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CASINO-FIGHT-NIGHT: Die Spätzünderin greift an

Heute Abend findet im Grand Casino Luzern die 6. Casino-Fight-Night statt. Erstmals mit dabei ist die Luzernerin Isabell Grossmann (31).
Roger Amberg
Isabell Grossmann gestern im Thai-Kickbox-Center in Horw.Bild: Pius Amrein

Isabell Grossmann gestern im Thai-Kickbox-Center in Horw.Bild: Pius Amrein

Heute Abend fliegen im Grand Casino Luzern wieder die Fäuste und Beine. Beim Thai-Boxen und dem K1 geht es von der ersten Sekunde an voll zur Sache. Fäuste schlagen im Gesicht ein, Tritte werden verteilt, und Schläge müssen eingesteckt werden. Kein Sport also für schwache Nerven.

Einen der ersten Kämpfe des Abends wird dabei die 31-jährige Isabell Grossmann bestreiten. Für die Kämpferin des Thai-Kickbox-Centers Luzern ist der Kampf gegen Isabelle Ratti erst der zweite überhaupt in ihrer Laufbahn. Die Frau aus Zell, die mittlerweile in der Stadt Luzern lebt, strebt im zweiten Kampf ihren zweiten Sieg an: «Mein Ziel ist zu gewinnen und Erfahrungen zu sammeln. Ich habe viel trainiert, 6–8 Einheiten pro Woche. Das ist sehr zeitintensiv, wenn man nebenbei noch 100 Prozent arbeitet. Aber die konditionelle Fitness ist sehr wichtig in unserem Sport.»

Mitleid mit Gegnerinnen hat sie nicht

Über ihre Gegnerin von heute Abend weiss Grossmann noch nichts: «Ich habe sie natürlich bei Google gesucht, aber nichts gefunden», erklärt sie schmunzelnd und fügt an: «Wenn man wenige Kämpfe bestreitet, findet man jeweils nicht so viel über die Gegnerinnen heraus. Ich versuche aber, mich allgemein auf mich zu konzentrieren.» In ihrem ersten Kampf überhaupt gelang dies Grossmann bereits sehr gut, stand sie doch gegen ihre Gegnerin Gloria Favini bereits nach der zweiten Runde als Siegerin fest. «Ich war nach dem ersten Kampf erstaunt ab mir selber, denn man lernt sich im Kampf von einer anderen Seite kennen. Ich habe gedacht, dass ich zurückhaltend bin, aber das war ich nicht. Ich hatte auch kein Mitleid mit meiner Gegnerin», so Grossmann, die in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm antritt.

Erst spät zum Thai-Boxen gefunden

Dabei wusste die studierte Betriebsökonomin und Beraterin beim Personaldienstleister Cirrus 44 lange überhaupt nichts vom Thai-Boxen. Erst vor zweieinhalb Jahren entdeckte sie den Kampfsport aus Thailand per Zufall, als sie durch einen Kollegen an einem Probetraining teilnahm und sofort fasziniert war. «Es ist schade, dass ich erst so spät zu dieser tollen Sportart gefunden habe, ich hätte es gerne schon früher gemacht», beteuert Grossmann.

Beim Thai-Boxen oder Muay Thai, wie die Thailänder ihren Nationalsport nennen, geht es darum, den Gegner mit Faustschlägen, Kniestössen, Ellenbogenschlägen oder aber Kicks mit dem Schienbein zu treffen. Von vielen wird Thai-Boxen sogar als eine der härtesten Kampfsportarten der Welt betrachtet. Was also ist das Faszinierende an dieser Sportart? «Thai-Boxen ist eine sehr komplexe Sportart, man braucht Arme, Beine, den Bauch und den Rücken, also fast alle Körperteile. Es braucht sehr viel Disziplin, und man kann sich voll auspowern. Man muss mit dem Kopf immer bei der Sache sein und kann deshalb hervorragend auch einmal vom Alltag abschalten.»

Mentale Vorbereitung auf den Kampf

Auch der mentale Aspekt in einem Kampf sei extrem wichtig, betont Grossmann: «Als Kämpferin muss man in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren und sich nicht völlig vergessen und einfach drauflos prügeln.» Damit genau das nicht passiert, bereitet sich Grossmann vor einem Wettkampf mit motivierender oder beruhigender Musik vor: «Ich stelle mir dann Kampfsituationen vor und wie ich mich darin verhalte, zum Beispiel wenn die Gegnerin angreift», sagt sie und fügt sogleich hinzu: «Natürlich stelle ich mir auch vor, wie ich gewinne.» Als grosse Stärke bezeichnet die 31-Jährige ihre grosse Reichweite, die sie mit ihren 1,77 Metern Grösse vorweist. Gegen viele Gegnerinnen, die tendenziell eher kleiner sind, sei dies ein grosser Vorteil. Verbesserungspotenzial sieht Grossmann allerdings noch bei ihrer Box-Technik, die nicht ganz so gut sei wie ihre Kick-Technik.

Die persönlichen Ziele will sich Grossmann nicht allzu hoch stecken: «Ich habe eher spät angefangen mit dem Thai-Boxen, was allerdings kein Hindernis sein soll. Es ist nie zu spät, mit etwas zu beginnen. Ich schaue im Moment einfach von Kampf zu Kampf.» Heute Abend wird sich zeigen, ob Isabell Grossmann ihre weisse Weste bewahren kann, wenn sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere in den Kampfring steigen wird.

Heute im Casino Luzern: 11 Kämpfe ab 20.30 (Türöffnung 19.00).

Fight Card. K1 (60 kg): Luisa Vogel (TKBC Luzern) vs. Gloria Favini (ITA). – K1 (67 kg): Ali Hasrat (Luzern) vs. Samson Haile (Genf). – Boxen (69 kg): Mohsen Heidari (Luzern) vs. Andrea Tranto (ITA). – K1 (56 kg): Olivia Meier (Luzern) vs. Laura Pileri (ITA). – K1 (60 kg): Muhammed Yildiz (Luzern) vs. Alessandro De Caro (ITA). – K1 (über 95 kg): Geza Kovacs (Luzern) vs. Marco Scarnecchia (ITA). – K1 (65 kg): Isabell Grossmann (Luzern) vs. Isabella Ratti (ITA). – K1 (86 kg): Blendi Ibrahimaj (Luzern) vs. Luigi Renda (ITA). – Muay Thai (76 kg): Patrick Komani (Luzern) vs. Terry Myassar (Gern). – MT (67 kg): André Ranzenberger (Luzern) vs. Awate Tefai (Genf). – K1 (65 kg): Mike Jahr (Luzern/GER) vs. Bryan Merlin (Lausanne).

Roger Amberg

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