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BRUTAL BESTRAFT: Heinzers zweite Enttäuschung

Die Innerschweiz hat nicht nur ihre goldenen olympischen Helden zu Wasser. Sie hat auch einen tragischen Helden an Land: Max Heinzer.
Klaus Zaugg, Rio De Janeiro
Die grosse Leere gleich nach dem Scheitern im Teamwettbewerb: der Schwyzer Max Heinzer. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Die grosse Leere gleich nach dem Scheitern im Teamwettbewerb: der Schwyzer Max Heinzer. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Klaus Zaugg, Rio de Janeiro

War die Zuversicht ein Irrtum? Der Optimismus eine Illusion? Nein. Der Schwyzer Max Heinzer (29) hatte das Talent für zwei Medaillen im Degenfechten. Im Einzel und mit der Mannschaft. Im Einzel ist er denkbar tragisch gescheitert. Wegen einer Zerrung beim Aufwärmen zum dritten Kampf. Der Untergang mit der Mannschaft ist am Sonntag gar ein denkwürdiges olympisches Drama geworden. Mit Max Heinzer in der Hauptrolle.

Die Fechtgenossen scheitern bereits in der ersten Runde gegen Italien schmählich. Nach neun Gefechten heisst das Resultat 32:45. Schmählich? Ja. Die Italiener sind zwar in der Weltrangliste als Dritte um drei Ränge besser klassiert. Aber die Schweizer hatten die drei letzten Direktbegegnungen für sich entschieden. In den letzten sieben Jahren haben sie dreimal die Europameisterschaft gewonnen und weitere fünf WM- und EM-Medaillen geholt. Ein Sieg gegen Italien und eine Medaille durften in Rio erhofft, ja erwartet werden. Gross waren Zuversicht, Selbstvertrauen und Optimismus.

Der Vergleich mit dem Schwingen

Zu gross. Die eidgenössischen Zorros sind am «Eugen-Hasler-Syndrom» gescheitert. Zu offensiv, zu naiv für den grossen Triumph. So wie Eugen Hasler, der als einer der besten und spektakulärsten Schwinger aller Zeiten nie König geworden ist. Mit diesem Vergleich ist Max Heinzer zwar nicht einverstanden: «Wir wollen Schwingen nicht mit Fechten vergleichen.» Aber Benjamin Steffens Analyse hört sich im Kern an wie eine Schilderung einer der grossen Niederlagen von Geni Hasler. «Wir wussten, dass sich die Italiener passiv verhalten würden. Aber wir waren überzeugt, dass wir besser sind und die Sache ausfechten können.» Also gut genug, um den «Catenaccio» der Italiener zu knacken. «Aber wir gerieten früh in Rückstand, und dann suchten wir zu schnell den Ausgleich.» Die Schweizer rannten in die offenen gegnerischen Degen.

Wie kein anderer verkörperte Max Heinzer dieses «Eugen-Hasler-Syndrom» im allerletzten Gefecht in Rio. Ja, sein Schlussfeuerwerk gegen die Italiener ist einer der vergessenen sportlichen Höhepunkte der Schweizer in Rio. Heinzer hat seine beiden ersten Kämpfe verloren und tritt nun zum 9. und letzten Gefecht gegen die Italiener an. Eigentlich ist es nur noch eine lästige Pflicht. Die Schweizer liegen chancenlos 18:32 zurück. Aber er akzeptierte die Niederlage, das Scheitern, das Ende aller olympischen Hoffnungen nicht. Drei Minuten Kampfzeit blieben ihm, um gegen Marco Fichera diesen Rückstand aufzuholen. Eigentlich unmöglich. Aber nur wer den Degen loslässt, ist im olympischen Drama verloren. Der Luzerner greift seinen Gegner geradezu tollkühn an. Er ist ständig in der Vorwärtsbewegung. Wild, ungestüm, ungeduldig. Er verschrottete bei seinen heftigen Attacken gar noch zwei Degen. «Ich sah immer noch eine Chance, und deshalb habe ich noch einmal alles versucht.»

Rücktritt ist kein Thema

Es war ein grosser Max Heinzer. Der wahre Max Heinzer. Aber zu spät. Der spektakuläre Sieg (14:13) ist nur eine Resultatkosmetik. Von 18:32 auf 32:45. Der Rücktritt ist für ihn kein Thema. «Die Leidenschaft fürs Fechten ist immer noch da.» Was er mit seinem letzten Auftritt gegen die Italiener in Rio ja eindrücklich bewiesen hat. Er ist erst 29 Jahre alt und hat, wenn er will, noch sieben, acht gute Jahre vor sich.

Enttäuscht: Heinzers Klubkollegen vom Yachtverein Immensee. (Bild Manuela Jans-Koch)

Enttäuscht: Heinzers Klubkollegen vom Yachtverein Immensee. (Bild Manuela Jans-Koch)

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