Carlos Bernegger reist mit Thun zurück in die Heimat

Am Freitag (20 Uhr) gastiert der frühere FCL-Trainer Carlos Bernegger mit seinem neuen Arbeitgeber Thun beim SC Kriens. Der Argentinier ist der Region Luzern verbunden geblieben.

Nicola Berger
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Thun-Trainer Carlos Bernegger im Training.

Thun-Trainer Carlos Bernegger im Training.

Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Thun, 13. Oktober 2020)

Vor sechs Jahren ist Carlos Bernegger im FC Luzern entlassen worden, der Trainer sagt, es habe lange gedauert, bis er die Trennung verarbeiten konnte, sie habe geschmerzt. Doch der 51-jährige Argentinier ist der Stadt bis heute verbunden, er wohnt noch immer hier; er sagt: «Ich liebe Luzern, ich bin mit meiner Familie hier hängen geblieben, wir fühlen uns hier sehr wohl.» Berneggers Kinder gehen in Luzern zur Schule, der im Sommer zurückgetretene Kriens-Profi Manuel Fäh unterrichtet seine Tochter.

Am Freitag kehrt Bernegger auch beruflich nach Luzern zurück, mit dem FC Thun gastiert er im Krienser Kleinfeld. Vor zwei Wochen wurde Bernegger in Thun nach dem Rücktritt von Marc Schneider zum Cheftrainer ernannt, zuvor hatte er im FC Basel als Assistent von Marcel Koller gewirkt. Thun ist der Saisonstart völlig missraten, mit nur einem Sieg aus fünf Spielen liegt der Absteiger auf Platz 9. Bernegger sagt:

«Der Klub muss sich erst wieder fangen, die Barragespiele haben Spuren hinterlassen. Bevor wir vom Aufstieg reden, müssen wir uns stabilisieren.»

Trotzdem hat Bernegger nicht lange überlegen müssen, als die Offerte aus Thun eintraf, er sagt: «Es ist eine reizvolle Aufgabe, und ich passe gut zu diesem Klub.» Bernegger würde es selber nie aussprechen, aber was er meint, ist: Er steht ebenso für Disziplin, Bescheidenheit und Bodenständigkeit wie Thun.

Bernegger ist beeindruckt vom SC Kriens

Es sind die Werte, die auch mit dem SC Kriens assoziiert werden; in den letzten Jahren wirkte Kriens wie das Thuner Ebenbild, einfach eine Nummer kleiner. Doch die Vorzeichen haben sich verschoben, Kriens steigt favorisiert in das Direktduell. Bernegger sagt: «In Kriens wird sehr gut und vernünftig gearbeitet, ich habe grossen Respekt davor, was der Klub aus seinen Möglichkeiten herausholt. Der Saisonstart war exzellent, der Sieg gegen GC beeindruckend.»

Vielleicht gelingt es Thun just aus dieser aussergewöhnlichen Situation Kraft zu schöpfen – die Berner Oberländer waren schon in der Super League dann am besten, wenn sie in der Aussenseiterrolle aufgehen konnten. Bernegger hat sich vorerst bis 2022 versprochen, aber natürlich hofft er darauf, dass es zu einem längerfristigen Engagement kommt. Auf der Trainerposition gab es in Thun seit 2013 mit Urs Fischer, Ciriaco Sforza, Jeff Saibene, Marc Schneider und nun Bernegger sehr wenig Fluktuation; der Klub steht im Ruf, auch in Krisensituationen die Geduld zu bewahren, was im Fussballgeschäft nicht mehr üblich ist. Bernegger sagt aber auch: «Kontinuität gibt es nicht gratis, man muss sie sich verdienen.» Als Trainer sind Punkte die wichtigste Währung – Bernegger will sein Konto auf dem Kleinfeld erhöhen.