Brunner mit Torpremiere – Red Wings im Tief

Knapp 24 Stunden nach seinem spektakulären Penaltytor erzielte Damien Brunner in der Nacht auf heute seinen ersten «richtigen» NHL-Treffer. Die Niederlage gegen Dallas (1:2) vermochte er jedoch nicht zu verhindern.

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Red Wings Coach Mike Babcock mit den Spielern Cleary, Emmerton und Miller. (Bild: Keystone)

Red Wings Coach Mike Babcock mit den Spielern Cleary, Emmerton und Miller. (Bild: Keystone)

Die Red Wings hatten zur «Opening Night» geladen, dem Saisonauftakt, und 20'066 Fans sorgten dafür, dass «Hockeytown» seinen Namen auch gestern verdiente. Die Joe-Louis-Arena war zum 72. Mal in Serie ausverkauft.

Den Zuschauern wurde einiges geboten: 30 Prozent Rabatt auf alle Fanartikel, eine schöne Zeremonie anlässlich des Rücktritts von Tomas Holmström, der einen Tag vor seinem 40. Geburtstag gebührend verabschiedet wurde – aber eben auch ziemlich mittelmässiges Eishockey. Damien Brunner (26) erarbeitete sich im Startdrittel zwei gute Möglichkeiten, verfehlte das Tor aber jeweils knapp. Ansonsten funktionierte bei den Red Wings wenig bis nichts, auf den frühen Rückstand durch Ryder (6.) vermochten die Gastgeber nicht zu reagieren.

Verhaltener Torjubel bei Brunner

Nach zwei enttäuschenden Dritteln hatte Coach Mike Babcock (49) genug gesehen – und stellte die Linien um. Vorbei war es plötzlich mit der Traumformation Brunner-Dazjuk-Zetterberg. Auf die Frage, ob ihn die Wechsel nervös gemacht haben, sagte Brunner: «Nein. Ich hatte ein gutes Gefühl. Die Umstellungen haben unserem Spiel gut getan.» Brunner stürmte zwischenzeitig mit Cleary und Filppula, bevor der Trainer in der Schlussphase seine Kräfte wieder bündelte. Und tatsächlich: 3,4 Sekunden vor Schluss brachten die Red Wings die Scheibe schliesslich doch noch ins Tor – und wenn es schon zu keinem Punkt reichte, so verhinderten sie doch immerhin den Shutout von Dallas-Keeper Kari Lehtonen. Der Torschütze? Damien Brunner! Der Ex-Zuger brachte einen Dazjuk-Pass problemlos im Gehäuse des Finnen unter. Brunner, der in 19:59 Minuten Eiszeit zudem auf sechs Torschüsse, einen Check und zwei Strafminuten kam, sagte: «Klar bin ich glücklich, dass mir das Tor gelungen ist. Aber so richtig freuen konnte ich mich angesichts des Resultats nicht.» Tatsächlich fiel sein Torjubel äusserst verhalten aus. Trotzdem: «Die Stimmung war der Wahnsinn. Ich hatte Hühnerhaut», so Brunner.

Nach drei Spielen stehen die Red Wings mit bloss zwei Punkten da, und nachdem man lange die Abwehr als ihren Schwachpunkt betrachtet hatte, steht nun eher die Offensive in der Kritik. Vier Tore aus drei Partien sind eindeutig zu wenig, will man ins Playoff kommen. Das grösste Problemfeld: Das Powerplay. In 12 Überzahlgelegenheiten gelang Detroit noch kein einziger Treffer. «Es funktioniert überhaupt nicht», konstatierte auch Coach Babcock, der sich zudem bei Goalie Jimmy Howard bedankte. «Ohne ihn», sagte Babcock, «hätte es nach zwei Dritteln auch 0:7 stehen können.»

Stand es aber nicht, und so gönnte der Trainer seinen Schützlingen heute Mittwoch einen freien Tag. «Nach drei Spielen in vier Tagen brauchen wir eine Pause», sagte der Kanadier. Weiter geht es für Brunner und Co. am Freitag mit dem Heimspiel gegen Minnesota (01:30 Uhr, MEZ).

Nicola Berger, Detroit

Hinweis:
Alle Artikel zum NHL-Saisonstart auf www.luzernerzeitung.ch/nhl