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BOXEN: Mehr als nur ein grosser Kampf

In der Nacht auf Sonntag (5 Uhr MEZ) steigen in Las Vegas Floyd Mayweather und Manny Pacquiao in den Ring. Es geht es um viel: mehrere Titel, Hunderte Millionen von Dollar und ganz viel Prestige. Und vielleicht um das Ende einer Karriere.
Floyd Mayweather (links) und Manny Pacquiao stehen sich bald auch im Boxring gegenüber. (Bild: EPA / Michael Nelson)

Floyd Mayweather (links) und Manny Pacquiao stehen sich bald auch im Boxring gegenüber. (Bild: EPA / Michael Nelson)

René Rödiger

Das Jahrhundert ist noch jung. So tönt es doch etwas verwegen, den Kampf zwischen Floyd «Money» Mayweather und Manny «Pacman» Pacquiao als «Kampf des Jahrhunderts» anzukündigen. Und trotzdem kann man sich kaum vorstellen, dass im Boxsport erneut zwei Ausnahmekönner zur gleichen Zeit ihren Zenit erreichen und dann gegeneinander antreten werden. Obwohl: Bei Mayweather gegen Pacquiao ist diese Konstellation nur bedingt der Fall. Der 38-jährige US-Amerikaner und der 36-jährige Filipino haben ihren Zenit vor einigen Jahren überschritten. Sportlich verspricht das seit sechs Jahren geplante Duell höchstes Niveau. Mayweather ist der über alle Gewichtsklassen hinweg beste Pound-for-Pound-Boxer der Welt, Pacquiao liegt in dem Ranking auf Rang drei. Der Sieger gilt als bester Boxer seiner Generation. «Es sind absolute Ausnahmekönner», sagt Ex-Champion «Big George» Foreman. Dieser vergleicht die Boxer der 17 verschiedenen Gewichtsklassen objektiv nach ihrem Können.

Poser, Protzer, Prügelprofi: Mayweather verkörpert in den USA den stinkreichen Emporkömmling. Aber er gilt auch als der beste Boxer der Welt. Das will er gegen Pacquiao bestätigen. Und auch im Trash-Talk sind beide Lager top. Pacquiaos Trainer Freddie Roach unterstellte Mayweather, er habe Angst vor Pacquiao und sei von seinem Pay-TV-Sender Showtime zu dem Kampf gezwungen worden. Mayweather, in 47 Kämpfen ungeschlagen, tönte, er sei besser als Muhammad Ali. «So etwas möchte ich nicht hören», mischte sich Ex-Champion «Iron Mike» Tyson ein und bezeichnete Mayweather als «Dreck».

Nur 1000 Karten im Verkauf

Es geht um viel beim Kampf in der Nacht auf den Sonntag (Beginn nicht vor 5.00 Uhr). Auch finanziell wurden alle Rekorde überboten. Die Börse beträgt mindestens 400 Millionen US-Dollar May­weather bekommt 60, Pacquiao 40 Prozent. Von den 16 800 Sitzplätzen in der Arena des MGM Grand in Las Vegas kamen nur rund 1000 Karten in den öffentlichen Verkauf. Diese waren innert einer Minute ausverkauft. Alle andern sind für die Familien, Freunde, Sponsoren und Organisatoren reserviert. Die Preise lagen im Durchschnitt bei 11 000 Dollar. Erstmals in der Geschichte des Boxsports musste auch Eintritt für das offizielle Wiegen bezahlt werden. Die Tickets kosteten zehn Dollar. Der Erlös, knapp 200 000 Dollar, kommt wohltätigen Organisationen zu. May-weather gibt seinen Anteil einer Brustkrebsorganisation, Pacquiao spendet an ein Center für Hirnverletzte.

Drei Titel stehen auf dem Spiel

Nebst viel Geld geht es auch um die Titel im Weltergewicht (bis 66,678 Kilogramm). Mayweather bringt die Titel der Boxverbände WBC und WBA in den Ring, Pacquiao will den Gürtel der WBO verteidigen. Der Sieger wird dreifacher Weltmeister im Weltergewicht. Und bekommt als Bonus – einen eigens für diesen Kampf angefertigten Gürtel im Wert von rund einer Million Dollar umgehängt.

Unterschiedliche Taktiken

Spannend ist, welche Taktik die beiden Fighter wählen. Mayweather ist ein blitzschneller Konterkämpfer. Er kommt gerne aus der Defensive mit einer durchdachten Taktik und ist in 47 Profikämpfen ungeschlagen. Pacquiao dagegen sucht immer die Konfrontation, ist ein klassischer Pressure-Fighter.

Von der Auslage her könnte die Fussarbeit zu einem wichtigen Kampffaktor werden: Mayweather Linksausleger (seine schwächere linke Faust und sein linker Fuss sind vorne), Pacquiao Rechtsausleger. So könnten sich die beiden Boxer häufig auf den Füssen stehen. Entscheidend ist auch, ob Mayweather (1,73 m) dank des Reichweitenvorteils den kleineren Pacquiao (1,69 m) auf Distanz halten kann. Sonst liegt der Vorteil beim Filipino. Beide Kämpfer haben ihre letzten Fights deutlich gewonnen, sind also in Form.

Der letzte Kampf?

Soll der zum «Fight of the Century» hochstilisierte Kampf aber tatsächlich das grösste Boxereignis der Geschichte werden, müsste er den legendären «Rumble in the Jungle» und den nicht minder berühmten «Thrilla von Manila» mit den Protagonisten Ali, George Fore­man und Joe Frazier in den Schatten stellen. Das wollte allerdings selbst Mayweather nicht so interpretiert wissen. «Es ist eine andere Ära. Man kann die Kämpfe nicht so miteinander vergleichen», sagte der 38-Jährige.

In Las Vegas herrscht jedenfalls der Ausnahmezustand: Während des Fights müssen sämtliche Geschäfte im MGM-Hotel schliessen. Der Sieger dieses «Kampfs des Jahrhunderts» wird sich kaum auf einen Rückkampf einlassen. Ein solcher ist im Vertrag auch nicht vorgesehen. Der Gewinner könnte sich mit dem Ruf als «bester Boxer seiner Zeit» zur Ruhe setzen.

Ausser natürlich, eine noch grössere Kampfbörse winkt bei «Mayweather vs. Pacquiao II».

WM-Kampf: Wie der Fight Floyd Mayweather gegen Manny Pacquaio ausgeht, lesen Sie am Sonntagmorgen auf www.luzernerzeitung.ch

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