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Bruder von Ivan Rakitic nach Eklat in Zofingen: "Schiedsrichter-Leistung war eine Frechheit"

Der Möhliner Klub NK Pajde verliert gegen den SC Zofingen das Spitzenspiel der 2. Liga inter – und danach die Nerven: Es hagelt insgesamt sechs Platzverweise. Nun drohen den Spielern und dem Klub Strafen vom Verband.
Nadine Böni

Es sind wüste Szenen, die Zuschauer am Samstagabend auf dem Sportplatz Trinermatten in Zofingen mit ihren Smartphones festhalten: Zwei Spieler verfolgen den Schiedsrichter, gestikulieren wild und brüllen ihn an. Weitere Spieler kommen dazu, ebenso Clubverantwortliche und Zuschauer. Der Schiedsrichter flüchtet in eine Stadion-Lounge. Es ist das chaotische Ende eines ebenso chaotischen Spiels.

Der SC Zofingen gewinnt im Spitzenspiel der interregionalen 2. Liga gegen den NK Pajde aus Möhlin mit 3:2. Das Resulat verkommt allerdings zur Nebensache. Sechs Platzverweise hagelt es, allesamt gegen NK Pajde. Schon in der vierten Spielminute zeigt Schiedsrichter Lumni Ukaj ein erstes Mal Rot. Nach der Halbzeit kassieren zunächst Pajde-Trainer Dejan Rakitic, Bruder von Weltstar Ivan, wegen Reklamierens Gelb und wenig später sein Assistent Rot – wohl wegen einer Schiedsrichterbeleidigung, wobei Rakitic dies abstreitet. Kurz vor Schluss schickt Ukaj erneut zwei Spieler von NK Pajde vom Platz; nach dem Spiel notiert er zwei weitere Platzverweise im Rapport.

«Was der Schiedsrichter pfiff, war eine Frechheit»

Da klingt es fast absurd, was Zofingen-Trainer Flavio Catricalà sagt: «Das Spiel lief eigentlich gesittet ab und der Gegner hat sich uns gegenüber jederzeit fair verhalten.» Das Problem, so Catricalà weiter, habe nur «zwischen den Spielern von NK Pajde und dem Schiedsrichter» gelegen.

Die Aussagen von Pajde-Trainer Dejan Rakitic bestätigen dies. «Ich bin schon lange und viel im Fussball unterwegs, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Was der Schiedsrichter in diesem Spiel gepfiffen hat, war schlicht eine Frechheit», sagt er. Allerdings, und das betont er ebenso, entschuldige dies nicht die Reaktion seiner Spieler. «Es ist falsch, was nach dem Spiel passiert ist. Der Spielverlauf und die Entscheidungen sind eine Erklärung, wie es zu dieser emotionalen Reaktion kommen konnte, sie sollen aber keine Entschuldigung sein.»

Die Spieler, die nach dem Schlusspfiff auf den Schiedsrichter zustürmten, hätten eine Erklärung von ihm hören wollen. «Es sieht auf dem Video und für Aussenstehende schlimmer aus, als es war», sagt Rakitic. «Es kam zu Wortgefechten, aber keinerlei Handgreiflichkeiten. Aber nochmal: Die Reaktion der Spieler war so nicht okay, das muss klar gesagt werden.»

Polizei nahm vor Ort die Personalien auf

Schiedsrichter Lumni Ukaj möchte gegenüber der AZ keine Stellung zum Vorfall nehmen. Gemäss Angaben der Kantonspolizei hat er direkt nach dem Spiel einen Strafantrag wegen Beschimpfung und Tätlichkeiten gegen Vertreter von NK Pajde gestellt. Die Polizei war mit mehreren Patrouillen zum Sportplatz ausgerückt und hatte die Personalien der Beteiligten aufgenommen. Die Ermittlungen laufen.

Konsequenzen hat der NK Pajde auch von Seiten des Fussballverbands zu befürchten. «Wir warten auf den Rapport des Schiedsrichters und werden diesen auswerten», sagt Ramon Zanchetto, Generalsekretär der zuständigen Amateurliga. Zum allfälligen Strafmass will er sich derzeit noch nicht äussern, kündigt aber «Konsequenzen für die Beteiligten» an. Der Strafenkatalog des Verbands reicht von einer Geldstrafe, über Sperren für Funktionäre oder Trainer bis hin zu einem Ausschluss des Teams aus der laufenden Meisterschaft. Klar ist, dass sich der NK Pajde zumindest auf lange Sperren für seine Rotsünder einstellen muss. «Was passiert ist, darf nicht passieren», sagt Zanchetto.

Für Mitte Woche ist eine Sitzung terminiert, bei der über allfällige Strafen entschieden wird. Bis dahin soll auch der NK Pajde die Gelegenheit erhalten, sich zu den Vorfällen zu äussern. «Wir werden im Vorstand nun besprechen, wie es weitergeht und wie unsere Stellungnahme an den Verband aussehen soll», sagt Dejan Rakitic dazu.

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