Challenge League
Späte 1:1-Belohnung für die Krienser gegen Stade Lausanne-Ouchy

Erst in der Nachspielzeit gelang dem SC Kriens der Ausgleich zum 1:1 gegen Stade Lausanne-Ouchy. Dieser war verdient, denn nach dem 0:1 der Lausanner hatten nur noch die Krienser Torchancen.

Turi Bucher
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Der Krienser Marjan Urtic.

Der Krienser Marjan Urtic.

Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 3. April 2021)

Es schienen ganz miese Ostern für den SC Kriens zu werden. Die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf siegte: Chiasso gewann knapp 1:0 in Winterthur, Neuchâtel Xamax fuhr in Zürich die Grasshoppers gleich mit 4:1 in Grund und Boden. Und Kriens rannte gegen den selbst ernannten Aufstiegskandidaten Stade Lausanne-Ouchy ab der 12. Minute einem 0:1 hinterher. Dann, schon tief in der Nachspielzeit, fiel der Ausgleich doch noch.

Doch schön der Reihe nach. Kriens überstand die Lausanner Belagerung vor dem Strafraum nach zehn Minuten nicht unbeschadet. Den Scharfschuss von Giovani Bamba aus 16 Metern konnte SCK-Torhüter Pascal Brügger zwar noch an die Lattenunterkante lenken, doch Ouchy-Mittelstürmer Yanis Lahiouel war sofort zur Stelle und drückte den Ball mit dem Kopf zum 1:0 für die Westschweizer über die Torlinie.

Was danach folgte, war eine Demonstration: Nicht von Stade Lausanne-Ouchy, das in den vergangenen Wochen öffentlich machte, dass es gerne als zweiter Lausanner Verein in die Super League aufsteigen möchte. Nein, die Mannschaft von Meho Kodro stellte den Fussballbetrieb sozusagen ein, wollte den knappen Vorsprung nur noch verwalten.

Nach dem 0:1 hatte nur noch Kriens Torchancen

Es war vielmehr der SC Kriens, welcher in den restlichen 82 Spielminuten ein Manifest auf den Rasen legte: Dieses Kriens, nein, das kann nicht der Absteiger sein. Nur: Während Chiasso in Winterthur den Vorsprung zu verteidigen vermochte, während Xamax auswärts GC beschämte, wollte den pausenlos rennenden und kämpfenden Kriensern der Ausgleich einfach nicht gelingen. Es war durchaus nicht so, dass Kriens nicht in der Lage gewesen wäre, sich die nötigen Chancen zu erarbeiten. Da war der Pfostenschuss von Diogo Costa (31); Helios Sessolos diverse Chancen (33./36./39./56./59.); Liridon Mulajs Möglichkeit (47.); Oan Djorkaeffs Schuss (51.) – doch das 1:1 liess lange, lange auf sich warten.

Der Krienser David Mistrafovic im Zweikampf mit Lausannes Vincent Rufli.

Der Krienser David Mistrafovic im Zweikampf mit Lausannes Vincent Rufli.

Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 3. April 2021)

«Dieser Punkt ist hochverdient»

Die Krienser Spieler selber waren wohl die einzigen, die am Schluss, als die Nachspielzeit anbrach, noch an diesen Torerfolg glaubten. Unglaublich, aber das erlösende 1:1, es fiel doch noch, in der 93.Minute: Der eingewechselte Daniel Follonier flankte einen letzten Freistoss aus dem Mittelfeld in den Ouchy-Strafraum – Dario Ulrich hielt den Ball im gegnerischen Strafraum, Robin Busset tat erfolgreich dasselbe, der Ball prallte nach links zu David Mistrafovic ab, und dieser schlenzte den Ball mit dem schwächeren rechten Fuss unhaltbar in die rechte Ecke. «Viel Zeit, um sich dabei noch etwas zu überlegen, blieb nicht», sagte Mistrafovic nach dem Schlusspfiff. «Ich habe einfach auf den Ball geschlagen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt für uns.»

Der Krienser Trainer, Bruno Berner, sagte nach dem 1:1:

«Dieser Punkt ist hochverdient. Er zeigt, dass wir niemals aufgeben. Ich freue mich für alle im Verein.»

Die Krienser haben damit im 3. Viertel der Saison total 10 Punkte geholt; im 1. Viertel waren es noch 11; im 2. Viertel nur 5 Punkte.

In einer Woche, am kommenden Freitag, kommt es zum vorläufigen Showdown im Abstiegskampf: Kriens muss auswärts in Chiasso antreten. «Jetzt geniessen wir den Punkt, schalten über die Ostertage ab, dann greifen wir wieder an», sagte 1:1-Torschütze Mistrafovic.

Der Krienser Helios Sessolo im Zweikampf mit Lausannes Vincent Rufli.

Der Krienser Helios Sessolo im Zweikampf mit Lausannes Vincent Rufli.

Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 3. April 2021)

Telegramm

Kriens – Stade Lausanne-Ouchy 1:1 (0:1)

Kleinfeld. – 5 Zuschauer. – SR Gianforte.

Tore: 12. Lahiouel 0:1. 93. Mistrafovic 1:1.

Kriens: Brügger; Urtic (74. Busset), Alessandrini, Berisha, Costa; Mistrafovic, Selasi (65. Marleku), Aliu (74. Bürgisser), Mulaj (74. Follonier); Djorkaeff (58. Ulrich), Sessolo.

Stade Lausanne-Ouchy: Hammel; Asllani, Hajrulahu, Rüfli, Tavares (58. Efendic); Bamba, Schneuwly (58. Qarri), Abdullah, Amdouni; Lahiouel (70. Ajdini), Ndongo.

Bemerkungen: Kriens ohne Luan (gesperrt), Kukeli und Yesilçayir (beide verletzt). Stade Lausanne-Ouchy ohne Routis, Dalvand, Laugeois, Perrier, Albizua und Da Silva (alle verletzt). 31. Pfostenschuss Costa. Verwarnungen: 33. Abdullah, 35. Ndongo, 79. Asllani, 84. Bamba (Fouls), 94. Rüfli (Reklamieren).