Dem EVZ bietet sich eine grosse Chance in der Champions Hockey League

Zug kann am Dienstag (19.45) zu Hause gegen Hradec Kralove in den Halbfinal der Champions Hockey League einziehen.

Daniel Gerber
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Zugs Dario Simion (rechts) im Achtelfinal gegen Tappara Tampere.

Zugs Dario Simion (rechts) im Achtelfinal gegen Tappara Tampere.

Marc Schumacher, Freshfocus

EVZ-Stürmer Dario Simion will wieder in den Halbfinal der Champions Hockey League. Als einziger Zuger gelang ihm dieser Vorstoss bereits einmal: Mit dem HC Davos erreichte er die Top 4 Europas in der Saison 2015/16. Der Frölunda HC Göteborg bedeutete damals jedoch Endstation für die Bündner Equipe.

Nach Davos und Fribourg-Gottéron (Saison 2016/17) will der EV Zug als dritter Klub der Schweiz den Halbfinal erreichen. Nach dem 1:1 im Hinspiel ist ein Sieg gegen die tschechische Mannschaft Mountfield Hradec Kralove nötig. «Bis jetzt haben wir gut gespielt», analysiert Dario Simion. «Nun ist es wie das siebte Playoff-Spiel. Sie spielen physisch stark, wir müssen sehr bereit sein. Es wird ein schnelles und intensives Spiel. Wir müssen mit dem Kopf, den Beinen und den Händen schneller sein.»

«Man denkt ein Leben lang daran»

Am Anfang sei das Interesse des Publikums nicht so gross gewesen, beobachtete Dario Simion. «Nun wird es aber für die Fans langsam spannend, da wir nun die Halbfinals erreichen können.» Dies sei etwas, «das man das ganze Leben lang in Erinnerung behält». Zwar gelang Dario Simion bereits einmal der Halbfinaleinzug, die Spiele gegen Göteborg blieben ihm aber wegen einer Verletzung verwehrt. «Wir waren damals sehr stolz auf das Erreichte – den Final erreichten wir jedoch nicht.»

Als möglicherweise bisher erster Schweizer könnte er die Halbfinalqualifikation zweimal schaffen (je nach Ausgang der Spiele von Lausanne und Biel. Biels Yannick Rathgeb und Anton Gustafsson gehörten 2016/17 zum Fribourg-Kader). Damit es so weit kommt, «müssen wir unser bestes Hockey spielen. Es wäre speziell, dies zweimal zu erreichen, aber ich fokussiere mich darauf, dem Team zu helfen.»

Der EV Zug steht vor einer grossen Möglichkeit, sagt EVZ-Coach Dan Tangnes. «Die Schweizer Liga geniesst weniger Kredit, als sie verdient hätte. Auftritte bei internationalen Turnieren sind eine gute Möglichkeit, um das Ansehen zu steigern. Jetzt gehören wir zu den acht besten Teams Europas und haben die Chance, unter die besten vier zu kommen.» Gegenwärtig läuft sie sechste Ausgabe der Champions Hockey League. Langsam gewinnt der Wettbewerb an Bedeutung. «Alle neuen Turniere brauchen etwas Zeit, um an Status zu gewinnen. Die Champions Hockey League wächst von Jahr zu Jahr.»

Fahrt nach Lausanne ist ein Katzensprung

Noch nicht mit dabei ist am Dienstag Tobias Geisser. Der 20-jährige Verteidiger wird von den Washington Capitals an den EVZ ausgeliehen, da er sich in Zug besser weiterentwickeln kann, als im Farmteam Hershey Bears in der AHL. «Ich freue mich extrem, dass ich hier bin», sagt Geisser. «Ich hatte hier schon eine tolle Juniorenzeit.» Am Sonntag angekommen, trainierte er gestern erstmals mit dem Team. Zum Einsatz kommen soll er am nächsten Dienstag im Auswärtsspiel in Lausanne. Dies wird für ihn ein Katzensprung, dauern doch manche Busreisen in der AHL bis zu sechs Stunden. «Da reisen wir bereits einen Tag vorher an.»

Allerdings wünscht sich der EV Zug demnächst eine weitere weite Anreise: Im Halbfinal der Champions League, das mit einem Sieg über Mountfield erreicht werden soll. Dario Si­mion sagt: «Nur weil wir im Viertelfinal sind, geben wir uns nicht zufrieden. Wir träumen davon, weiterzukommen.»