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Cologna attackiert früh und siegt

Mit Dario Cologna und Nathalie von Siebenthal setzten sich am Engadin-Skimarathon zwei Schweizer durch. Bei Topverhältnissen stellt Cologna mit 1:22:22 Stunden einen neuen Streckenrekord auf.
Jörg Greb
Dario Cologna (Mitte) in Siegerpose. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, St. Moritz, 10. März 2019)

Dario Cologna (Mitte) in Siegerpose. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, St. Moritz, 10. März 2019)

Der 51. Engadin-Skimarathon ist ein Lauf mit Erinnerungspotenzial und Geschichten, die sich noch lange zum Erzählen eignen: schnelle Unterlage, Rückenwind, persönliche Rekorde zuhauf und entsprechend viele strahlende Gesichter. Allerdings sorgte das hohe Tempo und die vielen Rekordambitionen zu spektakulären Augenblicken, Schreckmomenten, Massenstürzen und ungeplanten Showeinlagen.

Auch die Führenden profitierten. Allen voran Dario Cologna. Das Schweizer Aushängeschild strebte seinen vierten Sieg an seinem Heimrennen an. 2008 war er mit dem ersten Sieg erstmals ins Rampenlicht der Sportöffentlichkeit getreten. Und der Bündner trat einen Tag vor seinem 33. Geburtstag stark auf. Mit Ausnahme der ersten Kilometer über die Oberengadiner Seen hielt sich der Münstertaler stets in den vordersten Positionen auf. «Ich bemerkte, dass Aktivsein nötig ist.» So trug Cologna massgeblich dazu bei, dass sich eine Achtergruppe im Stazerwald atypisch früh vom grossen Feld hatte lösen können.

Topreaktion auf Schreckensmoment

Weil die Spitzengruppe bestens harmonierte und Cologna massgeblich zum hohen Rhythmus beitrug, machte sie im Zielbereich den Sieg unter sich aus. «Aufgrund der Zusammensetzung rechnete ich mir im Sprint gute Chancen aus», sagte Cologna. Seinem Antritt im Anstieg der Zielkurve und seinem Beschleunigungsvermögen auf der ebenen Zielgeraden war niemand gewachsen. Cologna siegte drei Zehntelsekunden vor dem Franzosen Jean-Marc Gaillard, gefolgt von Anders Gloeersen (NOR), dem Sieger von 2014. Rang 4 ging an Clément Parisse (FRA), Rang 5 an den jungen Davoser Cédric Steiner. Sie alle waren innert einer Sekunde klassiert. Mit 1:22:22 Stunden verbesserte Cologna den Streckenrekord von Tor Arne Hetland (NOR) aus dem Jahr 2008 um gut zwei Minuten.

«Ein schnelles Rennen war mir wichtig und kam mir auch entgegen», sagte Cologna. Die eisige und glitschige Unterlage wäre ihm allerdings schier zum Verhängnis geworden. Bei einem Sturz bei Kilometer 35 erlebte er einen kurzen Schreckensmoment. Seiner Routine verdankte er sein schnelles Anpassen auf die neue Situation: «Ich bin ruhig geblieben und habe die Nerven nicht verloren.» Schnell war Cologna zurück in der Gruppe und so wieder der klare Favorit.

Wie Cologna hatte auch der Urner Roman Furger den vierten Sieg vor Augen. Der Vorjahressieger musste diesen jedoch frühzeitig abschreiben. «Ich befand mich zu weit hinten im Feld, als an der Spitze die frühe und vorentscheidende Attacke lanciert wurde», so Furger. Sodann musste er früh erkennen: «Da ist nichts mehr zu gewinnen.» Rang 70 war für ihn nicht relevant.

Von Siebenthals perfektes Rennen

Einen Beitrag zu einer Siegergeschichte leistete Furger aber trotz allem und hatte mit den Frauenrennen zu tun. In diesem Jahr starteten die stärksten Frauen fünf Minuten vor den Männern. Im Rampenlicht standen sie dann beim Überqueren der Oberengadiner Seen. Nur Vorteile ergaben sich dadurch keine. Nathalie von Siebenthal, die bei ihrer Premiere gleich zum Sieg fuhr, erkannte: «Als die Männer zu uns aufschlossen, wurde es hektisch.» Beim Schanzenaufstieg in St. Moritz war es dann so weit. Das anschliessende Eingliedern erwies sich als anspruchsvoll, von Siebenthal verpasste ihre (Männer-)Gruppe und hatte deshalb bei Samedan etliche Kilometer allein zurückzulegen. Ihre Führungsposition geriet so nochmals in Gefahr.

Just in diesem Augenblick erwischte sie eine schnelle Männergruppe. Dieser gehörte unter andern Furger und der frühere Nationalmannschaftsläufer Curdin Perl an. Im Ziel verfügte von Siebenthal über einen Vorsprung von 59 Sekunden. «Ein toller Prestigeerfolg», freute sie sich. Dass ihr Sieg von keinem Rekord begleitet wurde, hing mit der gemächlichen Gangart zu Beginn des Rennens zusammen.

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