Blitzschnelle Tschechen und ein starker Torhüter, der Davos verlässt: Der HCD verliert zum Spengler-Cup-Auftakt

Davos verliert sein Auftaktspiel am Spengler-Cup gegen Trinec 1:4. Goalie Joren van Pottelberghe überzeugt.

Klaus Zaugg aus Davos
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Davos-Goalie Joren van Pottelberghe – neben ihm die jubelnden Tschechen.

Davos-Goalie Joren van Pottelberghe – neben ihm die jubelnden Tschechen. 

Gian Ehrenzeller/Keystone

Was war das Interessanteste am Spiel Davos gegen Tschechiens Meister Trinec, das die Davoser nach grossem Kampf schliesslich doch noch 1:4 verloren? Nein, nicht das schnelle, intensive, hochklassige Hockey. Sondern die herausragende Leistung von Torhüter Joren van Pottelberghe (22). Und einer hat seine Paraden ganz besonders aufmerksam beobachtet. Biels Sportchef Martin Steinegger. Davos hat ja bereits bis 2025 Robert Mayer (30) von Servette verpflichtet. Also muss Ende Saison einer der beiden aktuellen letzten Männer trotz weiterlaufendem Vertrag gehen. Es wird Joren van Pottelberghe sein. Nicht etwa weil der Trainer oder der Sportchef mit seinen Leistungen nicht zufrieden sind. Der Grund ist ein anderer: Jorgen van Pottelberghe ist teurer und hat eine NHL-Ausstiegsklausel im Vertrag. Also bleibt Sandro Aeschlimann (25). Das intensive Interesse Biels wird von allen Gewährsleuten bestätigt. Womit wir wissen, wie die Nachfolge von Jonas Hiller geregelt wird: mit Elien Paupe (24) und eben Joren van Pottelberghe.

Der HC Davos sorgt auch neben dem Eis für Gesprächsstoff. Kennen Sie Peter Buser? Ja klar, der exzentrische HCD-Sponsor, ein wenig berühmt geworden mit gelinde gesagt politisch nicht ganz korrekten Ansichten über Gott und die Welt. Nun ist klar, warum der HCD auf die unterländische Kritik am spendablen Geldgeber mit staatsmännischer Gelassenheit reagiert. Das ganze Geld des achtjährigen Sponsorings ist nämlich schon auf dem HCD-Konto eingetroffen. Das bestätigt ein höchstrangiger HCD-Funktionär: «Wir wussten, das Peter Buser eine eigenwillige Persönlichkeit ist. Deshalb hat unser Präsident darauf geachtet, dass dieses Engagement erst publik wird, wenn das Geld bei uns auf dem Konto eingetroffen ist.» Da mag nun der Unmut in der Öffentlichkeit noch so gross sein – das Geschäft ist über die Bühne und etwas frivol können wir in Anlehnung an eine orientalische Lebensweisheit sagen: die Hunde im Unterland bellen, die Karawane mit den Kamelen, schwer beladen mit Geldsäcken, zieht nicht bloss nur ihres Weges. Sie ist schon über die Berge und hinter dem Horizont des Vergessens entschwunden.

Womit HCD-Präsident Gaudenz Domenig der erste Hockeypräsident sein dürfte, der sich mit dem Problem der Negativzinsen befassen muss. Spätestens ab zwei Millionen werden von so ziemlich allen Geldhäusern den Kunden Negativzinsen berechnet. Und Peter Buser hat ja erklärt, sein Engagement sei im siebenstelligen Bereich – pro Jahr. Somit dürften beim HCD rund acht Millionen eingegangen sein.

Der grosse Vorsitzende Gaudenz Domenig mag solche Informationen weder bestätigen noch dementieren: «Wir haben offiziell die achtjährige Dauer des Sponsorings bekanntgegeben. Aber wir machen keine Angaben zu den Zahlen. Peter Buser hat in einem Fernseh-Interview erklärt, sein Engagement sei ein siebenstelliges pro Jahr. Das ist seine Sache.»

Als zentrale Gegenleistung für die Millionen muss der HCD seine Arena Peter Buser für Konzertveranstaltungen zur Verfügung stellen. Damit ist der HCD die erste Hockey-Firma mit einem Geldgeber, die gegen Bezahlung Musik machen lässt. Zahlen nach Noten eben. Ob einer solchen Formulierung muss Gaudenz Domenig dann doch lachen. Er hat ja auch gut lachen.

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