CHENOIS - KRIENS 31:34: «Platte» Krienser retten sich in oberste Liga

Die Handballer vom HC Kriens bleiben in der NLA. Im entscheidenden letzten Spiel gegen das bereits abgestiegene Chênois erreichten die Krienser dank des 34:31-Auswärtserfolgs das Ticket für eine weitere Saison in der höchsten Liga.

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Geschafft! Torjäger Chen Pomeranz (ohne Shirt)und seine Teamkollegen freuen sich über den Sieg. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Geschafft! Torjäger Chen Pomeranz (ohne Shirt)und seine Teamkollegen freuen sich über den Sieg. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Das Centre-sportif Sous-Moulin im Genfer Vorort Thônex ist keine Halle, in der grosse Handballspiele stattfinden. Stickig war die Luft am Sonntagnachmittag. Zudem war es dunkel. Die Rollläden wurden für das Spiel zwischen Chênois und dem HC Kriens gar nicht mehr hinaufgefahren.

Es schien, als hätten sich die Genfer gedanklich bereits verabschiedet. Und zwar in die 1. Liga, in die sie sich nach zwei Jahren in der NLA, in denen sie praktisch nur verloren, freiwillig zurückziehen. Der HC Kriens hingegen spielt auch in der nächsten Saison in der obersten Liga. Dies steht dank dem gestrigen 34:31-Sieg definitiv fest. «Der Ligaerhalt ist endlich geschafft. Darauf haben wir in den letzten fünf Monaten mit viel Aufwand hingearbeitet», freute sich Spielertrainer Nick Christen.

Entscheidende 12 Minuten
Grosser Jubelschrei also nach dem Schlusspfiff? Champagnerdusche für Roman Schelbert, den in der zweiten Halbzeit überragenden Torhüter? Oder für Christen selbst, der im letzten Spiel seiner langen Karriere noch einmal seine Klasse unter Beweis stellte? Nichts da. Nach kurzem Jubel lagen oder sassen die Spieler einfach herum. «Es ist komisch, das stimmt. Aber wir sind platt», sagte Captain Michael Schlegel.

Keine 48 Stunden nach dem Sieg gegen Endingen war die gestrige Pflichtaufgabe beinahe zu viel für die Krienser. Die Gegensätze hätten aber auch nicht grösser sein können: 1150 Zuschauer und eine Superstimmung am Freitag in Kriens. 180 Zuschauer und nur dank rund 100 mitgereisten HCK-Fans ein bisschen Stimmung in Thônex. «Es waren nicht alle bereit für diese Aufgabe», musste Christen eingestehen. Sein Team zeigte mit Ausnahme der ersten zwölf Minuten nach der Pause, als ein Achttorevorsprung erarbeitet wurde, eine völlig undisziplinierte Leistung.

«Ein Mittelfeldplatz»
Interessiert hat das aber nur wenige Minuten später keinen mehr. Unter der Regie von Präsident Kurt Gisler, der sich als Bierlieferant einspannen liess, gingen die Jubelgesänge doch noch richtig los. «Ich bin hierher gekommen in der Überzeugung, dass wir gewinnen werden. Die Erleichterung ist nach dieser Zitterpartie riesig, dass wir es geschafft haben», erklärte Gisler.

Er kann nun zusammen mit Christen, der nur noch Geschäftsleiter sein wird, die nächste Saison zu Ende planen. «Aufgegleist ist alles. Es geht nur noch darum, die Verträge abzusegnen», sagte Christen. Klar ist: Die Mannschaft wird ein neues Gesicht erhalten. «Ein Mittelfeldplatz» ist laut Gisler die Zielsetzung. Entscheidende Spiele im Kampf um den Ligaerhalt soll es keine mehr geben. In stickigen, dunklen Hallen schon gar nicht.

Andreas Wyler, Thônex

Chênois - Kriens 31:34 (18:18)

Sous-Moulin, Thônex. - 180 Zuschauer. - SR Buache/von Escher. - Torfolge: 1:0, 5:4, 9:8, 9:10, 14:14, 18:18; 18:21, 20:28, 27:30, 27:32, 29:32, 31:34. - Strafen: 5-mal 2 Minuten inkl. Disqualifikation von Frejnick (51.) gegen Chênois, 2-mal 2 Minuten gegen Kriens. -

Chênois:
Zorn/Lapierre (31.-41.); Frejnick (6), Molliex (5), Delric (4), Cors (2), Coute (2), Häusler (3), Da Silva, Magnon (6), Todic (3).

Kriens:
Schelbert/AndreasPortmann; Bislimi (1), Stankovic (8), Pomeranz (8/3), Tschannen (3), Willisch (4), Schlegel (4); Christen (6), Michael Portmann. -

Bemerkungen: Kriens ohne Mehr (krank) und Moen (rekonvaleszent). - Verhältnis verschossener Penaltys 2:1.