfüllen und Eero Elo erneut zu wenig Energie hat, um sein Potenzial während der ganzen Saison auszuschöpfen, gerät Langnau schon früh in eine Krise und muss noch im Oktober neues ausländisches Personal einstellen. (kza)

 

SCL Tigers

Zuzüge: Gustafsson (Färjestad/Sd), Lardi (Lausanne), Neukom (Fribourg), Erni, Peter (beide Zug), Erkinjutti (Pelicans/Fi), Gagnon (Bern). Himelfarb (Thurgau/wartet als 5. Ausländer auf den Schweizer Pass).

Abgänge: Schirjajew (Ambrì), Wyss (Olten), DiDomenico (Ottawa/NHL), Lindemann (Rapperswil), Lashoff, Macenauer (zurück nach Nordamerika), Moggi, Gerber (beide Rücktritt).

Ausländer: Koistinen (Fi), Elo (Fi), Erkinjutti (Fi/neu), Gagnon (Kan/neu).

Trainer: Ehlers (Dä).