Bundesliga
1:1 gegen Leipzig: Yann Sommer kommt bei seinem Debüt im Bayern-Tor noch nicht zum Fliegen

Natigoalie Yann Sommer steht erstmals im Tor der Bayern. Beim 1:1 in Leipzig bleibt er ohne Makel, aber auch ohne grosse Tat.

Dominic Wirth Jetzt kommentieren
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Noch ein ungewohntes Bild: Yann Sommer im Bayern-Trikot.

Noch ein ungewohntes Bild: Yann Sommer im Bayern-Trikot.

DPA

Darf er gleich ran? Oder muss er noch warten? Um kurz vor acht Uhr gibt es die Antwort: Yann Sommer bekommt sein Debüt im Tor von Bayern München gleich bei der ersten Gelegenheit – beim Auswärtsspiel in Leipzig.

Das erstplatzierte Bayern beim Dritten, Leipzig, so lautet die Affiche. Das ist durchaus brisant, aber kein Problem für Yann Sommer, obwohl er erst am Tag zuvor erstmals mit den neuen Kollegen trainiert hat. So sieht das zumindest Julian Nagelsmann, der Trainer der Bayern, der seinen Neuzugang gleich ins Tor stellt – und vor dem Spiel sagt: Sein Goalie habe keinen Grund, nervös zu sein. Er erwarte nicht, dass sich Sommer zu viele Gedanken mache.

Willkommen, Yann Sommer, in der Welt des FC Bayern, dem Klub mit dem Meisterabo in Deutschland, wo man zu funktionieren hat, und zwar von der ersten Sekunde an.

Beim Gegentor ist Sommer machtlos

Sommer im Bayern-Trikot, es ist ein Bild, an das man sich noch gewöhnen muss. Das gilt auch für seine Rückennummer, die 27. Vor ihm reihen sich Dayot Upamecano, der französische WM-Finalist, und der Holländer Matthijs de Ligt auf.

15 Minuten brauche es, bis sich ein neuer Torhüter mit den Vorderleuten gefunden habe. Auch dieser Satz stammt von Nagelsmann. Und diese 15 Minuten verlaufen geruhsam für Sommer. Die Kurzfassung seiner ersten Halbzeit im Bayern-Trikot: Erster Ballkontakt nach 37 Sekunden. Erster Schuss auf sein Tor nach 22 Minuten, stramm zwar, aber von Emil Forsberg direkt auf ihn gefeuert. Ein abgefangener Eckball noch, und dann ist schon Pause, Sommer-Paraden: 0, Bayern-Tore: 1, dank Eric Maxim Choupo-Moting. Der Meister geht mit einem 1:0 in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel heisst es dann bald einmal auch: Sommer-Gegentore: 1. Eine Fehlerkette seiner Vorderleute nach 52 Minuten ist daran schuld, Sommer am Ende machtlos. Der Schweizer kassiert sein erstes Tor als Bayern-Goalie, bevor er seine erste richtige Parade zeigen kann. Das sowieso schon intensive, vom hohen Pressing beider Teams geprägte Spiel wird nun noch einen Zacken rassiger. Und Leipzig, der Herausforderer, ist eine Zeit lang besser.

Die Bayern wanken kurz, aber sie fallen nicht. Sie kreieren zwar in der zweiten Halbzeit kaum eine Chance. Aber sie lassen auch kaum eine zu. Für Yann Sommer, den 34-jährigen Debütanten in ihrem Tor, bedeutet das: Er kommt an diesem Abend nicht zum Fliegen, weil es ihn kaum einmal braucht. Er geht ohne Makel vom Feld. Aber auch ohne grosse Tat und ohne Sieg. Doch zumindest in den beiden letzten Fällen wird sich das bald einmal ändern.

Nach dem Spiel sagt Sommer, es habe noch nicht alles zu hundert Prozent funktioniert, im Spielaufbau etwa, aber «im Grossen und Ganzen» sei er zufrieden mit dem Einstand. Und Trainer Nagelsmann lobt ihn für seine Präsenz.

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