Breel Embolo wie ein umgekehrter Handschuh

Der Schweizer Stürmer sorgt an diesem Fussballwochenende mit zwei Toren für Aufsehen. Und Dortmunds Trainer Lucien Favre darf aufatmen.

Markus Brütsch
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Was für ein grosser Tag für Breel Embolo (Mitte). Die Gladbacher feiern seinen zweiten Treffer gegen Freiburg (Bild: key).

Was für ein grosser Tag für Breel Embolo (Mitte). Die Gladbacher feiern seinen zweiten Treffer gegen Freiburg (Bild: key).

Gladbach und die Schweizer Kolonie weiter im Hoch

Der Reporter von Sky ist beeindruckt und sagt: «Auf Schalke werden sie sich fragen, ob das derselbe Embolo ist, den sie nach Mönchengladbach verkauft haben.» Ja, er ist es. Nur spielt er nun eben im weissen Trikot der Borussen viel besser, als noch im königsblauen der Gelsenkirchener. Was viel mit seinem Fitnesszustand zu tun hat. Nachdem er beim FC Schalke 04 in drei Jahren wegen verschiedener Verletzungen nicht weniger als 64 Spiele verpasst hatte, hat ihm der Tapetenwechsel in den Borussia Park gut getan: Embolo ist zwar kein anderer Mensch, aber ein ganz anderer Fussballer. Der neue Schalker Trainer David Wagner hatte es geahnt, dass es so kommen könnte. «Ich hätte ihn gern weiter bei uns gesehen. Schade, dass wir ihn nicht halten konnten», sagte er vor der Saison.

Nun der Spitzenkampf gegen den FC Bayern

Gestern nun, als der Sky-Berichterstatter besagte Bemerkung machte, sahen 51 000 Zuschauer den neuen Breel. Und als ihn Trainer Marco Rose sieben Minuten vor dem Ende vom Platz holte, erhoben sich die Zuschauer und feierten den Schweizer mit Sprechchören. Mit zwei Toren und einem Assist hatte er massgeblichen Anteil am 4:2-Sieg von Mönchengladbach gegen die Überraschungsmannschaft SC Freiburg. Es hätten sogar noch zwei Tore mehr für den 22-Jährigen werden können: Erst war ein Treffer nach Videobeweis wegen Offsides aberkannt worden, dann hatte der Schweizer einen Penalty an den Pfosten gesetzt .«Da wurde ich ein bisschen übermütig», meinte Embolo.

Mit Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Embolo standen alle vier Schweizer in der Startaufstellung. Am Samstag empfängt die Borussia den viertplatzierten FC Bayern. Dieser hat gegen Bayer Leverkusen mit 1:2 die erste Niederlage unter Hansi Flick erlitten.

Favre zieht mit Sieg in Berlin den Kopf aus der Schlinge

Die Messer seiner Kritiker waren gewetzt. Diese warteten am Samstag nur darauf, den Abgesang auf Lucien Favre anzustimmen. Doch es kam anders. Borussia Dortmund besiegte Hertha im Olympiastadion 2:1, vermasselte dem neuen Berliner Trainer Jürgen Klinsmann den Einstand und sorgte in der Hauptstadt für einen gehörigen Dämpfer. Vor allem aber half die Mannschaft, ihrem Trainer den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Nach dem 1:3 in Barcelona war die Partie in Berlin wohl weichenstellend für Favres unmittelbare Zukunft beim BVB gewesen. Obwohl Sportdirektor Zorc hinterher abwiegelte: «Die Trainerdebatte wird nur ausserhalb des Klubs geführt.»
Nach einer frühen 2:0-Führung und dem Berliner Anschlusstreffer hatten die Westfalen leiden müssen, weil ihr Führungsspieler Mats Hummels nicht gut drauf war und vor der Pause mit der Gelb-roten Karte vom Platz musste. Glück hatte Dortmund, als ein Tor von Davie Selke vom VAR wegen eines Offsides annulliert wurde. Der Berliner war ein paar Millimeter zu weit vorne gestanden. Auffallend war gewesen, wie viel lebhafter Favre gecoacht hatte, als zuletzt. «Stimmt nicht! Ich bin ganz ruhig gewesen», behauptete dieser hinterher. «Diese ganzen Diskussionen um meine Person waren mir total egal. »

Der FC Liverpool marschiert und marschiert

Einen weiteren Schritt in Richtung erstem Meistertitel seit 1990 machte der FC Liverpool mit einem 2:1-Sieg über Brighton. Dies, weil Manchester City beim 2:2 in Newcastle (ohne den verletzten Fabian Schär) patzte. Beim 2:2 von Arsenal in Norwich, der ersten Partie seit Unai Emerys Entlassung, spielte Granit Xhaka durch.

Der FC Thun kommt weiter nicht vom Fleck

Unter der Woche hatte der FC Thun vermeldet, dass ihm ein chinesischer Investor drei Millionen Franken zur Verfügung stellt. Beflügelt hat dies die Mannschaft des Schlusslichts in der Super League allerdings nicht. In Sion gab es die elfte Niederlage. Der Rückstand auf den Tabellenvorletzten, Xamax, beträgt drei Punkte.