Challenge League
2:0-Auswärtssieg in Wil – diese Runde geht an den SC Kriens

Drei dicke Punkte für Kriens im Abstiegskampf: Das Bollwerk der Mannschaft von Trainer Bruno Berner hält dicht, der SCK gewinnt gegen den FC Wil 2:0. Der Abstand auf Chiasso, den Tabellenletzten auf dem Abstiegsplatz, beträgt vier Punkte.

Turi Bucher
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Gut gemacht, Kriens - das Optimum herausgeholt. Kriens siegte am Samstagabend nicht unverdient, musste aber in der zweiten Halbzeit bis zum erlösenden 2:0 in der Nachspielzeit schwer leiden. Es war nicht zu übersehen: Diese Krienser rannten in Wil für ihren Verein, rannten ums Überleben in der Challenge League. «Ich habe keine Abstiegsangst im Auftritt meines Teams gesehen», sagte SCK-Coach Berner nach dem Schlusspfiff.

Kriens feiert das Tor zum 2:0.

Kriens feiert das Tor zum 2:0.

Bild: Marc Schumacher / freshfocus

Kriens spielte eine beherzte, engagierte erste Halbzeit, war die bessere, gefährlichere Mannschaft. Die Gästeequipe ging schon nach neun Minuten 1:0 in Führung: Patrick Luan hielt mit einem Kunststückchen den Ball im Wil-Strafraum, in der Folge bediente Liridon Mulaj den herbei geeilten Izer Aliu, der den Ball in Richtung Tor beförderte. Wils Torhüter Philipp Köhn hatte seine Hand noch dran, aber nicht genügend, um den Rückstand zu verhindern.

Riesige Laufarbeit jedes einzelnen Kriensers

Köhn musste sich in der 25. Minute beinahe akrobatisch nach hinten strecken, um Marijan Urtics Kopfball nach einem Mulaj-Freistoss noch vor der Torlinie wegzuwischen. Nicht nur deswegen war die Krienser Führung absolut verdient: Die Pressingtaktik mit sofortigem Attackieren der gegnerischen Spieler und das Defensivkonzept wurde mit enormer Laufarbeit eindrücklich umgesetzt, Wils Versuche verpufften wirkungslos.

Zwar konnte sich der Krienser Gegner nach einer halben Stunde mit einer bis zur Pause dauernden Druckphase in der SCK-Platzhälfte installieren, aber die Mannschaft von Trainer Alex Frei fand kein Rezept, um das Kriens-Bollwerk zu durchbrechen. Das Bollwerk, diese Staumauer vor dem eigenen Strafraum, hielt auch dicht, weil Wil zu wenig kreativ war, keine Ideen aufs Feld produzierte.

Dauerstress in der zweiten Halbzeit

Es war vorauszusehen: Kriens konnte die immense Laufarbeit nicht in die zweite Halbzeit duplizieren, befand sich nun im Dauerstress. Noch viel schwieriger wurde es ab der 81. Minute, als der seit der 49. Minute wegen Foulspiels bereits verwarnte SCK-Stürmer Patrick Luan bei einem Spielunterbruch den Ball wegschlug und somit die rote Karte kassierte. Geht’s im Abstiegskampf noch unvernünftiger?

Patrick Luan (links), hier gegen Philipp Muntwiler.

Patrick Luan (links), hier gegen Philipp Muntwiler.

Bild: Marc Schumacher / freshfocus

Dabei hatte die Sion-Leihgabe Luan in der ersten Halbzeit mit seinen Balleroberungen so viel für seine Mannschaft getan. Die Teamkollegen rackerten aber weiter, versuchten die Wege der anstürmenden Wiler zu verbarrikadieren. Weil Wils Offensivaktionen nicht viel gescheiter waren als Luans Aktion vor dem Platzverweis, konnte der Vorsprung trotz nur 33 Prozent Ballbesitz verwaltet werden.

Feine 2:0-Einzelleistung von Marleku

«Wir haben in der zweiten Halbzeit bei unseren Konterangriffen zu wenig genaue Pässe gespielt», sagte Berner hinterher. Aber: Die Krienser Kämpfer konterten noch einmal. FCL-Leihspieler Mark Marleku führte mit einer feinen Einzelleistung in der Nachspielzeit die Entscheidung herbei. Wie er im Gästestrafraum den Ballbesitz verteidigte, sich Raum verschaffte und den Ball zum 2:0 unter die Latte schoss, war grosse Klasse.

Dieses 2:0, dieser Schuss hatte die Wirkung eines Befreiungsschlages. Allerdings nur für dieses Spiel. Denn der Abstiegskampf geht weiter. Doch diese Runde geht an Kriens. Neuchâtel Xamax (0:0 gegen Stade Lausanne-Ouchy) und Chiasso (1:1 gegen Thun) holten in ihren Heimspielen nur je einen Punkt, der SCK verbucht mit dem Sieg drei Punkte. Nun folgt eine Pause bis zum Ostersamstag, noch zehn Spiele dauert diese Meisterschaft. In zwei Wochen kommt das drittplatzierte Stade Lausanne-Ouchy nach Kriens. Aufgepasst, das Offensivspiel der Westschweizer ist um einiges kreativer als jenes von Wil. Aber jetzt: mal ein paar Tage lang den feinen Auswärtssieg in Wil geniessen.


Wil – Kriens 0:2 (0:1)

Bergholz. – 5 Zuschauer. - SR Hänni.

Tore: 9. Aliu 0:1. 92. Marleku 0:2.

Wil: Köhn; Izmirlioglu, Muntwiller, Sauter (87. Kronig); Dickenmann (87. Koide), Kamber (46. Fazliu), Krasniqi, Brahimi; Zumberi, Tushi; Silvio (67. Haile-Selassie).

Kriens: Brügger; Urtic, Alessandrini, Berisha; Mistrafovic, Kukeli (66. Selasi), Aliu, Costa; Djorkaeff (66. Marleku), Mulaj (82. Sessolo); Luan.

Bemerkungen: Wil ohne Abazi, Ismaili (beide verletzt) und Talabidi (krank). Kriens ohne Bürgisser (gesperrt), Ulrich, Yesilçayir (beide verletzt), Follonier und Busset (beide rekonvaleszent). Platzverweis: 81. Luan (Gelb-Rot, Ballwegschlagen). Verwarnungen: 23. Kamber, 34. Suter, 49. Luan (Fouls).