CHAM: Gefeiert wird auf dem Papieri-Areal

An der Streckenpräsentation der Tour de Suisse hat der Hub Cham im Mittelpunkt gestanden. Der lokale Radsportprofi Martin Elmiger hofft auf Chancen im Prolog.

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Wie im letzten Jahr Baar freut sich heuer Cham auf die Radprofis der Tour de Suisse. (Bild: Patrick Hürlimann (Baar, 11. Juni 2016))

Wie im letzten Jahr Baar freut sich heuer Cham auf die Radprofis der Tour de Suisse. (Bild: Patrick Hürlimann (Baar, 11. Juni 2016))

Andrea Muff
andrea.muff@zugerzeitung.ch

Bergpreis, Gelbes Trikot und Zeitfahren: Begriffe, die spätestens im Juni wieder in aller Munde sein werden. Spezifisch im Ennetsee fallen noch zwei Namen, nämlich die der Chamer Radprofis Martin Elmiger und Grégory Rast. Denn es geht um die grösste Radrundfahrt der Schweiz – um die 81. Tour de Suisse (siehe Box). Am Donnerstag wurde die Presse in den Chamer Lorzensaal zur Medienkonferenz geladen. Dabei fehlte auch eine gute Portion Lokalkolorit am sogenannten Hub Cham nicht: Beat Schilter, Chamer Gemeinderat und Vize-OK-Präsident Hub Zug, durfte die Präsentation eröffnen, und Martin Elmiger, Chamer Radprofi, analysierte zusammen mit Ex-Profi David Loosli, sportlicher Leiter der Tour de Suisse, die Etappen.

Bereits zum dritten Mal hintereinander, nach Rotkreuz und Baar, startet die Tour de Suisse im Kanton Zug. Diesmal wird am Wochenende vom 9. bis 11. Juni die Gemeinde Cham zum Hotspot für Radprofis und -sportfans machen. «Wir haben viel Herzblut in die Organisation gesteckt und freuen uns, die Tour de Suisse in unserer Gemeinde zu haben», begrüsste Beat Schilter die Anwesenden im Lorzensaal. Auch Olivier Senn, Generaldirektor der Tour de Suisse, macht klar: «Die Tour de Suisse soll gleichzeitig auch ein Volksfest sein.»

Startwochenende mit zwei Etappen in Cham

Die ganze Veranstaltung beginnt am Freitag, 9. Juni: Die insgesamt 22 Radteams präsentieren sich dem Publikum. Am folgenden Tag treten alle zur ersten Etappe an, dem Prolog-Zeitfahren. Der sechs Kilometer lange Rundkurs startet in der Region Schluecht, führt über die Städtlistrasse und auf der Knonauerstrasse wieder zurück ins Chamer Ortszentrum. Das Ziel wird bei der Papierfabrik sein. Am Sonntag, 11. Juni, findet die 2. Etappe als Rundkurs statt. Die Strecke führt in den Kanton Aargau über den Horben und wieder zurück nach Cham. Vier Mal werden die Profis den Freiämter Aussichtspunkt unter ihre Räder nehmen. Insgesamt handelt es sich hier um 172,2 Kilometer und 2412 Höhenmeter, die überwunden werden müssen.

Martin Elmiger, der selbst im Radsportverein RMV Cham-Hagendorn gross geworden ist und heute dem schweizerisch-amerikanischen Team BMC angehört, kennt die Strecke wie seine Westentasche: «Es ist ein schneller Prolog, ich hoffe auf eine ähnliche Leistung von mir wie im letzten Jahr in Baar.» Damals erreichte er den vierten Platz. Der 38-Jährige gibt schmunzelnd zu: «Es wäre aber schon ein wenig kitschig, wenn ich in Cham gewinnen würde.» Nervös oder besonders unter Druck fühle er sich aber nicht. «Mit meiner Erfahrung gehe ich vor allem mit einer grossen Portion Freude an den Start. Es ist immer schön, wenn man die Leute am Strassenrand kennt.»

Die grossen Feierlichkeiten, wie etwa die Bike Expo, die Kids World mit einem Parcours für den Nachwuchs und das «Village» mit den Zelten der Sponsoren werden in Cham auf dem Papieri-Areal zu finden sein. Insgesamt rund 5000 Quadratmeter werden zur Verfügung stehen. Mit jeweils rund 2000 Besuchern an den Abenden rechnen die Organisatoren. «Wir stellen auf dem Areal ein eigenes Festzelt auf», erklärt Beat Schilter. Dabei seien viele Vereine involviert. «Natürlich können wir auch noch Helfer brauchen», stellt der Vize-OK-Präsident klar. Melden könne man sich direkt bei ihm oder über die Homepage www.tds-zug.ch. Mit dem Standort Papieri-Areal sei man dem Radsport sehr nahe: «Die gesamte Logistik ist eine Herausforderung, aber wir können von den Erfahrungen der Hubs Rotkreuz und Baar profitieren.» Beat Villiger, Sicherheitsdirektor des Kantons Zug, präsidiert das Organisationskomitee Hub Zug, und auch Beat Schilter half in den Jahren zuvor im Hintergrund mit.

Zuschauerzahl ist vom Wetter abhängig

Es gibt aber auch eine «Kehrseite der Medaille», wie Schilter sagt. Denn Cham wird zum Hotspot der Radsportfans und Profisportler und die Gemeinde muss daher mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen und mit Strassensperrungen rechnen. «Wir haben Direktbetroffene bereits informiert.» So werde die Knonauerstrasse am Samstag und Sonntag während des Rennens sicher gesperrt sein. «Konkrete Informationen und wann die Busse wo verkehren, werden wir laufend kommunizieren.» Für den Vize-OK-Präsidenten ist aber klar: «Wir sind auf das Verständnis der Anwohner und Landbesitzer angewiesen. Bis anhin haben es aber alle positiv aufgenommen und stehen hinter uns.» Wie viele Zuschauer tatsächlich am Hub Cham sein werden, sei sehr wetterabhängig, aber mit 5000 bis 6000 Zaungästen pro Tag rechne das Organisationskomitee schon. Schilter erklärt abschliessend: «Für mich persönlich war es ein wichtiges Anliegen, dass wir die Tour de Suisse nach Cham holen, denn mit dem RMV spielen wir eine wichtige Rolle im Zentralschweizer Radsport.» Und auch der lokale Radsportprofi Martin Elmiger ist dabei: «Das freut uns sehr», sagt Schilter.

Visualisierung der Tour de Suisse 2017 (Bild: Tour de Suisse / Grafik: Isabelle Daniel)

Visualisierung der Tour de Suisse 2017 (Bild: Tour de Suisse / Grafik: Isabelle Daniel)