Challenge League Abstiegskampf
Die Sportredaktion hat entschieden: Der SC Kriens steigt nicht ab – und was denken Sie?

Die Krienser Fussballer spielen am Freitag (19.00) auswärts am Genfersee gegen Stade Lausanne-Ouchy: Eine Mission Impossible?

Turi Bucher
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Wut, Erleichterung, Genugtuung. Das war, in dieser Reihenfolge, der vergangene Samstagabend für die Protagonisten und Verantwortlichen beim SC Kriens nach dem 2:2-Unentschieden daheim gegen den FC Wil.

Der SC Kriens steckt mitten im Abstiegskampf.

Der SC Kriens steckt mitten im Abstiegskampf.

Bild: Urs Flüeler / Keystone

Wut, weil nach der frühen 2:0-Führung ein Fehlentscheid des Schiedsrichters kurz vor der Pause das Spiel kippte. Erleichterung, dass es am Ende der Partie nach rund 50-minütiger Unterzahl, also trotz des Platzverweises noch für einen Punkt gereicht hat. Genugtuung, weil am Wochenende selbst die Verantwortlichen der Schiedsrichterkommission ein Eingeständnis gegenüber den Kriensern machten beziehungsweise den einschneidenden Schiedsrichterfehler bestätigten.

Einschneidend deshalb, weil Kriens heute gegen Stade Lausanne-Ouchy (SLO) ohne den gesperrten Captain Elia Alessandrini antreten muss, einschneidend aber auch, weil gegen den am Spielfeldrand protestierenden Kriens-Sportchef Bruno Galliker ein Disziplinarverfahren eröffnet wurde und eine Busse droht, und einschneidend nicht zuletzt, weil dem SCK durch die rote Karte in der Fairnessrangliste immer willkommenes Geld verlorengeht.

Hat ein Disziplinarverfahren am Hals: Kriens-Sportchef Bruno Galliker.

Hat ein Disziplinarverfahren am Hals: Kriens-Sportchef Bruno Galliker.

Bild: Patrick Hürlimann (Kriens, 21. Januar 2019)

Das erfundene Handspiel bedeutete erst die zweite rote Karte für den SC Kriens in dieser Saison, und beim SCK haben sie sich erinnert: Schon in Chiasso war es derselbe Schiedsrichter gewesen, der damals Dario Ulrich kurz nach der Halbzeit umstritten gelb-rot bestraft hatte. Wie wahrscheinlich ist es, dass David Huwiler in dieser Saison kein Kriens-Spiel mehr arbitrieren wird?

Ouchy hat fünf Partien mehr gewonnen

Die Krienser mussten allerdings auch Selbstkritik üben. Kriens hätte schon vor der strittigen Szene das 3:0 erzielen können, «und danach schlich sich bei uns der Schlendrian ein», wie Trainer Bruno Berner festhielt. So kam es auch zur Strafraumturbulenz, in welcher der Ball-Captain Alessandrini schliesslich an den Arm flog.

Nun treten die Krienser heute auswärts beim viertplatzierten Stade Lausanne-Ouchy an. Die Westschweizer haben in dieser Saison fünf Spiele mehr gewonnen als der SC Kriens. Und vor allem: nie gegen Kriens verloren (2:1, 2:0, 1:1). Eine «Mission Impossible» für Kriens? Auch diesmal wieder heisst es mit Blick auf die Tabellensituation im Abstiegskampf zwischen Kriens, Neuchâtel Xamax (auswärts in Winterthur) und Chiasso (auswärts in Thun): Kriens kann heute Abend auf den letzten Ranglistenplatz stürzen.

Die aktuelle Situation:

8. Kriens 31 Spiele | 33:40 Torverhältnis | 31 Punkte

9. Xamax 31 | 30:52 | 30
10. Chiasso 31 | 28:52 | 29

Und so tippt unsere Sportredaktion den Abstiegsdreikampf in den letzten fünf Runden:

Daniel Wyrsch (Fussballreporter und FC-Luzern-Berichterstatter): «Kriens holt in den letzten 5 Runden noch 2 Punkte. Xamax holt total 6Punkte, Chiasso noch 3 Punkte. Es wird ein Herzschlagfinale zwischen Kriens und Chiasso – mit dem besseren Ende für den SCK! Aber auf diese Prognose verlassen darf sich das Team von Bruno Berner natürlich nicht.»

8. Xamax 36/36
9. Kriens 36/33
10. Chiasso 36/32

Philipp Zurfluh (Eishockeyreporter und 2.-Liga-Fussballer beim FC Schattdorf): «Kriens holt noch 4 Punkte, Xamax noch 6 Punkte. Chiasso wird sich 7 Punkte erkämpfen. Die Krienser müssen den Gang in die Promotion League antreten, weil sie von allen drei Mannschaften das schwierigste Restprogramm gegen die Top 4 haben. Da helfen auch die grossen Trainerqualitäten eines Bruno Berner nicht weiter.»

8. Xamax 36/36
9. Chiasso 36/36
10. Kriens 36/35

René Barmettler (Regionalfussballreporter): «Kriens macht noch 10 Punkte! Chiasso holt noch 6 Punkte, Xamax nur noch 4. Xamax steigt wegen der klaren Abwärtstendenz ab. Der Sieg in der zweitletzten Runde gegen das dann bereits aufgestiegene GC wird den Neuenburgern nichts mehr nützen, Chiasso wird im Direktduell in der letzten Runde den Ligaerhalt schaffen.»

8. Kriens 36/41
9. Chiasso 36/35
10. Xamax 36/34

Cyril Aregger (Sportchef und Handballexperte): «Kriens erreicht noch 6 Punkte, Xamax ebenfalls, Chiasso sogar 7 Punkte. Es bleibt spannend bis zum letzten Spiel. Der SCK profitiert davon, dass die dann bereits aufgestiegenen Grasshoppers weiter in Feierlaune sind. Der 2:0-Sieg ganz am Schluss sichert den Kriensern den Ligaerhalt. Da es in der hart umkämpften Finalissima zwischen Xamax und Chiasso keinen Sieger gibt (1:1), müssen die Tessiner den Gang in die Promotion League antreten.»

8. Kriens 36/37
9. Xamax 36/36
10. Chiasso 36/36

Turi Bucher (Fussballreporter und SC-Kriens-Berichterstatter): «Kriens holt insgesamt nur noch 2 Punkte. Xamax erspielt sich aber 6 Punkte. Chiasso sammelt noch 4 Punkte. Kriens hat vor der letzten Runde einen Punkt Vorsprung auf Chiasso. Dann verliert Kriens bei GC, aber Chiasso spielt gegen Xamax nur unentschieden. Chiasso steigt punktgleich, aber wegen der schlechteren Tordifferenz ab.»

8. Xamax 36/36
9. Kriens 36/33
10. Chiasso 36/33

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